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Rheinmetall-Beben: Zweite Prognose-Pleite schickt Aktie in den Keller!

Rheinmetall-Beben: Zweite Prognose-Pleite schickt Aktie in den Keller!
Symbolbild: KI-generiert

Absturz beim deutschen Rüstungsprimus: Rheinmetall hat am Mittwochabend seine Jahresprognose für 2026 schon zum zweiten Mal binnen weniger Monate gekappt. Am Donnerstag brach die Aktie in Frankfurt zeitweise um mehr als 18 Prozent ein. Sie fiel auf ein neues 52-Wochen-Tief, der Handel wurde kurzzeitig ausgesetzt. Es war der heftigste Tagesverlust seit Ende Juni.

Weniger Umsatz, weniger Marge, weniger Cash

Der Düsseldorfer Konzern rechnet für das laufende Jahr nur noch mit rund 13,2 Milliarden Euro Umsatz. Zuvor hatte er 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro angepeilt. Auch die operative Marge schrumpft in der Prognose von rund 19 auf etwa 18,5 Prozent.

Besonders bitter: Ein konkretes Ziel für die Umwandlung von Gewinn in Bargeld gibt es nicht mehr. Statt einer Cash-Conversion-Rate von über 40 Prozent verspricht das Management laut Berichten nur noch einen positiven operativen Free Cashflow. Im dritten Quartal lag dieser mit minus 82 Millionen Euro tief im roten Bereich. Analysten hatten mit einem Plus von 123 Millionen Euro gerechnet.

Der Boxer bleibt in der Garage

Hauptgrund für den Rückschlag ist ein Auftrag, der auf sich warten lässt. Der milliardenschwere Boxer-Radpanzerauftrag „Arminius“ werde 2026 voraussichtlich nicht mehr erteilt, heißt es. Anzahlungen und Umsätze rutschen damit ins Jahr 2027. Hinzu kommen Medienberichten zufolge verzögerte Abnahmen bei der Artilleriemunition.

Schon die erste Prognosesenkung im August ging auf eine Entscheidung in Berlin zurück: Damals hatte Deutschland die Bestellung von sechs F126-Fregatten storniert. Ist das die vielbeschworene „Zeitenwende“? Für Beobachter wirkt es eher so, als ob Deutschlands Beschaffungsapparat noch immer mit angezogener Handbremse fährt, während die Politik große Summen verspricht.

Starkes Quartal, schwache Aussicht

Dabei sehen die nackten Quartalszahlen keineswegs nach Krise aus. Von Juli bis September kletterte der Umsatz um 32 Prozent auf 3,149 Milliarden Euro, verfehlte die Konsensschätzung aber um 3,2 Prozent. Das operative Ergebnis wuchs um mehr als die Hälfte auf 553 Millionen Euro. Die Marge stieg auf 17,5 Prozent.

Ein Blick auf die Sparten zeigt allerdings, wo es hakt:

  • Waffe und Munition: Umsatz plus 37,3 Prozent auf 949 Millionen Euro, aber gut 5 Prozent unter den Erwartungen
  • Fahrzeugsysteme: plus 9,6 Prozent auf 1,467 Milliarden Euro, ebenfalls unter Konsens
  • Flugabwehr: plus 64,9 Prozent auf 254 Millionen Euro, klar über den Prognosen
  • Auftragsbestand: gesunken auf 78,0 Milliarden Euro nach 80,5 Milliarden zur Jahresmitte

Die Analysten von Berenberg sehen im Bereich Waffe und Munition den größten Treiber der Kürzung. Die Herabstufung zeige, wie groß das Ausführungs- und Auftragsrisiko beim massiven Hochlauf der Rüstungsprogramme bis 2030 sei. Die Bank rechne damit, dass die Aktie sich schlechter entwickle als der Markt.

Gegenwind auch aus Washington

Rheinmetall steht nicht allein im Regen. Nach dem deutlichen Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gerieten Rüstungswerte auf beiden Seiten des Atlantiks unter Druck. Anleger fürchten, dass Washington den Wehretat im kommenden Jahr kürzen könnte. Der Superzyklus der Aufrüstung, auf den viele gewettet haben, bekommt damit erste Risse.

Wie dramatisch die Talfahrt ist, zeigt der Vergleich: Am Mittwoch hatte die Aktie noch bei 1.003,40 Euro geschlossen. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 1.966 Euro. Die Mehrheit der Analysten bleibt dennoch bei „Kaufen“. Sie hat sich allerdings auch schon vor dem Absturz so positioniert.

Fazit: Politische Wetten sind wackelig

Der Fall Rheinmetall zeigt, wie stark der Kurs einer Aktie an politischen Entscheidungen hängt. Wer auf staatliche Aufträge setzt, hängt von Haushaltsdebatten, Wahlergebnissen und Behörden ab. Gold dagegen ist auf keinen Beschaffungsbeschluss aus Berlin oder Washington angewiesen. Physische Edelmetalle können deshalb eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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