
Profi-Prognose für Gold: 4.500 Dollar bis Silvester!

Die Analysten der Branche haben ihr Urteil gefällt: Der Goldpreis dürfte das Jahr 2026 bei rund 4.500 US-Dollar je Unze beenden. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage der London Bullion Market Association (LBMA), über die Medienberichten zufolge unter anderem Kitco News berichtete. Befragt wurden im Juli 16 professionelle Marktbeobachter.
Interessant ist vor allem das Timing. Denn genau in jenem Monat rutschte das Edelmetall zwischenzeitlich unter die Marke von 4.000 Dollar – und trotzdem blieben die Profis optimistisch.
Zwischen 3.879 und 5.100 Dollar – die Spanne verrät alles
Die Prognosen gehen weit auseinander. Die kühnsten Schätzungen sehen Gold bei bis zu 5.100 Dollar, der vorsichtigste Teilnehmer traut dem Metall nur 3.879 Dollar zu. Im Schnitt erwarten die Befragten für das Gesamtjahr 2026 einen Durchschnittspreis von 4.604 Dollar je Unze.
Diese Bandbreite von über 1.200 Dollar ist bemerkenswert – und ehrlicher als jede Punktprognose. Sie zeigt: Niemand weiß, wie hart die Ausschläge kurzfristig ausfallen. Beim Grundtrend herrscht dagegen ungewöhnliche Einigkeit.
Vier Kräfte, die den Preis treiben
Als wesentliche Antreiber nennen die Analysten laut der Umfrage:
- geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten
- die Inflationsentwicklung in den USA
- den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve
- die anhaltend robuste Nachfrage der Zentralbanken
Auffällig: Der Blick der Experten habe sich im Jahresverlauf stärker auf die Fed verlagert – und zwar auf die Notenbank unter neuer Führung. Seit Mai 2026 steht Berichten zufolge Kevin Warsh an der Spitze der US-Zentralbank, nachdem die Amtszeit von Jerome Powell nach acht Jahren endete. Warsh gilt als Wunschkandidat von US-Präsident Donald Trump; Kritiker fragen offen, wie unabhängig die mächtigste Notenbank der Welt künftig noch agiere.
Der Schuldenberg im Hintergrund
Wer verstehen will, warum Gold auch nach Jahren der Rekorde gesucht bleibt, muss auf die Staatsfinanzen schauen. Medienberichten zufolge sind die Zinszahlungen der USA auf rund 100 Milliarden Dollar pro Monat geklettert, die Renditen amerikanischer Staatsanleihen erreichten zuletzt ein 25-Jahres-Hoch. Übersetzt heißt das: Der größte Schuldner der Welt bezahlt seine alten Schulden mit immer teurerem, neuem Geld.
Auch in Europa ist das Bild kaum beruhigender. Die Bundesregierung hat ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen aufgelegt – finanziert über Kredite, deren Zins und Tilgung am Ende die Steuerzahler tragen. Ein Kanzler, der vor der Wahl solide Kassen versprach, verwaltet nun einen der größten Schuldenschübe der Nachkriegsgeschichte. Für viele Bürger ist genau das der Grund, Teile ihres Vermögens außerhalb des Papiergeldsystems zu halten.
Sicherer Hafen bleibt sicherer Hafen
Aktuell notiert Gold Marktberichten zufolge in der Nähe von 4.400 Dollar, gestützt durch frische Zuflüsse in börsengehandelte Goldprodukte. Die LBMA-Teilnehmer betonen, dass das Metall seine Funktion als Absicherung in politisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten unverändert erfülle – kurzfristige Rücksetzer inklusive.
Für Sparer heißt das nüchtern: Physisches Gold und Silber sind kein Renditeversprechen, sondern eine Versicherung. Wer sie besitzt, braucht keine Punktprognose. Er braucht Geduld.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung sowie keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Prognosen Dritter können sich als falsch erweisen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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