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Kettner Edelmetalle
17.09.2026
15:10 Uhr
KI-generiert

Steine gegen Fensterscheiben: Solinger Wirtin steht vor den Trümmern

Steine gegen Fensterscheiben: Solinger Wirtin steht vor den Trümmern
Symbolbild: KI-generiert

In der Nacht zum Montag haben mutmaßlich linksextreme Täter ein Restaurant im Solinger Stadtteil Gräfrath verwüstet. Steine und mit Farbe gefüllte Flaschen flogen gegen die Scheiben des Lokals „Alt Ketzberg“. Der Staatsschutz ermittelt, das Restaurant bleibt vorerst geschlossen.

Drei Maskierte, acht Ziegelsteine, kein heiles Fenster

Überwachungskameras zeichneten nach Angaben der Inhaberin Victoria Bertram drei vermummte Personen auf. Sie sollen Steine und Farbflaschen gegen die Fenster und in die Innenräume geworfen haben.

„Jedes Fenster ist kaputt“

So schilderte die Wirtin die Schäden gegenüber dem Solinger Tageblatt. Acht Ziegelsteine seien später im Gastraum gefunden worden, die zerstörten Scheiben wurden notdürftig verklebt. Ein Zettel an der Eingangstür informiert die Gäste: geschlossen wegen Vandalismus.

Ein Bekennerschreiben – und eine unverhohlene Drohung

Einen Tag nach der Tat tauchte auf der Plattform Indymedia ein anonymes Schreiben mit der Überschrift „Angriff auf AfD-Veranstaltungsort in Solingen!“ auf. Die Verfasser beanspruchen die Tat für sich und nennen als Begründung Veranstaltungen und Stammtische der AfD in dem Lokal.

Darin heißt es außerdem: „Wir werden nicht aufhören, euch anzugreifen“. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft Indymedia als linksextremistische Internetplattform und als zentrales Propagandamedium der Szene ein – dort erscheinen regelmäßig Selbstbezichtigungen zu Straf- und Gewalttaten.

Die Polizei geht von einem linksextremistischen Hintergrund aus. Die Täter sind bislang unbekannt; für sie gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung, bis ein Gericht rechtskräftig entschieden hat.

Die Wirtin? Hat mit Parteipolitik nichts zu tun

Bertram wies gegenüber dem Solinger Tageblatt zurück, die AfD gezielt zu unterstützen. Es sei möglich, dass eine Veranstaltung der Partei in den Räumen stattgefunden habe – das Lokal vermietet nach eigenen Angaben einen abgetrennten Raum für Feiern und Treffen aller Art.

Genau darin liegt aus Sicht unserer Redaktion das Perfide: Getroffen wurde nicht ein Parteibüro, sondern ein Familienbetrieb. Wer Gastwirte für ihre Vermietungspraxis mit Ziegelsteinen bestraft, greift die Vertragsfreiheit im Kern an – und zwingt Unternehmer dazu, Kunden nach politischer Gesinnung zu sortieren.

Kein Einzelfall – und die Statistik spricht eine deutliche Sprache

Bereits Ende August war in Solingen das Fitnessstudio „Alpha Gym“ des Rappers Kollegah beschädigt worden. Auch danach kursierte ein mutmaßliches Bekennerschreiben, in dem es unter anderem hieß: „Antifa heißt Angriff“.

Die Bundesbehörden dokumentieren einen drastischen Trend. Laut Verfassungsschutz stieg die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten 2025 um 38,9 Prozent auf 8.133 Delikte, die Gewalttaten kletterten sogar um 60,9 Prozent auf 856. Sachbeschädigung bleibt mit 4.344 Fällen die häufigste Deliktform. Spitzenreiter unter den Bundesländern: Nordrhein-Westfalen mit 2.406 Straftaten – mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.

Den Anstieg führt die Behörde unter anderem auf die Agitation rund um die Bundestagswahl im Februar 2025 zurück; die AfD habe wegen ihrer Wahlergebnisse besonders im Fokus gewaltorientierter Linksextremisten gestanden. Das gewaltorientierte Personenpotenzial beziffert der Verfassungsschutz auf 11.600 Personen.

Wer schützt eigentlich die Mitte?

Für viele Bürger dürfte sich hier eine unbequeme Frage stellen: Warum wird ein Milieu, das öffentlich mit weiteren Angriffen droht, politisch so selten beim Namen genannt? Wer glaubt, Gewalt gegen den politischen Gegner sei nur dann ein Problem, wenn sie aus der „richtigen“ Richtung kommt, hat den Rechtsstaat nicht verstanden. In Solingen zahlt die Zeche eine Gastronomin – mit zerstörten Scheiben und geschlossener Tür.

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