
Slomka warnt vor US-Verhältnissen – doch wie neutral ist der ÖRR wirklich?
Die ZDF-Moderatorin Marietta Slomka schlägt Alarm: Die Entwicklungen in der amerikanischen Medienlandschaft seien ein Warnsignal für Deutschland. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur äußerte die 56-Jährige ihre Besorgnis über eine mögliche Fragmentierung der deutschen Medien nach US-Vorbild. Doch bei genauerer Betrachtung drängt sich die Frage auf: Ist die Sorge der langjährigen „heute journal"-Moderatorin nicht ein wenig scheinheilig?
Die Angst vor der politischen Spaltung
Slomka kritisiert, dass in den USA die Wahl des Nachrichtensenders bereits viel über die politische Haltung des Zuschauers aussage. Fox News gilt als rechtskonservativ und ist der Lieblingssender von US-Präsident Donald Trump, während CNN dem Präsidenten kritisch gegenübersteht. Diese Form der Fragmentierung hält die Journalistin für „hochproblematisch".
„Ich hoffe sehr, dass wir uns in Deutschland nicht in diese Richtung bewegen. Das ist eine Sorge, die ich wirklich habe."
Die Moderatorin betont stolz, dass Formate wie das „heute journal" nicht in eine bestimmte politische Blase sendeten, sondern ein breites Publikum mit unterschiedlichen Hintergründen, Meinungen und Erwartungen erreichten. Doch stimmt das wirklich?
Der blinde Fleck des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Was Slomka in ihrer Analyse geflissentlich übersieht, ist die Tatsache, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland selbst längst nicht mehr als neutral wahrgenommen wird. Zahlreiche Studien und Umfragen belegen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung den ÖRR als politisch einseitig empfindet – und zwar keineswegs als ausgewogen zwischen links und rechts.
Die Berichterstattung über Themen wie Migration, Klimapolitik oder die Corona-Maßnahmen hat bei vielen Bürgern das Vertrauen in die vermeintliche Objektivität der Öffentlich-Rechtlichen nachhaltig erschüttert. Kritische Stimmen werden oft als „populistisch" abgestempelt, während bestimmte politische Positionen – insbesondere jene der Grünen und der politischen Linken – überproportional wohlwollend dargestellt werden.
Wer definiert eigentlich „Populismus"?
Besonders aufschlussreich ist Slomkas Verweis auf „populistische Kräfte", die durch Clickbaiting, Emotionalisierung und Personalisierung die gesellschaftliche Polarisierung befeuerten. Diese Formulierung offenbart ein bezeichnendes Weltbild: Kritik am Establishment wird reflexartig als populistisch diskreditiert, während die eigene Berichterstattung als objektiv und ausgewogen verkauft wird.
Dabei vergisst die erfahrene Journalistin offenbar, dass auch der ÖRR selbst nicht frei von Emotionalisierung und Personalisierung ist. Die einseitige Berichterstattung über bestimmte Politiker, die moralische Aufladung von Sachthemen und die oft tendenziöse Auswahl von Interviewpartnern sprechen eine deutliche Sprache.
Das eigentliche Problem: Mangelnde Selbstreflexion
Wenn Slomka vor US-amerikanischen Verhältnissen warnt, sollte sie vielleicht zunächst vor der eigenen Haustür kehren. Die Fragmentierung der Medienlandschaft ist nicht zuletzt eine Reaktion auf die wahrgenommene Einseitigkeit der etablierten Medien. Viele Bürger wenden sich alternativen Informationsquellen zu, weil sie sich vom ÖRR nicht mehr repräsentiert fühlen.
Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, wäre es an der Zeit, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein eigenes Handeln kritisch hinterfragt. Eine echte Vielfalt der Meinungen, eine ausgewogene Darstellung konservativer Positionen und ein respektvoller Umgang mit Andersdenkenden wären ein guter Anfang, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.
Nach 25 Jahren beim „heute journal" sollte Marietta Slomka eigentlich wissen: Glaubwürdigkeit beginnt mit Selbstkritik – nicht mit Belehrungen an andere.

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