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Kettner Edelmetalle
06.02.2026
10:40 Uhr

Silber wird zur strategischen Waffe: Chinas Exportbeschränkungen erschüttern den Weltmarkt

Silber wird zur strategischen Waffe: Chinas Exportbeschränkungen erschüttern den Weltmarkt

Was sich seit dem Jahreswechsel auf dem globalen Silbermarkt abspielt, gleicht einem tektonischen Beben. Die Volksrepublik China hat zum 1. Januar 2026 ein neues Exportsystem für das weiße Edelmetall eingeführt, das weit mehr darstellt als eine bürokratische Formalie. Es handelt sich um nichts Geringeres als die Aktivierung einer wirtschaftlichen Waffe im schwelenden Handelskrieg mit dem Westen.

Vom Rohstoff zum strategischen Metall

Die Zeiten, in denen Silber als gewöhnlicher Rohstoff galt, sind endgültig vorbei. Peking hat das Edelmetall in den Rang eines strategischen Metalls erhoben – eine Einstufung, die auch in den USA und Europa längst Realität ist. Die Konsequenzen dieser Neuklassifizierung sind drastisch: Die offenen Exportquoten, die bis zum 31. Dezember 2025 für in China raffiniertes Silber galten, gehören der Vergangenheit an.

Während bis Ende letzten Jahres selbst kleinere Anbieter ihre Silberhalbfabrikate ohne Genehmigung ins Ausland verkaufen durften, ist nun eine Ausfuhrgenehmigung des Handelsministeriums in Peking zwingend erforderlich. Der Clou dabei: Nur Unternehmen, die jährlich mehr als 80 Tonnen raffiniertes Silber produzieren, dürfen überhaupt einen Antrag stellen.

Staatskonzerne übernehmen das Ruder

Diese Regelung ist ein Meisterstück strategischer Industriepolitik. Kleine und mittlere Raffinerien werden faktisch vom Exportgeschäft ausgeschlossen. Übrig bleiben die Giganten – staatsnahe Konzerne, die sich durch ihre enge Verflechtung mit der Parteiführung auszeichnen. Für die Jahre 2026 und 2027 wurden lediglich 44 Unternehmen zum Export zugelassen. Eine drastische Reduktion, die den Markt fundamental verändert.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Experten rechnen damit, dass die chinesischen Silberexporte in diesem Jahr um 30 bis 50 Prozent einbrechen werden. Bei einer geschätzten Jahresproduktion von etwa 21.000 Tonnen und bisherigen Exporten von rund 4.000 Tonnen bedeutet dies, dass westliche Unternehmen plötzlich bis zu 2.000 Tonnen Silber aus alternativen Quellen beschaffen müssen.

Die wahre Motivation hinter der "Ressourcensicherheit"

Offiziell begründet Peking die Maßnahme mit Schlagworten wie "industrielle Sicherheit" und "Ressourcensicherheit". Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt die wahre Strategie. China hat längst verstanden, welche Schlüsselrolle Silber für die Zukunftsindustrien spielt: Solarmodule, Batterietechnologie, Halbleiter und Militärtechnik – überall ist das weiße Metall unverzichtbar.

Das Drehbuch ist bekannt: Erst den Markt dominieren, dann den Zugang beschneiden, schließlich die Preise diktieren.

Nach den Seltenen Erden, Gallium und Antimon ist Silber nun das nächste Opfer dieser Strategie. Der Westen hat diese Entwicklung verschlafen – wieder einmal. Während in Berlin und Brüssel über Gendersternchen und Klimaneutralität debattiert wird, sichert sich China systematisch die Kontrolle über kritische Rohstoffe.

Ein Trumpf in Pekings Hand

Die Vorteile für China liegen auf der Hand: Die heimische Industrie erhält bevorzugten Zugang zu knappen Ressourcen, während die Regierung einen mächtigen Verhandlungshebel gegenüber dem Westen in der Hand hält. Diese neue Machtposition dürfte schon bald zum Einsatz kommen – möglicherweise als Reaktion auf die von US-Präsident Trump verhängten Strafzölle.

Für Anleger, die ihr Vermögen langfristig absichern möchten, unterstreicht diese Entwicklung einmal mehr die Bedeutung physischer Edelmetalle. Gold und Silber in physischer Form bieten einen Schutz vor geopolitischen Verwerfungen und Währungsrisiken, den kaum eine andere Anlageklasse bieten kann.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Erwerb von Wertpapieren oder Edelmetallen eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen sowie eigene Recherchen durchführen.

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