
Solarfirma pleite: Nach nur elf Monaten ist Schluss

Ein Unternehmen aus Kist im Landkreis Würzburg sorgt für ein bemerkenswertes Kapitel deutscher Energiewende-Wirtschaft: Die LuMack Pro GmbH ist zahlungsunfähig und überschuldet. Das Amtsgericht Würzburg eröffnete am 1. September 2026 das Insolvenzverfahren. Der Antrag lag dem Gericht bereits seit dem 28. Mai vor.
Besonders pikant: Ins Handelsregister eingetragen wurde die Firma erst am 11. September 2025. Zwischen offiziellem Start und Insolvenzeröffnung lagen damit keine zwölf Monate.
Breites Angebot, dünne Datenlage
Das Geschäftsmodell las sich wie ein Katalog der Energiewende: Photovoltaik, Wärmepumpen, Klimatechnik, Elektro- und Dacharbeiten, dazu der Vertrieb von Windkraftanlagen. Das Stammkapital betrug 25.000 Euro, gegründet wurde die Gesellschaft laut Registervertrag schon im Mai 2025.
Belastbare Geschäftszahlen? Fehlanzeige. Öffentliche Jahresabschlüsse mit Umsatz- oder Ergebnisangaben liegen für die junge Gesellschaft nicht vor. Wie es wirtschaftlich bergab ging, lässt sich aus veröffentlichten Unterlagen deshalb nicht nachzeichnen.
Auch die größte Gesellschafterin steckt in der Insolvenz
Ein Blick auf die Eigentümerstruktur macht die Lage noch brisanter. Die LuMack Holding GmbH hält den Registerdaten zufolge 45 Prozent der Anteile – und ist selbst insolvent. Über ihr Vermögen eröffnete dasselbe Gericht bereits am 27. August 2026 ein Verfahren, ebenfalls wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.
Beide Gesellschaften teilen sich die Geschäftsanschrift in Kist, auch personell gibt es Überschneidungen in der Geschäftsführung. Die Holding firmierte zuvor als LuMack Solar GmbH; seit Juli 2025 besteht ihr Zweck vor allem im Halten und Verwalten von Beteiligungen.
Diese Fristen gelten jetzt für Gläubiger
Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Würzburger Rechtsanwalt Matthias Reinel. Die wichtigsten Eckdaten aus dem Beschluss:
- Forderungsanmeldung bis 14. Oktober 2026
- Widerspruchsfrist bis 16. November 2026
- Das Verfahren läuft zunächst schriftlich
- Zahlungen von Schuldnern gehen an den Verwalter, nicht mehr an die Firma
Ob der Betrieb fortgeführt oder stillgelegt wird, ist offen. Der Beschluss nennt beide Möglichkeiten. Angaben zur Beschäftigtenzahl oder zu offenen Kundenaufträgen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Ein Einzelfall? Wohl kaum
Der Fall fügt sich in ein größeres Bild. Medienberichten zufolge erschüttert seit Monaten eine Pleitewelle die deutsche Solarbranche – vom Modulhersteller Soluxtec, der Ende April 2026 Insolvenz anmeldete, bis zu Anbietern im Steckersolar-Geschäft. Genannt werden dafür Nachfrageeinbrüche nach dem Förder-Hype, harter Preiswettbewerb aus Asien und hohe Kosten.
Auch gesamtwirtschaftlich ist die Lage angespannt: Nach Erhebungen von Wirtschaftsforschern erreichten die Firmenpleiten im ersten Quartal 2026 den höchsten Stand seit über zwei Jahrzehnten, Kreditauskunfteien meldeten für das erste Halbjahr rund 12.900 Unternehmensinsolvenzen – ein Plus von knapp acht Prozent.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier die Kehrseite einer Politik, die ganze Branchen an Subventionen und wechselnden Förderkulissen aufhängt. Wo der Staat den Markt takten will, entstehen Boom-Strukturen, die beim ersten Gegenwind kippen – auf Kosten von Kunden, Lieferanten und Beschäftigten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Wer Vermögen aufbauen oder sichern möchte – etwa durch physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio –, sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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