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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
10:53 Uhr
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Sanktions-Hammer aus Brüssel: Kallas kündigt größte Liste aller Zeiten an

Sanktions-Hammer aus Brüssel: Kallas kündigt größte Liste aller Zeiten an
Symbolbild: KI-generiert

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will die Russland-Sanktionen im Herbst massiv ausweiten. In einem Zeitungsinterview sprach die Estin am Montag von der „weitreichendsten Sanktionsliste seit Beginn des Krieges“. Wird ihr Vorschlag beschlossen, soll die Zahl der sanktionierten russischen Personen, Unternehmen und Organisationen um rund ein Drittel steigen.

Ihre Begründung: Weil Moskau auf dem Schlachtfeld nicht durchkomme, richte es seine Raketen zunehmend gegen ukrainische Zivilisten und Infrastruktur. Das sei „systematischer Terror“, sagte Kallas. Auch Angriffe auf getreidebeladene Schiffe im Schwarzen Meer gefährdeten die globale Nahrungsversorgung.

Eine Billion Euro – und was hat es gebracht?

Kallas rechnet vor, die bisherigen Strafmaßnahmen hätten Russlands Kriegsmaschinerie schon mehr als eine Billion Euro gekostet. Sie hoffe zudem, dass Europa und die USA beim Thema Sanktionen wieder engmaschiger zusammenarbeiteten.

„Der Druck muss verstärkt werden, bis Russland den Krieg beendet.“

Seit Februar 2022 hat die EU 21 Sanktionspakete verabschiedet – das jüngste am 23. Juli 2026. Nach Angaben der EU-Kommission enthielt es die höchste Zahl an Einträgen seit vier Jahren: über hundert Banken und Krypto-Anbieter, mehr als 40 Schiffe der sogenannten Schattenflotte, Raffinerien in Russland und Belarus sowie über 50 Firmen des militärisch-industriellen Komplexes. Dazu kommt die Einigung, ein Einreiseverbot für russische Kampftruppen vorzubereiten.

Der blinde Fleck: die Rechnung für Europa

Was in Brüssel selten laut ausgesprochen wird: Sanktionen sind keine Einbahnstraße. Der Abriss der Energiepartnerschaft hat die deutsche Industrie mit Strom- und Gaspreisen konfrontiert, die im internationalen Vergleich Gift für die Wettbewerbsfähigkeit sind. Chemie, Stahl, Maschinenbau – die energieintensiven Kerne des Standorts haben Federn gelassen.

Kritiker der EU-Sanktionspolitik verweisen zudem auf die Löcher im Netz. Medienberichten zufolge dient etwa Indien inzwischen als Schlupfloch für europäische Technologie, russisches Öl fließt über Umwege weiter. Wer 21 Pakete braucht, um Wirkung zu erzielen, muss sich die Frage nach der Trefferquote gefallen lassen – zumal Beobachter der Chefdiplomatin ohnehin ein schwieriges Standing bescheinigen: Berichten zufolge wollen mehrere Schlüsselstaaten ihre Kompetenzen beschneiden.

Wenn Geopolitik zum Preistreiber wird

Für Sparer und Unternehmer ist die Lage unangenehm eindeutig: Jede neue Eskalationsstufe verteuert Energie, Rohstoffe und Lieferketten – und trifft am Ende auch Haushalte, die mit hohen Abgaben, teurer Energie und schwacher Konjunktur längst am Limit sind. Die Bundesregierung setzt gleichzeitig auf Milliarden-Sondervermögen. Bezahlt wird das über Steuern, Abgaben und Kaufkraftverlust.

Kein Zufall, dass Anleger nach Ankern suchen. Marktberichten zufolge notierte der Goldpreis zu Wochenbeginn wieder in der Nähe von 4.400 US-Dollar je Feinunze. Gold kennt keine Sanktionsliste, keinen Ratsbeschluss und kein Ausfallrisiko einer Gegenpartei. Genau darin liegt seine Rolle in Zeiten, in denen politische Entscheidungen im Wochenrhythmus ganze Märkte umsortieren.

Ob die 22. Runde tatsächlich das erreicht, was 21 Vorgänger nicht geschafft haben – ein Ende des Krieges –, ist offen. Was sicher ist: Die Kosten trägt Europa mit.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen. Die Einordnungen entsprechen unserer Meinung und den uns vorliegenden Informationen.

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