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Kettner Edelmetalle
31.03.2026
16:33 Uhr

Sixt-Chef entlarvt EU-Flottenquoten als planwirtschaftlichen Irrsinn

Was passiert, wenn BrĂŒsseler BĂŒrokraten glauben, sie könnten den Markt besser steuern als Millionen von Verbrauchern? Man bekommt Planwirtschaft im grĂŒnen Gewand. Genau das kritisiert nun Konstantin Sixt, Vorstandschef des deutschen Autovermietungsriesen, in ungewöhnlich deutlichen Worten. Die EU-Kommission plant verpflichtende Elektroquoten fĂŒr gewerbliche Fahrzeugflotten – und der Mann, der eine der grĂ¶ĂŸten E-Flotten Europas betreibt, hĂ€lt die PlĂ€ne fĂŒr brandgefĂ€hrlich.

83 Prozent bis 2030: BrĂŒssels Wunschdenken trifft auf die RealitĂ€t

Die Zahlen, die aus den EntwĂŒrfen der EU-Kommission durchsickern, lesen sich wie aus einem FĂŒnfjahresplan: Bis 2030 sollen in Deutschland 83 Prozent aller gewerblichen Fahrzeuge emissionsarm oder emissionsfrei betrieben werden. Bis 2035 soll dieser Anteil gar auf 95 Prozent klettern. Man fragt sich unwillkĂŒrlich, ob in BrĂŒssel irgendjemand schon einmal versucht hat, an einer deutschen AutobahnraststĂ€tte eine LadesĂ€ule zu finden, die tatsĂ€chlich funktioniert.

Konstantin Sixt bringt es auf den Punkt: Der Entwurf sei ein Paradebeispiel dafĂŒr, „wie gut gemeinte Politik in die Planwirtschaft abrutschen kann". Ein bemerkenswerter Satz. Denn er kommt nicht von einem Elektro-Skeptiker, sondern von einem Unternehmer, der nach eigenen Angaben massiv in ElektromobilitĂ€t investiert hat und E-Fahrzeuge teilweise sogar gĂŒnstiger anbietet als vergleichbare Verbrenner. Wenn selbst die Vorreiter warnen, sollte man in BrĂŒssel vielleicht einmal innehalten.

Der Kunde will nicht – und BrĂŒssel hört nicht zu

Besonders entlarvend ist eine Erkenntnis, die Sixt aus der eigenen Unternehmenspraxis teilt: „Wir mussten feststellen, dass unsere Kunden das Transformationstempo nicht mitgehen wollten." Da ist er also, der unbequeme Elefant im Raum. Die Nachfrage fehlt. Nicht weil die Menschen technikfeindlich wĂ€ren, sondern weil die Rahmenbedingungen schlicht nicht stimmen. Unzureichende Ladeinfrastruktur, horrende Strompreise, mangelnde Reichweite – die Liste der Hindernisse ist lang, und sie wird von der Politik konsequent ignoriert.

Statt die Grundlagen zu schaffen, greift BrĂŒssel zum Instrument des Zwangs. Quoten, Vorschriften, Verbote. Es ist das immergleiche Muster einer Politik, die den BĂŒrger und den Unternehmer nicht als mĂŒndigen Akteur begreift, sondern als zu erziehenden Untertan. Dass dabei die Kosten explodieren werden, liegt auf der Hand. Sixt selbst warnt unmissverstĂ€ndlich: Sollten sich die Fahrzeugkosten erhöhen, mĂŒsse man diese an die Kunden weitergeben. Der Mietwagen wird also teurer – und am Ende zahlt wieder der kleine Mann.

Chinas Dominanz als strategisches Risiko

Ein Aspekt, der in der öffentlichen Debatte viel zu selten beleuchtet wird, ist die wachsende AbhĂ€ngigkeit von China. Die Volksrepublik dominiert die globale Batterieproduktion mit erdrĂŒckender Marktmacht. Wer die europĂ€ische Automobilflotte im Eiltempo elektrifizieren will, macht sich zwangslĂ€ufig abhĂ€ngig von Pekings Gnaden. Man tauscht also die vermeintliche AbhĂ€ngigkeit von fossilen Brennstoffen gegen eine reale AbhĂ€ngigkeit von chinesischen Batteriezellen. Ob das im Sinne europĂ€ischer SouverĂ€nitĂ€t ist, darf bezweifelt werden.

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte: Dieselbe EU, die sich gerne als geopolitischer Akteur inszeniert und strategische Autonomie predigt, treibt mit ihrer Regulierungswut die eigene Industrie in die Arme des grĂ¶ĂŸten geopolitischen Rivalen. Die deutsche Automobilindustrie, einst Stolz und RĂŒckgrat der Volkswirtschaft, wird zwischen BrĂŒsseler Quotenwahn und chinesischer Marktdominanz regelrecht zerrieben.

Infrastruktur vor Ideologie

Sixt formuliert eine Forderung, die eigentlich selbstverstĂ€ndlich sein sollte: „Wenn Politik ElektromobilitĂ€t beschleunigen will, muss sie zuerst die Rahmenbedingungen schaffen – insbesondere eine flĂ€chendeckende Schnellladeinfrastruktur und wettbewerbsfĂ€hige Strompreise." Es ist die alte Weisheit, dass man das Pferd nicht von hinten aufzĂ€umen sollte. Doch genau das geschieht.

Deutschland leistet sich bereits heute die höchsten Strompreise Europas – eine direkte Folge der ideologiegetriebenen Energiewende, die unter der Ampelregierung ihren traurigen Höhepunkt erreichte. Erst kĂŒrzlich wurde bekannt, dass der deutsche Steuerzahler allein im Jahr 2025 rund 435 Millionen Euro fĂŒr Strom bezahlen musste, der nie ins Netz eingespeist wurde. WindrĂ€der und Solaranlagen produzieren munter vor sich hin, doch die Netze können die Energie nicht aufnehmen. In diesem Umfeld sollen nun Millionen von Elektrofahrzeugen geladen werden? Die Rechnung geht hinten und vorne nicht auf.

Dabei ist Sixt durchaus kein grundsĂ€tzlicher Gegner der ElektromobilitĂ€t. Im Gegenteil: Das Unternehmen sieht sich als „Begeisterungsbeschleuniger" fĂŒr E-Autos und berichtet, dass viele Kunden ihr erstes Elektrofahrzeug ĂŒber eine Anmietung ausprobieren wĂŒrden. Der Markt funktioniert also – wenn man ihn lĂ€sst. Doch genau das scheint in BrĂŒssel niemand zu wollen.

Die Entlassungswelle rollt weiter

Die Konsequenzen dieser Politik sind bereits heute sichtbar. Bosch baut 22.000 Stellen in Deutschland ab – weit mehr als ursprĂŒnglich geplant. Volkswagen kĂ€mpft mit massiven Sparprogrammen. Die gesamte Zuliefererindustrie Ă€chzt unter dem Transformationsdruck, der nicht vom Markt, sondern von der Politik diktiert wird. Jeder verlorene Arbeitsplatz in der Automobilindustrie ist ein Zeugnis des Versagens einer Politik, die Ideologie ĂŒber wirtschaftliche Vernunft stellt.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hĂ€tte die Chance, hier gegenzusteuern und in BrĂŒssel klare Kante zu zeigen. Ob sie diese Chance nutzt, bleibt abzuwarten. Die bisherigen Signale sind bestenfalls gemischt. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur klingt zunĂ€chst vielversprechend, doch ob davon tatsĂ€chlich etwas bei der dringend benötigten Ladeinfrastruktur ankommt, steht in den Sternen.

Eines steht fest: Wenn Europa seine Automobilindustrie nicht an die Wand fahren will, muss es aufhören, den Markt mit planwirtschaftlichen Quoten zu gĂ€ngeln. Die ElektromobilitĂ€t wird sich durchsetzen – aber nur dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Verbraucher freiwillig umsteigen. Zwang hat noch nie Innovation befördert. Er hat sie immer nur erstickt.

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