
Putins Bittgang nach Peking: Wie der Kreml Xi zur Megapipeline drängen will

Wladimir Putin macht sich erneut auf den Weg nach China – und im Reisegepäck liegt seit Jahren dasselbe Anliegen: Kraft Sibiriens 2. Das russische Pipeline-Projekt, das jährlich bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas über die Mongolei ins Reich der Mitte pumpen soll, ist längst zu einem Symbol geworden – nicht für russische Stärke, sondern für die schmerzhafte Abhängigkeit Moskaus von Pekings Wohlwollen. Bereits zum fünften Mal seit Beginn der Invasion in der Ukraine im Februar 2022 versucht der Kreml-Chef, seinen "Freund" Xi Jinping zu einer Unterschrift zu bewegen. Bislang ohne Erfolg.
Ein Megaprojekt, das seit über einem Jahrzehnt in der Warteschleife hängt
Kreml-Berater Juri Uschakow ließ verlauten, das Vorhaben stehe offiziell auf der Tagesordnung und werde "sehr detailliert" besprochen. Was diplomatisch klingt, ist in Wahrheit ein klares Eingeständnis: Russland sitzt am kürzeren Hebel. Seit über zehn Jahren scheitern die Verhandlungen an einem zentralen Punkt – dem Preis. Peking verlangt Lieferkonditionen, die sich teilweise sogar am russischen Inlandspreis orientieren würden. Eine Forderung, die noch vor wenigen Jahren als Affront gegolten hätte. Doch die Zeiten haben sich gedreht.
Seit dem Ende der Nord-Stream-Lieferungen nach Europa und dem für 2027 beschlossenen kompletten EU-Gasausstieg hängt Gazprom wie ein Bittsteller an Asiens Türschwelle. Die bestehende Pipeline Kraft Sibiriens hat Ende 2024 mit rund 38 Milliarden Kubikmetern jährlich ihre Kapazitätsgrenze erreicht – mehr geht nicht. Ohne neue Großabnehmer im Osten droht dem einstigen Gas-Giganten der schleichende Bedeutungsverlust.
Der Iran-Krieg als unverhoffter Joker
Ausgerechnet die Eskalation im Nahen Osten könnte Putins Karten plötzlich verbessern. Die Blockade der Straße von Hormus hat rund 20 Prozent der weltweiten LNG-Ströme empfindlich gestört. Für China, das traditionell stark auf Flüssiggasimporte über den Seeweg setzt, ist das ein Weckruf. Stabile Pipeline-Lieferungen gewinnen wieder an strategischer Attraktivität.
Der Politikwissenschaftler Wang Yiwei von der Renmin University erklärte laut Bloomberg, die Iran-Krise zeige, dass die Sicherheit traditioneller Transportwege keineswegs selbstverständlich sei. China müsse alternative Versorgungsrouten stärker absichern. Auch die Oxford-Expertin Michal Meidan sieht darin einen möglichen Wendepunkt – warnt jedoch zugleich davor, dass Peking eine zu große Abhängigkeit von russischen Pipelines stets vermeiden wollte.
39-köpfige Delegation: Russland fährt schwere Geschütze auf
Wie verzweifelt Moskau um den Deal ringt, zeigt allein die Größe der Reisegesellschaft. Neben Außenminister Sergej Lawrow und Zentralbankchefin Elwira Nabiullina sind auch die Schwergewichte der russischen Energiewirtschaft mit von der Partie: Gazprom-Chef Alexej Miller, Rosneft-Lenker Igor Setschin und Novatek-Boss Leonid Michelson. Insgesamt 39 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Staatskonzernen, rund 40 Dokumente sollen unterzeichnet werden. Bloomberg berichtet, Gazprom habe inzwischen ein außerordentlich günstiges Preisangebot vorgelegt – eine endgültige Zustimmung aus Peking liege dennoch nicht vor.
Was das alles mit Deutschland zu tun hat
Während Berlin sich in ideologischer Selbstkasteiung übt und den Gasausstieg bis 2027 durchpeitscht, sortieren sich die globalen Energieströme neu. Russland und China rücken zusammen, die Pipelines verschieben sich gen Osten – und Deutschland, einst industrielles Herz Europas, schaut zu, wie es sich seiner eigenen Wettbewerbsfähigkeit beraubt. Die Klimaneutralität bis 2045 ist mittlerweile sogar im Grundgesetz verankert, ein historisch einmaliger Akt politischer Selbstfesselung. Die Folgen werden Generationen deutscher Bürger über Steuern und Energiekosten abbezahlen müssen.
Geopolitische Umwälzungen, energiepolitische Erpressbarkeit, brüchige Lieferketten und ein Westen, der sich seine eigenen Industrien zerlegt – wer in solchen Zeiten ausschließlich auf Papierwerte und volatile Märkte setzt, lebt gefährlich. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in jeder geopolitischen Krise der vergangenen Jahrhunderte ihren Wert bewahrt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie genau jene Stabilität, die staatliche Versprechen schon lange nicht mehr garantieren können.
Wie geht es weiter?
Die offiziellen Gespräche zwischen Putin und Xi beginnen am Mittwochmorgen in Peking, am Abend ist ein informelles Treffen bei Tee geplant – dort dürften die heikelsten Themen verhandelt werden. Eines steht jedoch fest: Russland braucht diese Pipeline heute deutlich dringender als China. Und Xi Jinping weiß das ganz genau.
Hinweis: Der vorliegende Beitrag spiegelt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen wider. Er stellt keinerlei Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung – ob in Edelmetalle, Aktien, Anleihen oder andere Anlageklassen – liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Wir empfehlen ausdrücklich, vor jeder Anlageentscheidung eigene gründliche Recherchen anzustellen oder einen qualifizierten Berater zu konsultieren.

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