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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
10:41 Uhr

Stationärer Modehandel vor dem Kollaps: Jeder zweite Händler schreibt rote Zahlen

Die deutsche Modeindustrie steckt in einer Krise, die das Wort „dramatisch" kaum noch angemessen beschreibt. Während Politiker in Berlin über Sondervermögen und Klimaneutralität debattieren, stirbt auf Deutschlands Einkaufsstraßen still und leise eine ganze Branche. Jeder zweite stationäre Bekleidungshändler landete im vergangenen Jahr operativ in den roten Zahlen. Das ist keine Delle – das ist ein Erdrutsch.

Ein Branchenverband schlägt Alarm

Der Handelsverband Textil Schuhe und Lederwaren (BTE) hat eine Bilanz für 2025 vorgelegt, die man nur als vernichtend bezeichnen kann. BTE-Präsident Mark Rauschen spricht von einem „Horrorszenario" und warnt davor, dass bestehende stationäre Handels- und Versorgungsstrukturen vollends wegbrechen könnten. „Der Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden", so sein eindringlicher Appell. Doch wer hört zu?

Die nackten Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Zwar setzten stationäre Geschäfte, Warenhäuser und Onlinehändler zusammen rund 57,1 Milliarden Euro mit Bekleidung um – nominal ein Plus von etwa einem Prozent. Doch preisbereinigt ergibt sich ein Minus von rund zwei Prozent. Im Schuhhandel, der knapp 11,5 Milliarden Euro erwirtschaftete, fiel der Rückgang noch deutlicher aus. Die Inflation frisst also selbst das bisschen Wachstum auf, das noch übrig ist.

Asiatische Billigplattformen als Totengräber

Mehr als 40 Prozent der Modeumsätze entfallen mittlerweile auf den Onlinehandel. Keine andere Branche erzielt im Internet höhere Umsätze. Besonders brisant: Die asiatischen Plattformen Temu und Shein haben sich wie ein Parasit in den deutschen Markt gefressen. Der BTE schätzt, dass der Branche allein durch diese Portale im vergangenen Jahr etwa drei Milliarden Euro Umsatz entgangen seien.

Die Anbieter sind hochumstritten – und das aus gutem Grund. Geringe Produktqualität, mangelnde Kontrollen, unfaire Wettbewerbsbedingungen: Die Liste der Vorwürfe ist lang. Doch während europäische Händler unter einer erdrückenden Bürokratielast ächzen, Umweltauflagen erfüllen und Mindestlöhne zahlen müssen, können chinesische Plattformen ihre Billigware nahezu ungehindert in den deutschen Markt pumpen. Wo bleibt hier der viel beschworene faire Wettbewerb? Wo bleibt der Schutz heimischer Unternehmen und Arbeitsplätze?

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass eine Politik, die sich Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf die Fahnen schreibt, gleichzeitig tatenlos zusieht, wie Wegwerfmode aus Fernost den europäischen Markt überschwemmt. Die Pakete fliegen tausendfach um den halben Globus, während der deutsche Einzelhändler um die Ecke seine Türen für immer schließt.

Dauer-Sale als Überlebenskampf

Um überhaupt noch Kunden in die Läden zu locken, greifen viele Händler zu einem verzweifelten Mittel: permanente Rabattschlachten. Das Ergebnis war zuletzt ein scheinbar nicht endender Dauer-Sale im wichtigen Jahresendgeschäft, der sich bis weit in den Januar hineinzog. Die Händler verkaufen unter Wert, nur um volle Lager zu räumen und Platz für neue Kollektionen zu schaffen. Ein Teufelskreis, der die Margen weiter aushöhlt und am Ende nur Verlierer kennt.

Lieber Urlaub als neue Garderobe

Doch die Probleme sind nicht allein struktureller Natur. Der deutsche Verbraucher hat schlicht andere Prioritäten gesetzt. Laut einer repräsentativen Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln wollen 45 Prozent der Konsumenten in nächster Zeit weniger Geld für Mode und Accessoires ausgeben. Mode werde zunehmend als „klassisches Sparsortiment" wahrgenommen, erklärt IFH-Branchenexpertin Carina Habke.

Stattdessen fließe das Geld in Erlebnisse, Freizeit und Sport. BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels bringt es auf den Punkt: Konsumenten würden eher bei Kleidung sparen als bei Reisen. „Urlaub bietet eine Auszeit von Alltag und Sorgen. Das suchen viele Menschen derzeit verstärkt", so Pangels. Kann man es den Menschen verdenken? In einem Land, in dem die Energiekosten explodieren, die Inflation die Kaufkraft zerfressen hat und die wirtschaftliche Unsicherheit allgegenwärtig ist, wird jeder Euro zweimal umgedreht. Und wenn dann die Wahl zwischen einer neuen Jacke und einer Woche am Mittelmeer steht, gewinnt das Mittelmeer.

Insolvenzwelle rollt ungebremst weiter

Die Konsequenzen dieser Entwicklung sind bereits heute schmerzhaft sichtbar. Das Insolvenzgeschehen im Mode- und Bekleidungshandel hat sich 2025 weiter zugespitzt, bestätigt Patrik-Ludwig Hantzsch von der Creditreform Wirtschaftsforschung. Die prominenten Fälle lesen sich wie ein Nachruf auf die deutsche Modelandschaft: Der Modehersteller Gerry Weber, der Schuhhändler Görtz, die Modemarke Closed, der Hemdenhersteller Eterna – sie alle mussten Insolvenz anmelden. Im Januar scheiterte zudem die Rettung des insolventen Herrenausstatters Wormland. Selbst der Textildiscounter Kik kündigte an, unrentable Filialen zu schließen. Und Zalando, einst als Erfolgsgeschichte des deutschen E-Commerce gefeiert, will ein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten dichtmachen.

Für 2026 rechnet Hantzsch nicht mit einer Trendwende. Insolvenzen blieben wahrscheinlich, insbesondere bei Unternehmen mit hoher Filialdichte, knappen Liquiditätsreserven und fehlender Profilierung.

Ein schleichender Tod in Zahlen

Die Dimension des Sterbens wird erst im langfristigen Vergleich deutlich: 2010 gab es bundesweit noch knapp 22.900 Bekleidungshändler. 2025 waren es nur noch rund 12.050 – ein Rückgang um fast die Hälfte in nur fünfzehn Jahren. Bei den Schuhhändlern sieht es noch düsterer aus: Von über 5.000 Unternehmen sind gerade einmal 2.450 übrig geblieben. Hinter jeder dieser Zahlen stehen Existenzen, Familien, Lebenswerke – und leere Schaufenster in deutschen Innenstädten, die einst pulsierten.

Politisches Versagen auf ganzer Linie

Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um zu erkennen, dass hier ein ganzes Bündel politischer Fehlentscheidungen zusammenwirkt. Die erdrückende Bürokratie, die gerade kleine und mittelständische Unternehmen überproportional belastet. Die hohen Energiekosten, die als Erbe einer ideologiegetriebenen Energiepolitik die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen systematisch untergraben. Die fehlende Bereitschaft, europäische Händler vor dem unfairen Wettbewerb asiatischer Plattformen zu schützen. Und nicht zuletzt eine Steuerpolitik, die dem Mittelstand das Letzte abverlangt, während gleichzeitig Hunderte Milliarden in Sondervermögen fließen, deren Nutzen für die reale Wirtschaft mehr als fraglich ist.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat versprochen, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Doch bisher sind es vor allem Worte geblieben. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur mag auf dem Papier beeindruckend klingen – doch was nützt eine neue Brücke, wenn auf der Einkaufsstraße dahinter ein Laden nach dem anderen schließt?

Was Deutschland jetzt braucht, ist ein radikaler Bürokratieabbau, eine Entlastung des Mittelstands und ein entschlossenes Vorgehen gegen unfaire Handelspraktiken aus Fernost. Sonst werden unsere Innenstädte bald nur noch aus Dönerbuden, Nagelstudios und leeren Schaufenstern bestehen. Ein Horrorszenario, das leider immer realistischer wird.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und schwindender Kaufkraft zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen breit aufzustellen und gegen Wertverlust abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn ganze Branchen ins Wanken geraten und die Inflation die Ersparnisse auffrisst.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für individuelle Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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