
Russisches Haus in Berlin: 50 Kündigungen auf einen Schlag!

In der Berliner Friedrichstraße gehen die Lichter aus: Nach der Entscheidung der Bundesregierung, das Russische Haus zu schließen, sind Medienberichten zufolge die Verträge aller rund 50 Mitarbeiter und Lehrkräfte gekündigt worden. Sechs aus Russland entsandte Beschäftigte haben Deutschland bereits verlassen – darunter die kommissarische Leiterin des Kulturzentrums, die mit Diplomatenstatus akkreditiert war.
Fast alle Betroffenen hätten ihre Arbeit schon beendet, heißt es. Nur einige nach deutschem Arbeitsrecht Angestellte arbeiten noch bis zum Ende ihrer Kündigungsfrist. Betroffen sind laut dem Bericht auch rund 15 Russischlehrer, die auf Basis von Dienstleistungsverträgen unterrichteten.
Warum jetzt – wenn der Betrieb erst Mitte 2027 endet?
Bemerkenswert ist das Tempo. Deutschland hatte am 1. September das deutsch-russische Kulturinstitutsabkommen von 2011 gekündigt, der Betrieb als Kulturinstitut soll nach Angaben des Auswärtigen Amtes jedoch erst Mitte 2027 auslaufen. Die Kündigungen kommen damit Monate vor dem offiziellen Ende.
Das Auswärtige Amt hatte Anfang September alle entsandten Mitarbeiter zur Ausreise aufgefordert. Welche Frist dafür galt, wurde bislang nicht öffentlich mitgeteilt. Knapp ein Dutzend der übrigen Beschäftigten seien deutsche Staatsbürger – sie waren von der Ausreiseaufforderung nicht betroffen.
Eine Sprengstoff-Drohne als Wendepunkt
Auslöser der Eskalation ist ein Vorfall, der Deutschland kalt erwischte: Am 4. August war im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen eine mit Sprengstoff und Zündmechanismus präparierte Drohne entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt und sprach von einem schwerwiegenden Angriff auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur; nach Medienberichten waren insgesamt drei Drohnen im Spiel.
Die Bundesregierung macht Russland verantwortlich. Außenminister Johann Wadephul (CDU) ordnete die Schließung des Russischen Hauses und des russischen Generalkonsulats in Bonn zum 18. September an – laut Berichten die härtesten diplomatischen Strafmaßnahmen seit dem Beginn des Ukraine-Krieges 2022. Moskau weist die Vorwürfe zurück: Präsident Wladimir Putin sprach von einem „schweren Fehler“ und nannte die Belege „gefälscht“, ohne dies zu belegen.
Moskaus Antwort: Goethe-Institute dicht
Die Retourkutsche folgte prompt. Das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg muss ebenfalls spätestens am 18. September schließen, die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk ihre Arbeit zum 13. September einstellen.
„Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ihre Arbeit in Russland zum 13. September 2026 niederlegen“, erklärte Goethe-Generalsekretärin Gitte Zschoch.
Kurios bleibt die Immobilienfrage: Grundstück und Gebäude in der Friedrichstraße gehören dem Bund und werden von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet. Russland besitzt aber über ein separates Liegenschaftsabkommen von 2013 langfristige Nutzungsrechte – mit einer Kündigungsfrist von 99 Jahren. Das Auswärtige Amt prüft nach eigenen Angaben Auswege. Ein Lehrstück darüber, wie deutsche Vertragskunst zur Falle werden kann.
Was Anleger daraus lernen
Betreiber des Hauses ist die staatliche Agentur Rossotrudnitschestwo, die die EU nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 sanktionierte. Jahrelang wurde über die Einrichtung diskutiert, nun geht alles binnen Tagen. Der russischsprachige Buchladen im Haus will laut einem Mitarbeiter in Berlin bleiben – notfalls an anderem Standort.
Für Beobachter zeigt der Fall vor allem eines: Die Sicherheitslage in Europa verschärft sich, hybride Angriffe treffen Infrastruktur mitten in Deutschland. In solchen Phasen suchen viele Bürger Stabilität – physisches Gold und Silber gelten traditionell als krisenfeste Beimischung eines breit gestreuten Vermögens.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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