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Kettner Edelmetalle
28.05.2026
05:56 Uhr

Pulverfass Hormus: Trump zerschlägt Iran-Deal, Raketen fliegen wieder

Pulverfass Hormus: Trump zerschlägt Iran-Deal, Raketen fliegen wieder

Was für eine bittere Erkenntnis für all jene, die noch an die diplomatische Wunderheilung im Nahen Osten glaubten: Der brüchige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran liegt nach den jüngsten Eskalationen erneut in Trümmern. Während US-Präsident Donald Trump ein angebliches Kompromisspapier zum Schiffsverkehr in der Straße von Hormus kategorisch vom Tisch fegte, flogen wenige Stunden später schon wieder Drohnen und Raketen. Die Ölmärkte reagierten prompt – und mit ihnen die Nerven der Anleger weltweit.

Drohnenangriffe, Gegenschläge und ein gefährliches Echo

Nach Angaben eines anonymen Pentagon-Vertreters habe das US-Militär vier iranische Angriffsdrohnen abgeschossen und eine Bodenkontrollstation in der Hafenstadt Bandar Abbas zerstört, kurz bevor dort eine fünfte Drohne startklar gewesen sei. Die Aktionen seien „kalkuliert, rein defensiv und zur Wahrung des Waffenstillstands gedacht" gewesen, hieß es. Die iranischen Revolutionsgarden konterten umgehend: Man habe jene US-Basis ins Visier genommen, von der aus der Angriff bei Bandar Abbas gestartet worden sei, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim.

Auch Kuwait, Gastgeber einer großen amerikanischen Basis, meldete Abwehrmaßnahmen gegen anfliegende Raketen und Drohnen. In Nordisrael heulten zeitgleich die Sirenen. Die Region steht erneut am Rande eines Flächenbrandes – und das ausgerechnet in einer Phase, in der man sich vorsichtigen Optimismus erlaubt hatte.

Trump poltert, Oman zittert

Bei der Kabinettssitzung am Mittwoch zeigte sich Trump in gewohnt forscher Manier. Ein vom iranischen Staatsfernsehen kolportierter Entwurf, wonach Iran und Oman die Verwaltung der Wasserstraße gemeinsam übernehmen und der Schiffsverkehr binnen eines Monats auf Vorkriegsniveau zurückkehren solle, sei reine Fiktion. Niemand werde die Straße von Hormus kontrollieren, dröhnte Trump. „Es sind internationale Gewässer, und Oman wird sich genauso verhalten wie alle anderen – oder wir müssen sie in die Luft jagen."

Eine bemerkenswerte Wortwahl gegenüber einem Land, mit dem Washington seit Jahrzehnten militärische und wirtschaftliche Bande pflegt. Diplomatie nach Trump-Manier eben: erst die Faust, dann das Telefon. Gleichzeitig verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen die neugeschaffene iranische „Persian Gulf Strait Authority", die den Verkehr durch die Meerenge regeln sollte.

Teheran bleibt stur – und das aus gutem Grund

Auf iranischer Seite gibt man sich kämpferisch. Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Sicherheitsausschusses des iranischen Parlaments, ließ verlauten, Trumps „Rhetorik" werde Teheran nicht von seinen Kernforderungen abbringen: Urananreicherung, Mitspracherecht über die Meerenge und Aufhebung der Sanktionen. Trump pendele zwischen Drohgebärden und Appellen, weil er aus der strategischen Sackgasse keinen Ausweg finde, kommentierte Azizi via X.

Tatsächlich liegen die Positionen weiter meilenweit auseinander. Die USA bestehen darauf, dass der Iran niemals eine Atomwaffe besitzen dürfe – Außenminister Marco Rubio bekräftigte dies bei der Kabinettssitzung mit dürren Worten. Teheran wiederum beharrt darauf, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Die nukleare Frage soll laut iranischen Quellen erst in einer zweiten Verhandlungsrunde behandelt werden – eine Vertagung, die im Lager der Trump-Hardliner als rotes Tuch wirken dürfte.

Öl, Gold und die nervösen Märkte

Was bedeutet das nun für die Finanzmärkte? Nach einem Kurssturz von über fünf Prozent am Mittwoch zogen die Ölpreise nach Bekanntwerden der neuen Eskalation wieder kräftig an. US-Rohöl-Futures kletterten um mehr als drei Prozent, während Aktien nachgaben und der Dollar sich befestigte. Die durchschnittliche tägliche Schiffspassage durch die Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Verkehrs floss, ist seit den ersten US-israelischen Schlägen Ende Februar 2026 um sage und schreibe 88 Prozent eingebrochen.

Es ist genau diese Mischung aus geopolitischer Instabilität, wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Unberechenbarkeit, die seit jeher die Stunde des Goldes schlagen lässt. Während Aktienportfolios bei jedem Säbelrasseln aus Washington oder Teheran ins Schlingern geraten und Währungen wie der Euro im Strudel der Inflations- und Schuldenpolitik der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz an Kaufkraft verlieren, hat sich physisches Edelmetall über Jahrtausende als das bewährt, was Papierwerte niemals sein können: ein echter, anfassbarer Wertspeicher.

Lehren für den deutschen Anleger

Die Bundesregierung in Berlin verfolgt all diese Entwicklungen mit der diplomatischen Eleganz eines Elefanten im Porzellanladen. Statt eine eigene, kluge Energie- und Außenpolitik zu betreiben, hängt Deutschland weiter am Tropf amerikanischer Entscheidungen und europäischer Bürokratie. Das im Grundgesetz verankerte Klimaneutralitätsziel bis 2045, kombiniert mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur, wird die Inflation weiter anheizen – und die Energiepreise im Falle einer dauerhaften Hormus-Blockade gleich mit.

Der mündige Bürger sollte daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Wer sein Vermögen in stürmischen Zeiten schützen will, kommt um eine solide Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber kaum herum. Sie sind keine Spekulationsobjekte, sondern Versicherungen gegen genau jene Verwerfungen, die uns die Bilder aus Bandar Abbas, Tel Aviv und Washington täglich vor Augen führen.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen, bevor er finanzielle Entscheidungen trifft. Eine Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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