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27.02.2026
12:31 Uhr

Selbstbedienungsladen Bundestag: Abgeordnete gönnen sich satte 500 Euro mehr pro Monat

Selbstbedienungsladen Bundestag: Abgeordnete gönnen sich satte 500 Euro mehr pro Monat

Während Millionen Deutsche unter steigenden Lebenshaltungskosten ächzen, bei jedem Einkauf im Supermarkt schlucken müssen und sich fragen, wie sie die nächste Nebenkostenabrechnung stemmen sollen, bedienen sich die 630 Bundestagsabgeordneten einmal mehr großzügig aus dem Steuertopf. Ab dem 1. Juli steigen die Diäten um satte 4,2 Prozent – das entspricht einem Plus von 497 Euro monatlich. Fast 500 Euro. Einfach so.

Der Automatismus, der niemanden mehr fragt

Das Perfide an dieser Gehaltserhöhung: Es muss nicht einmal mehr darüber abgestimmt werden. Zu Beginn der laufenden Legislaturperiode haben die Abgeordneten – in einem Akt bemerkenswerter Selbstfürsorge – beschlossen, dass sich ihre Bezüge automatisch an den Nominallohnindex des Statistischen Bundesamtes koppeln. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner muss das Plus lediglich als Drucksache veröffentlichen, und schon fließt das Geld. Keine Debatte, keine kritischen Nachfragen, kein unbequemes Abstimmungsergebnis. Man hat sich den lästigen demokratischen Prozess schlicht vom Hals geschafft.

Die steuerpflichtigen Bezüge der Volksvertreter klettern damit von bisher 11.833,47 Euro auf rund 12.330 Euro monatlich – und durchbrechen erstmals die magische Grenze von 12.000 Euro. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Arbeitnehmer in Deutschland verdient brutto etwa 4.100 Euro im Monat. Ein Abgeordneter kassiert also das Dreifache – und das, ohne dass man bei vielen von ihnen den Eindruck gewinnen könnte, sie würden auch nur annähernd das Dreifache leisten.

Dritte kräftige Erhöhung in Folge

Es handelt sich bereits um die dritte deutliche Diätenerhöhung seit 2022. Im Vorjahr stiegen die Bezüge um 5,4 Prozent, 2023 sogar um sechs Prozent. Man könnte fast meinen, es gäbe in diesem Land keine drängenderen Probleme als die Alimentierung der politischen Klasse. Während Rentner mit Minirenten auskommen müssen, während der Mittelstand unter der Steuerlast zusammenbricht und während Handwerker und Pflegekräfte für einen Bruchteil dieser Summen schuften, kennt die Selbstbedienung im Hohen Haus offenbar keine Obergrenze.

Klöckner profitiert gleich doppelt

Besonders üppig fällt die Erhöhung für Bundestagspräsidentin Julia Klöckner aus. Sie erhält als Amtsgehalt eine zweite Diät und kommt damit künftig auf 24.661 Euro monatlich – ein Plus von fast 1.000 Euro. Ihre Stellvertreter dürfen sich über künftig 18.496 Euro freuen. Summen, von denen die allermeisten Bürger dieses Landes nicht einmal zu träumen wagen.

Doch damit nicht genug: Die Erhöhung wirkt sich auch auf die Pensionsansprüche aus. Für jedes Mandatsjahr erhalten Abgeordnete 2,5 Prozent der Diäten als Altersversorgung. Nach einer vollen Legislaturperiode von vier Jahren sind das zehn Prozent der Aktivenbezüge – konkret steigt die Pension von 1.183 auf 1.233 Euro. Klingt zunächst bescheiden? Ein Durchschnittsverdiener müsste für eine vergleichbare Rente 30 Jahre lang arbeiten. Dreißig Jahre harter Arbeit gegen vier Jahre Parlamentszugehörigkeit. Man muss diese Zahl wirken lassen.

Die wachsende Kluft zwischen Volk und Volksvertretern

Es ist diese schleichende, aber stetige Entfremdung zwischen der politischen Klasse und den Menschen, die sie eigentlich vertreten sollte, die das Vertrauen in die Demokratie untergräbt. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versprochen, keine neuen Schulden zu machen – stattdessen wurde ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschlossen, das kommende Generationen belasten wird. Die Inflation frisst die Ersparnisse der Bürger auf, und gleichzeitig genehmigen sich die Abgeordneten automatische Gehaltserhöhungen, die an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt sind – eine Lohnentwicklung wohlgemerkt, die bei vielen Arbeitnehmern längst nicht mit der realen Teuerung Schritt hält.

Wer in diesen Zeiten sein Vermögen vor der schleichenden Entwertung schützen möchte, sollte über physische Edelmetalle als Beimischung im Anlageportfolio nachdenken. Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihren Wert bewahrt – ganz ohne automatische Erhöhungsmechanismen und ganz ohne die Gnade eines Parlamentsbeschlusses. Während Papiergeld durch politische Entscheidungen entwertet werden kann, bleibt das Edelmetall ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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