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08.02.2026
14:33 Uhr

Solarförderung vor dem Aus: Wie die Bundesregierung private Hausbesitzer im Regen stehen lässt

Solarförderung vor dem Aus: Wie die Bundesregierung private Hausbesitzer im Regen stehen lässt

Was jahrelang als verlässliche Säule der deutschen Energiewende galt, soll nun dem Rotstift zum Opfer fallen. Die feste Einspeisevergütung für Solarstrom, jenes Sicherheitsnetz, das Millionen von Hausbesitzern den Sprung zur eigenen Photovoltaikanlage ermöglichte, steht vor dem Ende. Ab 2027 sollen neue Spielregeln gelten – und die haben es in sich.

Das Ende einer Ära: Planungssicherheit wird zur Mangelware

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU und Umweltminister Carsten Schneider von der SPD haben die Weichen gestellt. Statt der bewährten festen Vergütung sollen künftig sogenannte Differenzverträge, im Fachjargon CfDs genannt, das Ruder übernehmen. Der Zeitdruck ist enorm, denn die EU-Genehmigung für die bisherige Solarförderung läuft Ende 2026 aus. Ein Ersatz muss also her – ob die Bürger das wollen oder nicht.

Wer noch schnell auf den fahrenden Zug aufspringen möchte, hat bis Ende 2026 Zeit. Seit dem 1. Februar 2026 liegt die Vergütung bei mageren 7,78 Cent pro Kilowattstunde. Klingt nach wenig? Warten Sie ab, was danach kommt.

Direktvermarktung: Vom einfachen Stromverkauf zum Finanzmarkt-Abenteuer

Die neue Welt der Solarstromvermarktung gleicht einem Sprung ins kalte Wasser. Künftig sollen Anlagenbesitzer ihren Strom über Direktvermarkter absetzen. Was früher eine simple Abrechnung war, wird zum komplexen Vertragsmodell mit Preiskorridoren und Risikoszenarien. Liegt der Börsenpreis unter dem vereinbarten Bereich, gleicht der Vertragspartner die Differenz aus. Klingt fair? Der Haken folgt sogleich: Liegt der Preis darüber, muss der Anlagenbesitzer Geld an den Vertragspartner zahlen.

Dieses Risiko existierte im bisherigen EEG-System schlichtweg nicht. Der kleine Hausbesitzer, der sich eine Anlage aufs Dach schrauben ließ, wusste genau, was er bekommt. Diese Zeiten sind bald vorbei.

Die politische Begründung: Netzdienlichkeit als Totschlagargument

Die Befürworter des neuen Systems argumentieren mit der sogenannten Netzdienlichkeit. An sonnigen Tagen, so heißt es, falle der Börsenpreis teils unter null. Das Netz erhalte mehr Strom, als es sinnvoll aufnehmen könne. Lokale Engpässe entstünden, wenn Netze überfordert würden. Der Umbau des Marktdesigns solle solche Effekte reduzieren.

Doch wer trägt die Kosten dieser Systemumstellung? Nicht etwa die großen Energiekonzerne, sondern der kleine Mann mit seinem Einfamilienhaus und der Solaranlage auf dem Dach.

Fraunhofer-Studie enthüllt: Kleine Anlagen werden zum Verlustgeschäft

Eine Studie des renommierten Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeichnet ein düsteres Bild. Im Auftrag der Elektrizitätswerke Schönau untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen auf Kleinanlagen bis 30 Kilowatt Peak. Das Ergebnis sollte jeden Eigenheimbesitzer aufhorchen lassen.

„Unsere Berechnungen ergeben, dass für eine Direktvermarktung des Stroms kleiner PV-Dachanlagen bis 30 kWp zurzeit noch eine um etwa 15 Prozent höhere Eigenverbrauchsquote nötig wäre, um den gleichen wirtschaftlichen Ertrag wie unter EEG-Vergütung zu erzielen."

Dr. Verena Fluri, Projektleiterin und Mitautorin der Studie, bringt es auf den Punkt. Wer tagsüber arbeitet und wenig Strom verbraucht, wer kein Elektroauto lädt und keine großen Verbraucher im Haus hat, wird diese Quoten schlicht nicht erreichen. Genau diese Gruppe prägt jedoch den Massenmarkt auf Einfamilienhausdächern.

Gebühren als Renditekiller: Bis zu 69 Prozent der Erlöse futsch

Die Zahlen der Studie sind erschreckend. Je nach Eigenverbrauchsquote könnten Vermarktungsgebühren über einen Zeitraum von 20 Jahren bis zu 69 Prozent der Erlöse auffressen. Der Zahlungsstrom, der die Investition tragen soll, schrumpft dramatisch zusammen. Die Amortisationszeit verlängert sich um mehrere Jahre.

Die Studienautoren warnen unmissverständlich: „Viele Anlagen würden somit entweder kleiner dimensioniert oder gar nicht gebaut werden." Ein Satz, der die gesamte Energiewende-Rhetorik der vergangenen Jahre ad absurdum führt.

Bürokratie-Monster statt Klimaschutz

Als wäre das finanzielle Risiko nicht genug, kommt ein weiterer Bremsfaktor hinzu: der schiere Aufwand. Direktvermarktung verlangt Vertragswahl, Abrechnungsverständnis und eine Prognose künftiger Marktpreise. Der durchschnittliche Hausbesitzer soll plötzlich zum Energiemarkt-Experten mutieren.

Die Studienautoren formulieren es diplomatisch, aber deutlich: Käufer müssten sich mit dem System der Direktvermarktung vertraut machen und die Einnahmen abschätzen. Diese Abschätzung sei mit großen Unsicherheiten behaftet. Die EEG-Vergütung hingegen bot die Sicherheit garantierter Einnahmen über 20 Jahre. Für private Eigentümer ist diese Unsicherheit oft entscheidender als ein theoretischer Mehrertrag.

Experten fordern: Erst Infrastruktur, dann Pflichten

Die Studienautoren verweisen auf Instrumente, die zunächst ausgebaut werden sollten, bevor man das bewährte System über Bord wirft. Ein schnellerer Smart-Meter-Rollout steht ganz oben auf der Liste. Ohne flächendeckende Messung bleibt jede Steuerung im Alltag begrenzt. Auch dynamische Stromtarife könnten Preissignale setzen, die Verbraucher zu Lastverschiebung motivieren.

Eine dynamische Einspeisevergütung könnte die Einspeisung zeitlich lenken, ohne Kleinanlagen in komplexe Vertragsmodelle zu drängen. Der Kern der Empfehlung lautet: erst Infrastruktur und Regeln schaffen, dann Pflichten ausweiten. Doch wann hat die Politik je auf Experten gehört, wenn es um die Energiewende ging?

EWS-Vorstand schlägt Alarm: Bürgerenergie vor dem Aus

Alexander Sladek, Vorstand der Elektrizitätswerke Schönau, findet deutliche Worte für das Vorhaben der Bundesregierung. Er verweist auf einen fundamentalen Mangel: „Momentan gibt es weder eine flächendeckende Ausstattung mit Smart Metern, um die Einspeisung des Solarstroms in die Netze zeitgenau überhaupt zu erfassen, noch haben wir diesbezüglich eine durchgehend standardisierte Marktkommunikation in Deutschland."

Seine Warnung ist unmissverständlich: Ein überstürzter Ausstieg aus der EEG-Vergütung würde Kleininvestoren direkt treffen, weil die Anlagen sich kaum noch rechnen würden. Die Bürgerenergie, jene dezentrale Bewegung, die von der Politik so gerne als Vorzeigemodell präsentiert wird, stünde vor dem Aus.

Energiewende ausgebremst – durch die eigene Regierung

Sladek verbindet seine Kritik mit einer düsteren Prognose: Die Energiewende würde ausgebremst, weil weniger und kleinere Anlagen gebaut würden. Ausgerechnet jene Regierung, die sich die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz geschrieben hat, sägt am eigenen Ast.

Das Wirtschaftsministerium soll in den nächsten Wochen einen Entwurf vorlegen. Parallel läuft die Degression weiter. Zum 1. August 2026 wird die Vergütung erneut gesenkt. Der Countdown für alle, die noch vom alten System profitieren wollen, läuft.

Ein Treppenwitz der deutschen Energiepolitik

Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Jahrelang wurden die Bürger ermutigt, in Solaranlagen zu investieren. Die Energiewende sollte von unten kommen, dezentral und bürgernah. Nun, da Millionen diesem Ruf gefolgt sind, ändert die Politik die Spielregeln. Wer künftig eine Anlage installiert, wird zum Spekulanten wider Willen.

Die große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die mit dem Versprechen angetreten ist, Verantwortung für Deutschland zu übernehmen, zeigt einmal mehr, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Inflation weiter anheizen, während gleichzeitig die Förderung für private Solaranlagen zusammengestrichen wird.

Für all jene, die in unsicheren Zeiten nach stabilen Wertanlagen suchen, mag dies ein weiterer Grund sein, über physische Edelmetalle als Beimischung zum Portfolio nachzudenken. Gold und Silber kennen keine Einspeisevergütung – aber auch keine politischen Spielchen, die über Nacht die Rendite zunichtemachen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und seine Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle Beratung.

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