
Solarglas-Aus in der Lausitz: Europas letzte Fabrik ist Geschichte

Anfang August 2026 fiel die Entscheidung, die viele in der Lausitz befürchtet hatten: Die Rettung der Glasmanufaktur Brandenburg (GMB) im südbrandenburgischen Tschernitz ist endgültig gescheitert. Kein Investor, keine Finanzierung, keine Zukunft. Damit verliert der gesamte europäische Kontinent seine letzte nennenswerte Solarglasproduktion – und rund 160 Beschäftigte ihren Job.
Ein Jahr Hoffen – und am Ende die Verwertung
Noch im April hatte der Insolvenzverwalter mit einem Interessenten über eine Fortführung des Werks verhandelt. Danach meldete sich niemand mehr. Nun geht es nur noch um Maschinen, Anlagen und das Grundstück.
Bürgermeister Frank Zeißler fürchtet laut Berichten die Zerschlagung des Standorts – und eine Industriebrache mitten im Ort. Für eine Gemeinde mit jahrzehntelanger Glastradition ist das mehr als ein Schönheitsfehler.
Der Absturz verlief in Etappen: Im Juli 2025 beantragte GMB nach monatelanger Kurzarbeit Insolvenz, damals waren Medienberichten zufolge noch rund 245 Menschen beschäftigt. Ende November 2025 platzte eine erste Investorenlösung für etwa 220 Mitarbeiter. Seit Dezember waren viele freigestellt, im Frühjahr 2026 kamen die Kündigungen.
Vom Fernsehglas zum Solarglas – und zurück ins Nichts
Die Geschichte des Standorts ist ein Lehrstück deutscher Industriepolitik. Wo einst Samsung Corning Fernsehglas produzierte, entstand 2007 GMB, ein Jahr später lief die Fertigung an. 2022 stieg der indische Spezialglashersteller Borosil Renewables mehrheitlich ein und plante sogar zusätzliche Kapazitäten in Europa.
Aus den Expansionsplänen wurde ein Überlebenskampf. Schon 2024 warnte das Unternehmen offen vor der Schließung und forderte politischen Schutz für europäische Hersteller. Der viel diskutierte Resilienzbonus schaffte es jedoch nicht ins Solarpaket der Bundesregierung.
Subventionierte Konkurrenz, deutsche Energiepreise
GMB verwies auf günstigere, teils subventionierte Konkurrenz aus China. Die Glasschmelze ist extrem energieintensiv – und Energie ist in Deutschland bekanntlich kein Schnäppchen. Wer bei Strom- und Gaspreisen im internationalen Spitzenfeld liegt, verliert im Wettbewerb mit Anbietern, die staatlich flankiert produzieren.
Die EU-Kommission benennt China weiterhin als dominierenden Lieferanten importierter Solarmodule; Branchenanalysen sprechen von einem chinesischen Anteil an der weltweiten Solarfertigung von über 90 Prozent. Und GMB ist kein Einzelfall: Auch beim Modulhersteller Meyer Burger endete die deutsche Produktion 2025 nach der Insolvenz der deutschen Gesellschaften – Berichten zufolge waren dort rund 600 Beschäftigte betroffen.
Brüssels Charta kam zu spät
Die EU antwortete 2024 mit der European Solar Charter: Förderprogramme, Beschaffungskriterien, Investitionshilfen, breitere Lieferketten. Papier ist geduldig. Für Tschernitz kamen diese Instrumente jedenfalls nicht rechtzeitig.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Fall ein Grundproblem: Berlin und Brüssel subventionieren mit Milliarden den Ausbau der Photovoltaik – die dazugehörige Wertschöpfung wandert derweil nach Asien ab. Die Energiewende wird so zur Importwende.
Die IG BCE sieht besonders für jüngere Fachkräfte kaum vergleichbare Alternativen in der Region und unterstützt bei Weiterbildung und Vermittlung. Bleibt die bittere Bilanz: Europa ist bei einer Schlüsselkomponente der Solartechnik künftig vollständig auf Importe angewiesen.
Wer sein Vermögen gegen politische Fehlsteuerung und industrielle Erosion absichern will, setzt traditionell auch auf Sachwerte – physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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