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Kettner Edelmetalle
07.04.2026
06:42 Uhr

Stadler Rail kapituliert: Schweizer Zugbauer gibt Kampf gegen Siemens-Milliardendeal auf

Es ist ein Rückzug mit lautem Knall – und einem bitteren Nachgeschmack. Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail hat seine Beschwerde gegen die Vergabe eines milliardenschweren Auftrags der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) an den deutschen Industrieriesen Siemens zurückgezogen. Was auf den ersten Blick wie eine nüchterne juristische Entscheidung wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Lehrstück über Intransparenz bei öffentlichen Vergabeverfahren.

Zwei Milliarden Franken für bis zu 200 Doppelstockzüge

Im November 2025 hatte Siemens den Zuschlag für einen Rahmenvertrag über bis zu 200 Doppelstockzüge mit einem Investitionsvolumen von rund zwei Milliarden Schweizer Franken erhalten. Ein Auftrag von enormer Tragweite – nicht nur finanziell, sondern auch industriepolitisch. Denn Stadler Rail, mit Hauptsitz im thurgauischen Bussnang, gilt als Schweizer Vorzeigeunternehmen und hätte den Auftrag naturgemäß gerne im eigenen Land gehalten.

Stadler legte daraufhin beim Bundesverwaltungsgericht Rekurs ein, um die Vergabeentscheidung anzufechten. Doch nun, zum 7. April, zieht das Unternehmen diesen Rekurs zurück. Die Begründung hat es in sich.

Geschwärzte Akten: Wenn Transparenz zur Farce wird

Die vom Gericht ausgehändigten Vergabeakten seien derart stark geschwärzt gewesen, dass es schlicht an Anhaltspunkten gefehlt habe, um das Verfahren sinnvoll weiterzuführen. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Unternehmen, das einen Milliardenauftrag verliert, bekommt die Unterlagen zur Überprüfung – und kann sie nicht lesen, weil alles Wesentliche unter schwarzer Tinte verschwunden ist. Transparenz im öffentlichen Beschaffungswesen sieht wahrlich anders aus.

Stadler übte in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an der SBB. Die Schweizerischen Bundesbahnen hätten ihren Ermessensspielraum bei der Bewertung der Angebote klar zugunsten des siegreichen Siemens-Angebots genutzt. Ein Vorwurf, der schwer wiegt – auch wenn er sich aufgrund der geschwärzten Akten wohl kaum je wird beweisen lassen. Genau darin liegt die Perfidie des Ganzen.

Ein Muster, das nachdenklich stimmt

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf, die weit über die Schweizer Landesgrenzen hinausreichen. Wie fair sind öffentliche Vergabeverfahren tatsächlich, wenn unterlegene Bieter nicht einmal die Möglichkeit erhalten, die Entscheidungsgrundlagen nachzuvollziehen? Wer kontrolliert die Kontrolleure, wenn die relevanten Dokumente unter einem Meer aus Schwärzungen verschwinden?

Auch in Deutschland kennt man solche Phänomene nur zu gut. Ob bei Rüstungsaufträgen, Infrastrukturprojekten oder der Beschaffung von Schienenfahrzeugen – immer wieder stehen Vergabeentscheidungen in der Kritik, bei denen der Verdacht aufkommt, dass das Ergebnis bereits vor der eigentlichen Bewertung feststand. Dass ausgerechnet ein Schweizer Traditionsunternehmen in der eigenen Heimat gegen einen ausländischen Konzern den Kürzeren zieht und dann nicht einmal die Gründe dafür einsehen darf, dürfte in der Eidgenossenschaft für erheblichen Unmut sorgen.

Siemens triumphiert – vorerst

Für Siemens ist der Rückzug von Stadler zweifellos eine gute Nachricht. Der Weg für die Umsetzung des Großauftrags dürfte nun frei sein. Der Münchner Konzern, der sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf sein Mobilitätsgeschäft konzentriert hat, kann diesen prestigeträchtigen Auftrag als Referenz für weitere europäische Ausschreibungen nutzen.

Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack. Denn ein Sieg, der unter dem Schatten mangelnder Transparenz errungen wird, ist kein Sieg, auf den man uneingeschränkt stolz sein kann. Die Frage, ob die SBB tatsächlich das beste Angebot gewählt hat oder ob hier andere Faktoren eine Rolle spielten, wird wohl unbeantwortet bleiben – begraben unter geschwärzten Akten, die niemand lesen darf.

Für Stadler Rail bleibt die bittere Erkenntnis, dass selbst der Gang vor Gericht nicht hilft, wenn die entscheidenden Informationen im Dunkeln bleiben. Ein Rechtsstreit ohne Beweismittel ist wie ein Boxkampf mit verbundenen Augen – aussichtslos von Beginn an.

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