
Spielwarenkette Rofu-Kinderland am Abgrund: Fast 2.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Die deutsche Einzelhandelslandschaft wird um ein weiteres Kapitel des Niedergangs reicher. Der traditionsreiche Spielwarenhändler Rofu-Kinderland hat beim Amtsgericht Idar-Oberstein Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Was das für die knapp 2.000 Beschäftigten bedeutet, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Ungewissheit. Wieder einmal zeigt sich, wie fragil die wirtschaftliche Basis vieler deutscher Unternehmen geworden ist – und wie wenig die politischen Rahmenbedingungen dazu beitragen, diese zu stabilisieren.
104 Filialen zwischen Hoffnung und Bangen
Das Unternehmen betreibt stolze 104 Standorte in sieben Bundesländern und gehört damit insbesondere im Südwesten Deutschlands zu den bedeutenden Spielwaren- und Babyfachmärkten. Für viele Familien in der Region ist Rofu-Kinderland mehr als nur ein Geschäft – es ist ein Stück Kindheitserinnerung, ein Ort, an dem Weihnachtswünsche Gestalt annehmen. Doch diese Zeiten könnten bald der Vergangenheit angehören.
Geschäftsführer Michael Fuchs bemüht sich um Schadensbegrenzung und verkündet, dass die Filialen zu den gewohnten Zeiten geöffnet bleiben sollen. Auch der Onlineshop laufe weiter. Doch wie lange noch? Die Worte klingen nach dem üblichen Beschwichtigungsritual, das man von insolventen Unternehmen kennt – kurz bevor die Lichter endgültig ausgehen.
Die wahren Ursachen: Mehr als nur schwaches Weihnachtsgeschäft
Als offizielle Gründe für die Schieflage nennt das Unternehmen gestiegene Kosten, intensiven Wettbewerb und eine anhaltende Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Das Weihnachtsgeschäft sei besonders schwach ausgefallen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt ein Muster, das sich durch die gesamte deutsche Wirtschaft zieht.
Die explodierenden Energiekosten, die erdrückende Bürokratie, die stetig steigenden Lohnnebenkosten – all dies sind hausgemachte Probleme einer Politik, die jahrelang die Interessen der Wirtschaft ignoriert hat. Während andere Länder ihre Unternehmen entlasten, werden deutsche Mittelständler mit immer neuen Auflagen und Abgaben belastet. Dass nun ausgerechnet ein Spielwarenhändler ins Straucheln gerät, ist symptomatisch für den Zustand der deutschen Wirtschaft.
Insolvenzgeld sichert Löhne – vorerst
Für die 1.970 Beschäftigten gibt es zumindest einen kleinen Lichtblick: Die Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Doch was danach kommt, steht in den Sternen. Die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau spricht von einer „Perspektive für die Zukunft", die das Eigenverwaltungsverfahren eröffne. Solche Formulierungen kennt man zur Genüge – sie sind oft nicht mehr als juristische Floskeln, die das Unvermeidliche hinauszögern.
Investorensuche als letzte Hoffnung
Parallel zur Sanierung läuft bereits die Suche nach einem Investor. Frisches Kapital könnte dem Unternehmen tatsächlich eine Chance geben, alle 104 Filialen langfristig zu erhalten. Doch die Frage bleibt: Wer investiert in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Unsicherheit und politischer Planlosigkeit geprägt ist?
Die Insolvenz von Rofu-Kinderland reiht sich ein in eine erschreckende Serie von Unternehmenspleiten. Esprit, Depot, Grotrian-Steinweg – die Liste der traditionsreichen deutschen Unternehmen, die in den vergangenen Monaten aufgeben mussten, wird immer länger. Es ist höchste Zeit, dass die Politik aufwacht und erkennt, dass nicht nur Klimaziele und Gendersternchen über die Zukunft Deutschlands entscheiden, sondern vor allem eine funktionierende Wirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen.
Die Mitarbeiter von Rofu-Kinderland haben Besseres verdient als leere Versprechungen. Sie haben Arbeitsplätze verdient, die nicht dem nächsten politischen Experiment zum Opfer fallen.

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