
Quittung für die GroKo: Union und SPD dümpeln bei 35 Prozent – AfD baut Vorsprung aus

Es ist ein politisches Armutszeugnis, das man kaum drastischer formulieren könnte. Gut ein Jahr nach Amtsantritt der Großen Koalition unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil kommen die einstigen Volksparteien Union und SPD in der aktuellen INSA-Erhebung gemeinsam gerade einmal auf magere 35 Prozent. Zur Erinnerung: Bei der Bundestagswahl 2025 hatten beide zusammen noch satte zehn Prozentpunkte mehr eingefahren. Wer braucht da noch Feinde, wenn man eine solche Regierungsbilanz vorzuweisen hat?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Laut der Sonntagsfrage, die das Meinungsforschungsinstitut INSA für die „Bild am Sonntag“ erhob, klettert die Union auf 22 Prozent – ein müder Punkt mehr als in der Vorwoche. Auch die SPD darf sich über einen Zugewinn freuen und landet bei 13 Prozent. Klingt nach einem Erfolg? Mitnichten. Wer von einem derart tiefen Niveau aus einen einzigen Prozentpunkt gutmacht, sollte sich nicht zu früh freuen.
Stärkste Kraft bleibt – und das mit beachtlichem Abstand – die AfD mit unverändert 29 Prozent. Sieben Prozentpunkte vor der Union. Das ist keine Eintagsfliege mehr, sondern verfestigt sich zu einem politischen Dauerzustand, den die etablierten Parteien offenbar weder verstehen noch ernst nehmen wollen.
Wenn eine Regierungskoalition aus den beiden traditionsreichsten Parteien des Landes zusammen nicht mehr Stimmen auf sich vereint als eine einzige Oppositionspartei, dann ist das kein statistisches Detail – es ist ein Misstrauensvotum des Souveräns.
Wer gewinnt, wer verliert
Die Grünen verharren stoisch bei 14 Prozent, während die Linke einen Punkt einbüßt und nun bei 10 Prozent liegt. FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht treten weiter bei jeweils 3 Prozent auf der Stelle – beide würden den Einzug in den Bundestag verpassen. Auf die übrigen Parteien entfallen zusammen 6 Prozent.
Warum die Bürger abwandern
Man muss kein Prophet sein, um die Gründe für diesen Vertrauensverlust zu erkennen. Da wäre das angekündigte 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das künftige Generationen in Schuldenketten legt – ausgerechnet von einem Kanzler, der im Wahlkampf vollmundig versprochen hatte, keine neuen Schulden aufzunehmen. Da wäre die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045, die der ohnehin gebeutelten Industrie weitere Fesseln anlegt. Und da wäre die Migrationspolitik, die viele Bürger in ihrem Alltag zunehmend als Bedrohung empfinden.
Die Menschen spüren, dass ihre realen Sorgen – steigende Preise, schwindende Sicherheit, eine kränkelnde Wirtschaft – in Berlin allenfalls als lästige Randnotiz behandelt werden. Wer regiert hier eigentlich für wen?
Was bedeutet das für den eigenen Geldbeutel?
Politische Instabilität und ausufernde Staatsverschuldung sind Gift für die Kaufkraft. Wenn der Staat die Notenpresse über Sondervermögen und neue Schulden anwirft, zahlt am Ende der Bürger die Zeche – in Form schleichender Geldentwertung. Genau in solchen Zeiten besinnen sich kluge Sparer auf bewährte Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie Krisen, Währungsreformen und politische Verwerfungen überdauern. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind sie ein solider Anker, wenn das Vertrauen in Politik und Papierwährung erodiert.
Zur Methodik: Für den „Sonntagstrend“ befragte INSA im Zeitraum vom 8. bis 12. Juni 2026 insgesamt 1.203 Personen.
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