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Rüstungs-Boom aus Schweden: Saab verdreifacht Aufträge dank Ukraine!

Rüstungs-Boom aus Schweden: Saab verdreifacht Aufträge dank Ukraine!
Symbolbild: KI-generiert

Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat am Freitag Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Neuaufträge haben sich binnen eines Jahres mehr als verdreifacht. Treiber sind ein Kampfjet-Deal mit der Ukraine, ein Großauftrag aus dem Nahen Osten und neue Fregatten der Deutschen Marine.

Zahlen, die selbst Optimisten überraschen

Saab meldet Auftragseingänge von 65,8 Milliarden schwedischen Kronen, umgerechnet rund 6,6 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es nur 20,9 Milliarden Kronen. Die Marktbeobachter von FactSet hatten mit 56,4 Milliarden gerechnet.

Auch sonst lieferten die Schweden. Der Umsatz stieg auf 20,6 Milliarden Kronen, erwartet waren 20 Milliarden. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 1,95 Milliarden Kronen ebenfalls leicht über der Prognose von 1,9 Milliarden. Der Auftragsbestand wuchs bis Ende September auf 364,2 Milliarden Kronen, zu Jahresbeginn waren es 274,5 Milliarden. Damit wächst er seit sechs Quartalen in Folge.

Gripen für Kiew, Radar für die Golfregion

Den größten Brocken liefert die Ukraine. Saab verbuchte im Quartal einen Vertrag über 16 Kampfjets vom Typ Gripen E im Wert von 24,6 Milliarden Kronen. Geschlossen wurde er mit der schwedischen Rüstungsbeschaffungsbehörde, die Unterschrift fiel schon in den Juni. Ausgeliefert werden sollen die Maschinen 2029 und 2030. Bis dahin vergehen also noch Jahre, und ob der Krieg dann noch läuft, weiß niemand.

Hinzu kommt ein Auftrag über 10,1 Milliarden Kronen für das Überwachungsflugzeug GlobalEye. Den Kunden aus dem Nahen Osten nennt Saab nicht. Konzernchef Micael Johansson spricht von einer weiter steigenden Nachfrage:

"The growing customer demand is reflected in major contract awards, including Gripen for Ukraine, GlobalEye and an order related to Germany's new frigates."

Berlins Fregatten-Desaster füllt schwedische Kassen

Für deutsche Leser ist der dritte Posten besonders aufschlussreich. Saab erhält rund 8,7 Milliarden Kronen, umgerechnet etwa 800 Millionen Euro, für die Ausrüstung von Kriegsschiffen der Deutschen Marine. Laut Fachberichten liefert der Konzern Gefechtsführungssysteme, Radare und Verbundstrukturen für vier Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU. Hauptauftragnehmer ist TKMS, die Lieferungen sind für 2029 bis 2032 geplant.

Dahinter steckt ein Kurswechsel in Berlin. Medienberichten zufolge hat der Bund das Programm F126 gestoppt, nachdem es sich über Jahre verzögert hatte und die Kosten stark gestiegen waren. Es galt als größtes Marineprojekt seit 1945. Jetzt sollen schnellere und günstigere MEKO-Schiffe die Lücke schließen. Für Kritiker zeigt der Fall, wie schwerfällig die deutsche Rüstungsbeschaffung ist. Die Rechnung zahlen am Ende die Steuerzahler.

Volle Auftragsbücher, nervöse Anleger

An der Stockholmer Börse legte die Saab-Aktie nach Handelsbeginn um rund zwei Prozent zu. Der europäische Leitindex Stoxx 600 gab zur selben Zeit 0,4 Prozent nach. Saab baut Kampfjets, U-Boote, Raketen und Elektronik. Seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine 2022 sind die Bestellungen rasant gestiegen.

Trotzdem hat die Aktie in den vergangenen Monaten nachgegeben, wie viele Titel der Branche. Ein Teil der Anleger fragt sich, ob die Bewertungen der Rüstungskonzerne schneller gestiegen sind, als die Industrie überhaupt liefern kann. Ein voller Auftragsbestand allein schützt vor solchen Zweifeln nicht.

Mehr Jets, aber nicht über Nacht

Johansson nennt Luftraumverletzungen, Drohnenvorfälle und die laufenden Konflikte als Gründe für die hohe Nachfrage. Saab baue seine Produktion aus und investiere mehr. Schon im Juli hatte der Konzern angekündigt, die Jet-Fertigung von 15 auf 20 bis 30 Maschinen pro Jahr steigern zu wollen.

Der Saab-Chef fordert außerdem, dass Europas Regierungen ihre Rüstungskäufe grundlegend umstellen. Statt viele kleine nationale Bestellungen brauche es langfristige Partnerschaften mit der Industrie. Daran hat es in Brüssel und Berlin bislang gefehlt.

Unterm Strich zeigt der Rüstungsboom, wie unsicher die Weltlage ist und wie stark die Staaten dafür neue Schulden machen. Wer sein Vermögen vor Krisen und schleichender Geldentwertung schützen will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio nutzen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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