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25.10.2026
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Ryanair halbiert BER-Angebot: Hauptstadt verliert zwölf Strecken!

Seit diesem Sonntag hat der Hauptstadtflughafen BER rund die Hälfte seines Ryanair-Angebots verloren. Zum Start des Winterflugplans streicht die irische Billigfluglinie zwölf Verbindungen ab Berlin, das haben Ryanair und die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) mitgeteilt. Sechs Ziele erreicht man von der Hauptstadt aus künftig gar nicht mehr direkt.

Diese Ziele sind ab Berlin nicht mehr direkt erreichbar

Nach Angaben der FBB fallen folgende Strecken ersatzlos weg:

  • Palermo
  • Marseille
  • Triest
  • Reggio Calabria
  • Tallinn
  • Pisa

Wer im Winter nach Sizilien, in die Toskana oder ins Baltikum will, muss also umsteigen. Das kostet Zeit, Nerven und oft auch mehr Geld.

Bei den anderen sechs Strecken springt die Konkurrenz ein. Gran Canaria fliegen künftig Easyjet, Eurowings und Sundair an. Fuerteventura und Lanzarote übernehmen Easyjet und Eurowings, Bologna bedient Eurowings allein. Nach Thessaloniki geht es mit Easyjet und Aegean, nach Vilnius mit Wizz Air.

Basis geschlossen, Flugzeuge abgezogen

Ganz überraschend kommt der Kahlschlag nicht. Ryanair hatte schon im April angekündigt, die Berliner Basis zum 24. Oktober 2026 dichtzumachen. Medienberichten zufolge waren dort zuletzt sieben Maschinen stationiert. Berlin wird zwar weiter angeflogen, aber nur noch von Flugzeugen, die anderswo zu Hause sind.

Ryanair begründet den Schritt mit den Kosten. Seit Jahren beklagt die Airline die hohen Standortgebühren in Deutschland, und am BER seien sie besonders hoch. Laut Berichten nennt sie dabei auch die Luftverkehrsteuer.

Die Steuersenkung kam zu spät und war zu klein

Dabei hat die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz reagiert: Zum 1. Juli 2026 wurde die Luftverkehrsteuer gesenkt, die Flugsicherungsgebühren wurden eingefroren. Ryanair holte daraufhin Branchenberichten zufolge rund 300.000 zusätzliche Sitzplätze nach Deutschland zurück. Profitiert haben aber Flughäfen mit niedrigen Gebühren wie Köln, Weeze, Memmingen und Bremen. Berlin und Hamburg gelten bei Ryanair weiterhin als zu teuer.

Die Airline wirbt offen mit einem Gegenangebot. Würden die Luftverkehrsteuer abgeschafft und die Gebühren gesenkt, wolle man die Passagierzahl in Deutschland auf 34 Millionen pro Jahr verdoppeln. Im Gespräch sind 30 zusätzliche Flugzeuge, Investitionen von rund drei Milliarden US-Dollar und mehr als 1.000 Arbeitsplätze. Diese Jobs entstehen derzeit woanders, etwa in Schweden, Ungarn, der Slowakei oder Italien. Dort wurden Luftverkehrsteuern ganz abgeschafft.

Schwerer Schlag für die Flughafenkasse

Für die FBB geht es ums Geld. Flughafenchefin Aletta von Massenbach rechnet auch wegen des Rückzugs mit sinkenden Passagierzahlen: Nach 26,1 Millionen im Vorjahr sollen es 2026 nur noch rund 25,7 Millionen werden. Für das kommende Jahr erwartet sie 25 bis 25,2 Millionen.

Eigentlich sollten es 2027 bis zu 27 Millionen Fluggäste sein. Daraus wird jetzt nichts. Für einen Flughafen, der erst 2020 nach jahrelangen Pannen und explodierenden Kosten eröffnet wurde, ist das bitter. Statt endlich zu wachsen, verliert der BER Passagiere.

Ein Warnsignal für den Standort Deutschland

Aus Sicht unserer Redaktion ist der BER ein Lehrstück. Ein Staat, der seine Bürger und Unternehmen mit Steuern, Abgaben und Gebühren überzieht, darf sich über Abwanderung nicht wundern. Die Airlines ziehen dorthin, wo sich Fliegen noch lohnt. Die Rechnung zahlen Familien, Urlauber und Geschäftsreisende aus der Region: weniger Auswahl, mehr Umstiege und wahrscheinlich höhere Preise.

Die Hauptstadt muss nun zusehen, wie die Konkurrenz die Lücken nur teilweise füllt. Die halbherzige Steuersenkung aus Berlin hat daran offenbar nichts geändert.

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