
Raketen auf Riad: Huthis zielen auf Saudi-Arabiens Öl-Herzstück!

Die jemenitischen Huthi-Rebellen wollen am Dienstag das Verteidigungsministerium in Riad mit einer ballistischen Rakete getroffen haben. Parallel feuerten sie nach eigenen Angaben auf Ras Tanura, die größte Raffinerie des Königreichs am Persischen Golf. Damit trifft die Eskalation die Hauptschlagader der Ölversorgung, und an diesem Ölfluss hängt die Weltwirtschaft.
„Direkter Treffer“ oder Propaganda?
Huthi-Militärsprecher Yahya Saree verkündete den Angriff mit großer Geste. Sinngemäß übersetzt erklärte er:
„Unsere Streitkräfte haben das Verteidigungsministerium in der feindlichen saudischen Hauptstadt Riad mit einer ballistischen Rakete ins Visier genommen, und der Treffer war direkt.“
In Ras Tanura habe die Rakete zudem „massive Brände“ verursacht, behauptete Saree. Riad schildert die Lage anders. Man habe zwei ballistische Raketen über der Hauptstadt abgefangen, heißt es von saudischer Seite. Trümmerteile hätten jedoch ein Gebäude, eine Baustelle und ein Auto getroffen. Drei weitere Geschosse in Richtung Ostprovinz seien laut der saudisch geführten Militärkoalition ebenfalls abgeschossen worden.
Die Bewohner Riads warnte eine Handy-Nachricht, sie sollten Schutz suchen. Den Berichten zufolge klirrten im Stadtzentrum die Fensterscheiben. Bestimmte Ziele kommentierten die saudischen Behörden nicht. Das ist nicht ungewöhnlich, denn Riad bestätigt Treffer aus dem Jemen erfahrungsgemäß nur sehr zögerlich.
Feuer am wichtigsten Ölhafen der Welt
Laut der maritimen Sicherheitsagentur Vanguard brach in den frühen Morgenstunden im Gebiet von Ras Tanura ein Feuer aus. Es sei inzwischen unter Kontrolle. Wie groß der Schaden ist und ob die Öl-Verladung leidet, sei aber noch offen. Auch Bloomberg berief sich auf eine informierte Person, wonach ein Brand nahe dem Terminal eingedämmt worden sei.
Warum das so brisant ist? Ras Tanura verarbeitet bis zu 550.000 Barrel Rohöl pro Tag und ist gleichzeitig ein Exportterminal. Zusammen mit Yanbu am Roten Meer wickelt die Anlage nahezu die gesamten Ölexporte Saudi-Arabiens ab. Schon im März soll ein Drohnenangriff, der dem Iran zugeschrieben wird, die Raffinerie teilweise lahmgelegt haben.
Die Zielliste der Huthis
- Raffinerie Ras Tanura (Ostprovinz)
- Verteidigungsministerium in Riad
- Militärtransporter am Flughafen Nadschran und auf der King-Khalid-Luftwaffenbasis in Khamis Muschait
- Flughafen Abha (per Drohne)
- Saudische Truppenbewegungen bei Aden
Ein Flächenbrand mit Ansage
Der Angriff kam nicht aus heiterem Himmel. Medienberichten zufolge ist der lange eingefrorene Jemen-Konflikt im Juli wieder aufgeflammt, und das Monate nach Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Die Huthis riefen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien aus. Im September eroberten sie bei einer Großoffensive weite Teile der Küste am Roten Meer. Seit Wochen greifen sie Ölanlagen und zivile Ziele an, darunter Riads internationalen Flughafen.
Die Lage wird immer unübersichtlicher. Am Montag erlaubte Ägyptens Parlament auf Antrag von Präsident Abdel Fattah al-Sisi eine defensive Militärhilfe für Riad. Huthi-Politbüromitglied Mohammed Ali al-Huthi wertete das als Kriegserklärung. Kurz zuvor hatten Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan in Mekka einen Verteidigungspakt nach NATO-Vorbild unterzeichnet. Laut einem unbestätigten Bericht soll Riad den Huthis außerdem eine Milliarde Dollar für ein Ende der Angriffe angeboten haben. Man stelle sich vor: Frieden gegen Bares.
Was das für deutsche Sparer bedeutet
Für Verbraucher hierzulande ist Riad nicht weit weg. Jeder Treffer an einem Ölterminal kann die Preise an der Zapfsäule, beim Heizöl und in der Industrie nach oben treiben. Deutschland ist ohnehin durch hohe Energiekosten und eine teure Klimapolitik geschwächt, und jeder weitere Ölpreisschock trifft das Land deshalb besonders hart. Weltweit zeigt sich wieder, wie zerbrechlich die Energieversorgung ist.
In solchen Phasen zeigt physisches Gold seit Jahrhunderten seine Stärke. Es braucht kein Terminal, keine Pipeline und kein Versprechen einer Regierung. Wer sein Vermögen breit streut, kann Gold und Silber als Beimischung zur Absicherung gegen Krisen in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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