Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
19.02.2026
09:46 Uhr

Pulverfass Horn von Afrika: Erdogan warnt vor israelischer Expansion – und verfolgt dabei eigene Interessen

Die geopolitische Lage am Horn von Afrika spitzt sich dramatisch zu. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einem Besuch in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die Anerkennung Somalilands durch Israel in scharfen Worten verurteilt. Das Horn von Afrika dürfe nicht zum „Schlachtfeld fremder Mächte" werden, erklärte Erdogan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed. Ein bemerkenswerter Satz – ausgerechnet aus dem Munde eines Mannes, der selbst massiv in der Region mitmischt.

Israels historischer Schritt und Somalias Empörung

Im Dezember hatte Israel als weltweit erster Staat Somaliland offiziell als unabhängigen Staat anerkannt – jene Region, die sich bereits vor über drei Jahrzehnten von Somalia losgesagt hat, international jedoch bis dato von keinem einzigen Land als souverän betrachtet wurde. Beide Seiten vereinbarten die Aufnahme vollständiger diplomatischer Beziehungen, einschließlich der Eröffnung von Botschaften. Ein Paukenschlag, der in Mogadischu wie eine Bombe einschlug.

Die somalische Regierung reagierte mit einer Schärfe, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Präsident Hassan Sheikh Mohamud sprach vor einem eigens einberufenen Sonderplenum aus Parlament und Senat von der „schwersten Verletzung" der somalischen Souveränität in der gesamten Geschichte des Landes. Das Parlament verabschiedete umgehend eine Resolution, die Israels Anerkennung für „null und nichtig" erklärt. Mogadischu kündigte an, den Fall vor die Vereinten Nationen, die Afrikanische Union und die Arabische Liga zu bringen. In der Hauptstadt gingen Hunderte Menschen auf die Straßen, um gegen die Entscheidung zu protestieren.

Ankaras doppeltes Spiel am Roten Meer

Dass Erdogan sich als Mahner gegen ausländische Einmischung inszeniert, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die Türkei unterhält in Mogadischu mit Camp Turksom ihre größte Auslandsmilitärbasis überhaupt. Dort werden somalische Soldaten ausgebildet, und ein 2024 geschlossenes Verteidigungsabkommen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sieht den Aufbau einer somalischen Marine sowie den Schutz der Seewege gegen Piraterie vor. Ankara hat also selbst handfeste strategische Interessen in der Region – und die israelische Präsenz am Roten Meer und am Golf von Aden dürfte dem türkischen Präsidenten vor allem deshalb ein Dorn im Auge sein, weil sie seinen eigenen Einfluss schmälern könnte.

Somalilands Außenministerium durchschaute dieses Manöver offenbar und forderte die Türkei auf, zur Deeskalation beizutragen, anstatt regionale Spannungen weiter anzuheizen. Eine berechtigte Forderung, die in Ankara vermutlich auf taube Ohren stoßen dürfte.

Äthiopiens verzweifelter Griff nach dem Meer

Noch brisanter wurde die Lage durch die Forderungen des äthiopischen Premierministers Abiy Ahmed. Am Rande des Treffens bat er Erdogan um diplomatische Unterstützung für Äthiopiens Streben nach einem Meereszugang. Seit der Unabhängigkeit Eritreas im Jahr 1993 ist das Land mit seinen über 130 Millionen Einwohnern ein Binnenstaat – abgeschnitten von der rund 1350 Kilometer langen Küste am Roten Meer. „Es ist nicht richtig, dass ein Land mit über 130 Millionen Einwohnern durch die Verschwörung unserer Feinde ein geografischer Gefangener bleibt", so Abiy.

Nachdem ein Abkommen über die Nutzung eines Küstenstreifens in Somaliland bereits 2024 gescheitert war, drängt Addis Abeba nun auf Zugang zum eritreischen Hafen Assab – und Abiy Ahmed deutete unverhohlen an, diesen notfalls auch mit militärischer Gewalt durchsetzen zu wollen. Eine Drohung, die angesichts der ohnehin fragilen Sicherheitslage in der Region alarmierend klingt.

Tigray: Droht ein neuer Krieg?

Die Spannungen werden durch beunruhigende Berichte über militärische Aufmärsche nahe der äthiopischen Region Tigray zusätzlich verschärft. Tigray grenzt an Eritrea, und lokale Medien berichten von wachsender Panik in den Städten der Region. Banken hätten kein Bargeld mehr, Beamte ihre Januargehälter nicht erhalten. Während des verheerenden Tigray-Krieges von 2020 bis 2022 kämpften eritreische Truppen noch an der Seite der äthiopischen Armee – doch die Bündnisse haben sich seither grundlegend verschoben, was die Gefahr eines bewaffneten Konflikts zwischen den Nachbarstaaten erheblich erhöht.

Ein geopolitisches Schachbrett mit vielen Spielern

Was sich am Horn von Afrika derzeit abspielt, ist ein Lehrstück darüber, wie schnell regionale Konflikte durch das Eingreifen externer Mächte außer Kontrolle geraten können. Israel, die Türkei, Äthiopien, Somalia, Eritrea – sie alle verfolgen eigene Interessen in einer Region, die ohnehin von Armut, Instabilität und bewaffneten Konflikten gezeichnet ist. Erdogans Warnung vor einer Eskalation mag in der Sache berechtigt sein. Doch wer selbst die größte Auslandsmilitärbasis in der Region betreibt, sollte sich mit dem erhobenen Zeigefinger vielleicht etwas zurückhalten.

Für Europa und insbesondere für Deutschland sind diese Entwicklungen von unmittelbarer Relevanz. Das Horn von Afrika ist eine der wichtigsten Transitrouten für den Welthandel – und eine der bedeutendsten Herkunftsregionen für Migration nach Europa. Jede weitere Destabilisierung dort wird unweigerlich auch auf unseren Kontinent durchschlagen. Es wäre an der Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz diese geopolitischen Realitäten endlich mit der gebotenen Ernsthaftigkeit in den Blick nimmt, anstatt sich in innenpolitischen Nebenschauplätzen zu verlieren.

In Zeiten derart wachsender geopolitischer Unsicherheiten – vom Nahost-Konflikt über den Ukraine-Krieg bis hin zu den Spannungen am Horn von Afrika – zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine solide Vermögenssicherung ist. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als krisenfester Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Anlageportfolios dienen, um das eigene Vermögen gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung abzusichern.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen