
Siemens-Rekordgewinn: Wenn Erfolg und Stellenabbau Hand in Hand gehen
Der MĂŒnchner Technologiekonzern Siemens prĂ€sentiert sich in Bestform: Mit einem Gewinn von 10,4 Milliarden Euro im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr vermeldet das Unternehmen einen Anstieg von satten 16 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Konzernchef Roland Busch schwelgt in Superlativen und spricht von einem "Meilenstein" â es sei bereits der dritte Rekordgewinn in Folge. Doch wĂ€hrend die Champagnerkorken in den Chefetagen knallen dĂŒrften, mĂŒssen Tausende Mitarbeiter um ihre Jobs bangen.
Die Schattenseite des Erfolgs
Was fĂŒr eine perfide Ironie: WĂ€hrend Siemens "stĂ€rker denn je" dasteht, wie Busch betont, plant der Konzern gleichzeitig den Abbau von 6.000 Stellen weltweit. Besonders bitter: Fast die HĂ€lfte davon, nĂ€mlich 2.750 ArbeitsplĂ€tze, sollen in Deutschland wegfallen. Man fragt sich unweigerlich: Ist das die neue deutsche WirtschaftsrealitĂ€t? Rekordgewinne auf Kosten der heimischen Belegschaft?
Die euphemistisch als "KapazitĂ€tsanpassungen" bezeichneten KĂŒndigungswellen sollen auch im laufenden GeschĂ€ftsjahr weitergehen. Finanzvorstand Ralf Thomas hat dafĂŒr bereits 350 bis 400 Millionen Euro fĂŒr Abfindungen reserviert. Ein Trostpflaster fĂŒr die Betroffenen? Wohl kaum, wenn man bedenkt, dass ihre ArbeitsplĂ€tze trotz blendender GeschĂ€ftszahlen geopfert werden.
Milliardenschwere UmbauplĂ€ne â aber nicht fĂŒr Deutschland?
Besonders aufschlussreich ist, wohin die Reise fĂŒr Siemens geht: Eine Milliarde Euro will der Konzern in den kommenden drei Jahren in KI-Anwendungen investieren. Der Clou dabei: Diese Investitionen sollen an der US-WestkĂŒste umgesetzt werden. Buschs BegrĂŒndung liest sich wie eine schallende Ohrfeige fĂŒr den Standort Deutschland: Man brauche ein "unreglementiertes Umfeld" und die "besten Leute" â beides finde man offenbar nur in den USA.
"Wir werden weiter an laufenden KapazitÀtsanpassungen arbeiten, vor allem in unserem Automatisierungs-GeschÀft, und daran, WettbewerbsfÀhigkeit in allen Bereichen zu sichern."
Diese Aussage von Finanzvorstand Thomas klingt wie blanker Hohn angesichts der Tatsache, dass Deutschland einst als Wiege der Automatisierungstechnik galt. Nun wandert das Know-how ab, wÀhrend hierzulande die Lichter ausgehen.
Der groĂe Ausverkauf geht weiter
Als wĂ€re der Stellenabbau nicht genug, trennt sich Siemens auch noch von seiner Mehrheitsbeteiligung an der profitablen Tochter Siemens Healthineers. Aktien im Wert von 15 Milliarden Euro sollen an die AktionĂ€re abgegeben werden. Die BegrĂŒndung? Die GeschĂ€fte wĂŒrden "immer weiter auseinanderdriften". Man könnte auch sagen: Der Konzern zerlegt sich selbst in mundgerechte HĂ€ppchen fĂŒr die KapitalmĂ€rkte.
Der Verkauf der Innomotics-Sparte brachte bereits einen milliardenschweren Sondereffekt, der maĂgeblich zum Rekordgewinn beitrug. Es drĂ€ngt sich der Verdacht auf: Werden hier die Kronjuwelen verscherbelt, um kurzfristig die Bilanzen aufzuhĂŒbschen?
Ein Symptom fĂŒr Deutschlands Niedergang?
Die Siemens-Story ist symptomatisch fĂŒr die Misere des Wirtschaftsstandorts Deutschland. WĂ€hrend die Ampel-Koalition mit ideologischen GrabenkĂ€mpfen beschĂ€ftigt war und die neue GroĂe Koalition unter Friedrich Merz trotz vollmundiger Versprechen neue Schulden in Höhe von 500 Milliarden Euro fĂŒr ein "Sondervermögen" plant, stimmen die Unternehmen mit den FĂŒĂen ab.
Die Botschaft ist eindeutig: Innovation und Wachstum finden woanders statt. Deutschland wird zur verlÀngerten Werkbank degradiert, wÀhrend die zukunftstrÀchtigen Bereiche ins Ausland abwandern. Und die Politik? Sie schaut tatenlos zu oder verschlimmert die Situation noch durch immer neue Regulierungen und Belastungen.
Es ist höchste Zeit fĂŒr einen Kurswechsel. Deutschland braucht wieder eine Politik, die Unternehmen nicht vertreibt, sondern anzieht. Die ArbeitsplĂ€tze schafft, statt sie zu vernichten. Die den Standort stĂ€rkt, statt ihn zu schwĂ€chen. Sonst werden wir noch viele solcher "Erfolgsmeldungen" lesen mĂŒssen â Rekordgewinne bei gleichzeitigem Stellenabbau, bis vom einstigen Industriestandort Deutschland nur noch eine leere HĂŒlle ĂŒbrig ist.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















