
Preisexplosion um 200 Prozent: Wie ein Energieanbieter Zehntausende deutsche Haushalte zur Kasse bat
Es ist eine Geschichte, die exemplarisch für den Wahnsinn steht, den die deutschen Bürger seit Jahren über sich ergehen lassen müssen. Während die Energiepreise in Deutschland ohnehin zu den höchsten der industrialisierten Welt gehören, nutzte ein Anbieter namens ExtraEnergie die Panik der Energiekrise 2022 offenbar als willkommene Gelegenheit, seinen Kunden tief in die Taschen zu greifen. Nun könnte Zehntausenden Verbrauchern endlich Gerechtigkeit widerfahren – dank einer Musterfeststellungsklage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).
Verträge? Nur Makulatur, wenn die Marge lockt
Der Energieversorger, der unter klangvollen Namen wie ExtraGas, PrioStrom oder HitEnergie am Markt auftrat, soll im Sommer 2022 die Preise für seine Bestandskunden trotz laufender Verträge angehoben haben – und zwar teils um mehr als 200 Prozent. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen. Ein Vertrag, der eigentlich Verlässlichkeit garantieren sollte, wurde offenbar zum Papier, das man nach Belieben zerreißen konnte, sobald die Gewinnmargen ins Wanken gerieten.
Manchen Verbrauchern sei durch dieses Gebaren bis heute ein fünfstelliger Schaden entstanden, so der vzbv. Für viele Familien, die ohnehin unter der galoppierenden Inflation und explodierenden Lebenshaltungskosten ächzen, dürfte das eine existenzielle Bedrohung gewesen sein.
Wie ist es überhaupt so weit gekommen?
Man muss die Frage stellen dürfen: Wie konnte ein Land wie Deutschland, einst industrielle Großmacht mit bezahlbarer und verlässlicher Energieversorgung, in eine Lage geraten, in der Energiepreise zum Spielball werden? Die Antwort liegt in einer verfehlten Energiepolitik, die über Jahre hinweg auf ideologische Träumereien statt auf pragmatische Versorgungssicherheit setzte. Der überstürzte Ausstieg aus verlässlichen Energieträgern hat den deutschen Markt anfällig gemacht – und die Zeche zahlt am Ende, wie so oft, der Bürger.
Der vzbv zieht vor Gericht – die Uhr tickt
Der Verband hält die drastische Preisanhebung für rechtswidrig und hat deshalb eine sogenannte Musterfeststellungsklage beim Oberlandesgericht Hamm eingereicht. Das Besondere daran: Sämtliche Betroffenen können sich der Klage anschließen. Die Verbraucherzentrale schätzt, dass bundesweit mehr als 100.000 Haushalte betroffen sein könnten.
Die Beteiligung sei denkbar einfach – ein kostenloser Eintrag ins Klageregister beim Bundesamt für Justiz genüge, so die Verbraucherschützer.
Wer sich beteiligen möchte, sollte sich allerdings sputen. Nach Angaben des vzbv ist die Eintragung ins Klageregister nur noch bis zum kommenden Montag möglich. Danach ist der Zug abgefahren. Der Verband hat für die Betroffenen sogar vorbereitete Textbausteine und einen sogenannten Klage-Check bereitgestellt, mit dem sich prüfen lasse, ob der eigene Fall zur Klage passe.
Was passiert im Erfolgsfall?
Sollten die Verbraucherschützer Recht bekommen – das Urteil wird für Anfang Oktober erwartet – müssten die betroffenen Kunden ihren jeweils konkreten Schaden anschließend selbst bei ExtraEnergie einfordern. Also jenen Betrag, den sie durch die überzogene Preiserhöhung zu viel bezahlt haben. Dies sei allerdings erst möglich, wenn das Urteil rechtskräftig ist. Wichtig dabei: Nur wer sich rechtzeitig ins Klageregister eingetragen hat, kann später seinen Anspruch geltend machen.
Ein Lehrstück über Vertrauen und Vermögenssicherung
Dieser Fall ist mehr als nur ein juristisches Scharmützel zwischen einem Energieversorger und seinen Kunden. Er ist ein Symptom einer Zeit, in der Verlässlichkeit zur Mangelware geworden ist. Wenn selbst unterschriebene Verträge kein sicherer Hafen mehr sind, sollten sich die Bürger fragen, worauf sie ihr Vertrauen künftig noch setzen können.
Gerade in Zeiten von Inflation, politischer Unsicherheit und einer Energiepolitik, deren Folgen die Menschen noch über Generationen bezahlen werden, gewinnt der Gedanke der echten, greifbaren Vermögenssicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber unterliegen keiner willkürlichen Preisanhebung durch einen Konzern und keiner ideologischen Politik – sie sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker in stürmischen Zeiten und eine sinnvolle Beimischung für ein breit gestreutes, krisenfestes Vermögensportfolio.
Rechtlicher Hinweis: Die Redaktion von Kettner Edelmetalle betreibt keine Rechtsberatung. Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen geben ausschließlich unsere eigene Meinung sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und ersetzen keine individuelle rechtliche Beratung. Betroffene sollten sich für eine Beteiligung an der genannten Klage eigenständig informieren und im Zweifel einen fachkundigen Rechtsanwalt konsultieren. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.
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