
Steuer-Wortbruch? Union geht auf Klingbeil los – von 10 Milliarden bleibt kaum ein Drittel

Die Steuerpläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sorgen für schweren Ärger beim Koalitionspartner. Aus der Union hagelt es Kritik: Die versprochene Entlastung falle deutlich geringer aus als vereinbart. Der Vorwurf lautet Wortbruch.
„Nicht mal ein Drittel“ – der Vorwurf aus der CDU
Besonders deutlich wurde der CDU-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters. Gegenüber der Bild erklärte er:
„Klingbeil bricht sein Wort, von der ohnehin dürftigen Zehn-Milliarden-Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig“.
Peters betonte, die gesellschaftliche Mitte brauche endlich echte Entlastungen. Ein Blockadeverhalten der SPD könne man sich weder wirtschaftlich noch politisch leisten, sagte er.
Die Zahlen im Entwurf – und warum sie enttäuschen
Nach einem Entwurf, der der Welt vorliegt, sollen die Bürger im Jahr 2027 um 2,9 Milliarden Euro und im Jahr 2028 um 6,99 Milliarden Euro entlastet werden. Vereinbart hatten Union und SPD für 2028 aber zehn Milliarden Euro.
Klingbeils Pläne sehen dem Bericht zufolge Erleichterungen für kleine und mittlere Einkommen vor. Zugleich müsse rund eine Million Gutverdiener mit einer zusätzlichen Steuerlast rechnen. Wer mehr leistet, zahlt also erneut drauf – ein Muster, das man in Deutschland seit Jahrzehnten kennt.
Jetzt geraten auch die Vereine ins Visier
Kritik kommt auch von CDU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann. Er nimmt vor allem die geplanten Regelungen zu Freibeträgen für Vereine ins Visier. Wer Steuerfreibeträge für Vereine senken wolle, setze an der falschen Stelle an und treffe jene, die häufig keine finanziellen Rücklagen hätten, so Hoffmann gegenüber der Bild.
Zusätzliche Steuerbelastungen wären aus seiner Sicht das falsche Signal, der Finanzminister müsse nacharbeiten. Gemeint sind Sportvereine, Schützenvereine, Musikkapellen – das ehrenamtliche Rückgrat der Republik, das Aufgaben übernimmt, an denen der Staat längst scheitert.
Die unbequeme Rechnung: Unterm Strich mehr Belastung
Noch Anfang Juli hatte sich die Bundesregierung für die geplante Zehn-Milliarden-Entlastung im Jahr 2028 feiern lassen. Doch die Gesamtbilanz sieht anders aus: Den Entlastungen stehen dem Bericht zufolge 38,7 Milliarden Euro an zusätzlicher Abgabenlast gegenüber.
Hintergrund seien unter anderem die Erhöhung des Rentenversicherungsbeitrags sowie ein höherer Pflegeversicherungsbeitrag für Gutverdiener und Kinderlose. Was der Staat in der einen Hand als Geschenk präsentiert, holt er sich mit der anderen mehrfach zurück.
Ein Muster mit Geschichte
Aus Sicht unserer Redaktion reiht sich der Vorgang in eine lange Tradition ein: Steuersenkungen werden angekündigt, Sozialabgaben still erhöht. Hinzu kommt die kalte Progression, die jede Lohnerhöhung anteilig auffrisst.
Dazu passt der finanzpolitische Rahmen dieser Koalition: Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versprochen, keine neuen Schulden aufzunehmen. Kurz darauf kamen das 500-Milliarden-Sondervermögen und gelockerte Schuldenregeln. Kritiker warnen, dass die Zeche am Ende über Steuern, Abgaben und Geldentwertung beim Bürger lande.
Warum Sachwerte in solchen Phasen wieder ins Blickfeld rücken
Wenn die Abgabenlast steigt und die Kaufkraft schleichend erodiert, stellt sich für viele Sparer die Frage nach Substanz. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als bewährte Beimischung zur Vermögenssicherung – als Anker in einem breit gestreuten Vermögen, unabhängig von politischen Konjunkturen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Inhalte geben unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.

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