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Kettner Edelmetalle
10.07.2026
11:34 Uhr

Rückzug aus Erbil: Wenn Berlin nur noch reagiert, statt zu handeln

Es ist ein Bild, das die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik in einem einzigen Vorgang zusammenfasst: Die Bundeswehr räumt ihr Feldlager im nordirakischen Erbil – nicht etwa, weil man selbst zu einem strategischen Schluss gekommen wäre, sondern schlicht deshalb, weil die Amerikaner gehen. Und wenn die USA gehen, dann geht auch der Schutzschirm. Ohne fremde Flugabwehr steht die deutsche Truppe im Regen. Willkommen in der Realität deutscher Wehrhaftigkeit im Jahr 2026.

Ein Abzug im Windschatten Washingtons

Wie das Verteidigungsministerium den Bundestag am Freitagmorgen informiert habe, so die Berichterstattung, solle der komplette Rückzug bis Ende September vollzogen sein. Der Grund sei denkbar entlarvend: Die Vereinigten Staaten zögen sich aus dem multinationalen Camp am Rande des Flughafens von Erbil zurück – und mit ihnen die schützenden US-Luftabwehrsysteme. Deutschland, so muss man es nüchtern formulieren, ist militärisch nicht in der Lage, den eigenen Soldaten in einem Krisengebiet einen ausreichenden Schutz aus eigener Kraft zu garantieren.

Man stelle sich das einmal vor: Eine der größten Volkswirtschaften der Welt, die gerade Hunderte Milliarden an neuen Schulden für Infrastruktur und Aufrüstung durch das Parlament peitscht, kann rund 30 verbliebene Soldaten im Nordirak nicht eigenständig absichern. Wer schützt hier eigentlich wen?

Zwischen den Fronten eines eskalierenden Konflikts

Das internationale Camp war seit dem Beginn der US-israelischen Militärschläge gegen den Iran im Frühjahr immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsaktionen. Zwar hätten sich die Raketen- und Drohnenangriffe nicht direkt gegen die Bundeswehr gerichtet, doch die räumliche Nähe im gemeinsamen Lager habe die deutschen Soldaten wieder und wieder in die Schutzbunker getrieben. Ein Dasein im Kellergewölbe, während über den Köpfen der Nahost-Konflikt tobt – so sieht das Ende einer Mission aus, die einst mit großen Worten begann.

Ein Einsatz, der 2015 gegen den "Islamischen Staat" begann, endet nun still und leise – nicht durch eigene Stärke, sondern durch fremde Entscheidungen.

Vom Kampf gegen den IS zum geräuschlosen Abgang

Rückblende: 2015 hatte die damalige Bundesregierung entschieden, deutsche Ausbilder in den Nordirak zu entsenden, um die kurdischen Peschmerga im Kampf gegen die vorrückenden Terror-Milizen zu stärken. Deutschland lieferte sogar Waffen. In den Folgejahren wurde die Beratung fortgesetzt, man beteiligte sich an einer internationalen Anti-Terror-Mission. Es war einer jener Auslandseinsätze, die stets von wohlklingenden Versprechen begleitet wurden – und deren Ende nun kaum jemand in Berlin öffentlich thematisieren mag.

Pistorius will bleiben – irgendwie

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wolle die Beratung der Peschmerga trotz der Schließung des Feldlagers fortführen. Eine Handvoll Militärberater solle auch nach Ende September in Erbil verbleiben, künftig jedoch im deutschen Generalkonsulat statt im Feldlager am Flughafen. Ein Kompromiss, der symbolisch für den Zustand deutscher Sicherheitspolitik stehen mag: Man will präsent sein, ohne wirklich handlungsfähig zu bleiben. Man will Gesicht wahren, ohne Verantwortung tragen zu können.

Die entscheidende Frage bleibt: Wann endlich begreift die deutsche Politik, dass Souveränität nicht am Reißbrett der Verbündeten endet? Ein Land, das seine eigenen Soldaten nur unter dem Schirm anderer schützen kann, hat seine sicherheitspolitische Selbstbestimmung längst verspielt. Und das ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die stille Sorge vieler Bürger, die zusehen, wie Deutschland international an Statur verliert.

Was bleibt: Unsicherheit als Konstante

Der Abzug aus Erbil ist mehr als eine logistische Fußnote. Er ist ein Sinnbild für eine Nation, die in der Welt von heute reagiert, statt zu gestalten. In Zeiten, in denen geopolitische Verwerfungen, Kriege und Währungsturbulenzen die Tagesordnung bestimmen, wird eines immer deutlicher: Verlässlichkeit findet man selten in politischen Versprechen. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sucht sie zunehmend in bewährten Sachwerten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie in unruhigen Zeiten als stabiler Anker eines breit gestreuten Portfolios dienen können – unabhängig davon, welche Regierung gerade welche Rückzugsgefechte führt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie uns vorliegende Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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