Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
05.03.2026
22:59 Uhr

Schülerstreik gegen Wehrdienst: Wenn Naivität auf Realität trifft

Schülerstreik gegen Wehrdienst: Wenn Naivität auf Realität trifft

Mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler haben am Donnerstag in rund 130 deutschen Städten gegen den neuen Wehrdienst demonstriert. Auf dem Berliner Potsdamer Platz versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 3.000 Teilnehmer – weit weniger als die von den Veranstaltern großspurig angekündigten 10.000. Bundesweit sollten es angeblich über 50.000 gewesen sein. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch diese Protestbewegung.

Pappschilder statt Argumente

„Friedrich Merz an die Front" und „Warum wir und nicht ihr" – so lauteten die Parolen auf den Pappschildern der überwiegend jugendlichen Demonstranten. Dazwischen wehten palästinensische Fahnen, Antifa-Banner und BSW-Logos. Eine bemerkenswerte Mischung, die weniger an eine durchdachte sicherheitspolitische Debatte erinnert als an ein ideologisches Sammelsurium, bei dem sich jeder bedient, der gerade etwas gegen den Staat vorzubringen hat.

Während auf der Bühne Reden gehalten wurden, saß ein Teil der Demonstranten auf dem Boden und spielte Uno. Man möchte fast sagen: Ein Sinnbild für den Ernst, mit dem hier über die Verteidigungsfähigkeit einer Nation diskutiert wird.

Was das Gesetz tatsächlich vorsieht

Doch wogegen richtet sich der Protest eigentlich konkret? Seit Anfang des Jahres gilt das sogenannte Wehrpflichtmodernisierungsgesetz. Junge Männer ab dem Jahrgang 2008 müssen einen Fragebogen mit zwölf Fragen ausfüllen – für Frauen ist dies freiwillig. Ab Juli 2027 soll eine verpflichtende Musterung eingeführt werden. Das erklärte Ziel: Die Bundeswehr von derzeit rund 186.000 aktiven Soldaten auf 260.000 aufzustocken, ergänzt durch 200.000 Reservisten. Erst wenn jährliche Zwischenziele verfehlt werden oder die Sicherheitslage es erfordert, könnte der Bundestag eine Bedarfswehrpflicht beschließen.

Wohlgemerkt: Aktuell gibt es keine Wehrpflicht. Es gibt einen Fragebogen. Dass bereits zwölf Fragen als „übergriffig" empfunden werden, wie der 18-jährige Ari auf der Kundgebung erklärte, sagt vielleicht mehr über den Zustand einer Generation aus als über den Zustand des Gesetzes.

Die gefährliche Illusion vom ewigen Frieden

„Militarisierung ist nicht die Lösung für die Konflikte in der Welt", verkündete der 17-jährige Felix auf der Demonstration. „Die globale Aufrüstungsspirale führt nicht zu Frieden, sie führt nur zu Angst vor dem anderen", sekundierte sein Freund Ari. Schöne Worte. Doch während deutsche Jugendliche auf dem Potsdamer Platz Kartenspiele spielen und Weltfrieden fordern, tobt in der Ukraine seit über drei Jahren ein brutaler Angriffskrieg. Im Nahen Osten eskaliert die Gewalt in einem Ausmaß, das selbst hartgesottene Beobachter erschüttert.

Die Frage, die sich stellt, ist unbequem, aber notwendig: Wer soll dieses Land verteidigen, wenn es darauf ankommt? Die Vorstellung, dass Abrüstung und Friedenspolitik allein ausreichen, um Aggressoren wie Wladimir Putin von ihren Expansionsgelüsten abzubringen, ist nicht nur naiv – sie ist gefährlich. Die Geschichte lehrt uns mit brutaler Deutlichkeit, dass Frieden durch Stärke gesichert wird, nicht durch Wunschdenken.

Instrumentalisierung durch linke Kräfte

Besonders aufschlussreich ist das politische Umfeld, in dem sich dieser Protest bewegt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützte die Berliner Demonstration offiziell. Die Linke und das BSW waren mit eigenen Gruppen vertreten. Eine Lehrerin einer integrierten Sekundarschule brachte Siebt- und Achtklässler zur Kundgebung – Kinder, die von einer möglichen Musterung noch Jahre entfernt sind und die sich, wie die Lehrerin selbst einräumte, vor allem über kostenlose Aufkleber freuten.

Man darf sich durchaus fragen, ob hier tatsächlich die authentische Sorge junger Menschen zum Ausdruck kommt oder ob eine gut organisierte linke Infrastruktur Schüler als Kulisse für ihre eigene antimilitaristische Agenda benutzt. Die Resolutionen der Veranstalter, die auf Instagram verbreitet wurden, lesen sich jedenfalls weniger wie die Sorgen von Teenagern und mehr wie das Programm einer marxistischen Hochschulgruppe: „Die Wehrpflicht ist Teil von Deutschlands Kampf um Macht in der Welt für Märkte, Ressourcen und Handelswege."

Zwischen berechtigter Sorge und ideologischer Verblendung

Natürlich ist die Angst junger Menschen vor einem Krieg verständlich und menschlich. „Wir haben keinen Bock, im Schützengraben zu sterben", rief eine Rednerin von der Bühne. Niemand hat das. Doch die Schlussfolgerung, dass man deshalb die Landesverteidigung vernachlässigen sollte, ist ein logischer Kurzschluss von erschreckender Tragweite.

Die 17-jährige Olivia beklagte, dass in Berlin Gelder für Kultur gestrichen würden, um sie für Waffen auszugeben. „Warum kämpfen wir dann überhaupt, wenn wir gar keine Kultur mehr haben?", fragte sie rhetorisch. Eine hübsche Formulierung – die allerdings übersieht, dass es ohne Sicherheit auch keine Kultur gibt. Die Ukrainer können davon ein Lied singen.

Bemerkenswert ist auch die Erwähnung einer Lehrerin, wonach unter Schülern Gerüchte kursierten, man könne auf dem Fragebogen angeben, Cannabis zu konsumieren oder homosexuell zu sein, um einer möglichen Einberufung zu entgehen. Dass solche Ausweichstrategien bereits diskutiert werden, bevor überhaupt eine Wehrpflicht existiert, offenbart ein tiefgreifendes Problem: eine Gesellschaft, die den Gedanken an Pflicht und Dienst am Gemeinwesen als Zumutung empfindet.

Deutschland braucht Verteidigungsfähigkeit – keine Traumtänzerei

Die Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die damit verbundene Schuldenlast kommende Generationen schwer belasten wird. Doch die personelle Ausstattung der Bundeswehr ist mindestens ebenso wichtig wie die materielle. Jahrzehntelang wurde die Truppe kaputtgespart, vernachlässigt und von der Politik als Stiefkind behandelt. Dass nun ausgerechnet der Versuch, diese Versäumnisse zu korrigieren, auf derart heftigen Widerstand stößt, ist bezeichnend für den Zustand der deutschen Debattenkultur.

Die Jugendlichen auf dem Potsdamer Platz forderten „mehr Mitbestimmung". Das ist ihr gutes Recht in einer Demokratie. Doch Mitbestimmung setzt auch Verantwortungsbewusstsein voraus – und die Bereitschaft, unbequeme Wahrheiten anzuerkennen. Eine davon lautet: Freiheit ist nicht kostenlos. Sie muss verteidigt werden können. Wer das nicht begreift, hat die Lektion der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts nicht verstanden.

Dass ausgerechnet in einer Zeit, in der Russland einen Angriffskrieg in Europa führt und die geopolitische Lage so instabil ist wie seit Jahrzehnten nicht, deutsche Schüler gegen die bloße Möglichkeit einer Landesverteidigung auf die Straße gehen, sollte uns alle nachdenklich stimmen. Nicht über die Jugendlichen selbst – sondern über ein Bildungssystem und eine Gesellschaft, die es offenbar versäumt haben, ihnen die Grundlagen von Sicherheitspolitik zu vermitteln.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen