
Schüsse vom Motorrad: Putins Bomber-General schwer verletzt

Ein Motorradfahrer mit Helm, zwei Schüsse, dann die Flucht: In der russischen Region Saratow ist am Morgen des 3. September ein hochrangiger Militär angegriffen worden. Russische Medien nennen als Opfer Generalmajor Nikolai Warpachowitsch, Kommandeur einer Bomberdivision. Der Schütze entkam unerkannt.
Der Tathergang – und was offiziell bestätigt ist
Gesichert ist bislang wenig. Das regionale Ermittlungskomitee bestätigte lediglich, dass ein russischer Militärangehöriger verletzt und in ein Krankenhaus gebracht wurde. Nach Angaben der staatlichen Agentur Tass wurde ein Verfahren wegen versuchten Mordes und eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Waffenrecht eingeleitet, am Tatort seien Hülsen und Geschosse sichergestellt worden.
Den Namen des Verletzten nannten die Behörden nicht. Dass es sich um Warpachowitsch handeln soll, berichten mehrere russische Medien und Telegram-Kanäle aus dem Umfeld der Sicherheitsapparate – aufgegriffen auch von ukrainischer Seite.
Die Schilderungen weichen voneinander ab: Ein Kanal spricht von einem privaten Grundstück, ein anderer davon, der Offizier sei beim Verlassen eines Geschäfts beschossen worden. Ein Geschoss soll das Gesicht getroffen haben, ein zweites Oberkörper oder Bauch. Auch der Fahrer des Generals sei getroffen worden. Unabhängig überprüfbar ist all das nicht.
Drei Tage vorher: Der Vorwurf aus Kiew
Brisant ist das Timing. Nur drei Tage vor den Schüssen hatten der ukrainische Sicherheitsdienst SBU und die Generalstaatsanwaltschaft den General in Abwesenheit zum Verdächtigen in einem Kriegsverbrechensverfahren erklärt.
Nach Darstellung des SBU soll Warpachowitsch am 8. Juli 2024 den Befehl zum Raketenangriff auf die Kiewer Kinderklinik Ochmatdyt gegeben haben. Einheiten seiner 22. schweren Bomberdivision hätten von einem Tu-95MS-Bomber aus einen Marschflugkörper vom Typ Ch-101 gestartet. Mehr als 600 Patienten sollen sich damals in der Klinik befunden haben; zwei Menschen starben, darunter eine Ärztin, Dutzende wurden verletzt.
Verurteilt ist der General nicht. Ob er den Angriff persönlich befahl, ist Gegenstand ukrainischer Ermittlungen und nicht unabhängig belegt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die UN-Spur – und Moskaus Version
Unabhängig geprüft wurde immerhin die Herkunft des Flugkörpers. Die UN-Menschenrechtsmission kam nach Auswertung von Videomaterial und Spuren am Einschlagsort zu dem Schluss, die Klinik sei mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt von einer russischen Rakete getroffen worden. Die toxikologische Abteilung wurde zerstört, das Zentrum für Kinderkardiologie schwer beschädigt.
Moskau wies die Verantwortung zurück und verwies auf die ukrainische Luftabwehr. Die UN-Untersuchung stützt diese Darstellung nicht.
Die EU hatte Warpachowitsch bereits im Dezember 2024 auf ihre Sanktionsliste gesetzt – begründet mit der Rolle seiner in Engels-2 stationierten Division, nicht mit einem persönlichen Abschussbefehl.
Ein Krieg, der nicht mehr nur an der Front stattfindet
Zu den Schüssen bekannte sich zunächst niemand. Kiew übernahm keine Verantwortung, Belege für eine ukrainische Beteiligung gibt es nicht. Die zeitliche Nähe zur SBU-Mitteilung dürfte Spekulationen dennoch befeuern.
Beobachter sehen darin ein Muster: Der Konflikt frisst sich immer tiefer ins russische Hinterland – mit gezielten Attacken auf Einzelpersonen. Für Europa bedeutet das: Die Eskalationsspirale dreht sich weiter, während die Politik in Berlin und Brüssel auf Sicht fährt.
Wer in solch unruhigen Zeiten sein Vermögen breit aufstellt, zieht traditionell auch physische Edelmetalle als Baustein der Absicherung in Betracht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
- Themen:
- #Energie

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











