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KI-generiert

Precht-Beben: „Wir verhalten uns wie die DDR in den 80ern!“

Precht-Beben: „Wir verhalten uns wie die DDR in den 80ern!“
Symbolbild: KI-generiert

Richard David Precht hat im Podcast von Paul Ronzheimer hart mit dem deutschen Umgang mit Künstlicher Intelligenz abgerechnet. Der Philosoph, der auch für das ZDF arbeitet, wirft dem Land vor, aus Angst vor Arbeitslosigkeit überflüssige Jobs künstlich am Leben zu halten. Damit zieht er einen Vergleich zur DDR. Sein Fazit: Deutschland sei „nicht wirklich reformfähig“.

Der Vergleich, der sitzt

Precht wählte drastische Worte. Die Furcht vor Massenarbeitslosigkeit bremse Automatisierung und KI aus, Deutschland klammere sich an Stellen, die es bald vielfach nicht mehr brauche.

„Wir verhalten uns inzwischen ähnlich, wie sich die DDR in den 80ern verhalten hat, als man viele Leute unproduktiv hat arbeiten lassen, weil man keine Arbeitslosen haben wollte.“

Der historische Hintergrund: Die DDR hatte das Recht auf Arbeit in ihrer Verfassung festgeschrieben. Offiziell gab es keine Arbeitslosen. Ökonomen sprechen im Rückblick von verdeckter Arbeitslosigkeit, also von Menschen, die zwar einen Arbeitsplatz hatten, aber kaum Produktives leisteten. Nach der Wende zeigte sich, was dieses Versprechen wirklich gekostet hatte.

Der Rathaus-Test: Schweigen auf dem Podium

Als Beispiel nannte Precht die kommunalen Verwaltungen, in denen nach seiner Darstellung mehr als zwei Millionen Menschen arbeiten. Ein Personalreport des DGB, der auf amtlichen Zahlen beruht, kommt auf rund 1,8 Millionen Beschäftigte in den Kommunen. Insgesamt arbeiteten 2025 offiziellen Angaben zufolge etwa 5,5 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst, das sind rund zwölf Prozent aller Erwerbstätigen.

Bei einer Veranstaltung habe er eine Verwaltungsmitarbeiterin gefragt, welche ihrer Aufgaben eine KI nicht erledigen könne. „Sie hatte keine Antwort darauf“, berichtete Precht. Auch sonst habe ihr niemand auf dem Podium helfen können. Wie viele Tätigkeiten blieben übrig, die eine KI in zwei oder drei Jahren noch nicht übernehmen könne? Seine Antwort: „Dann bleibt fast nichts mehr übrig.“

Gewerkschaften als Bremsklotz?

Den Gewerkschaften wirft Precht vor, sie sorgten dafür, dass auch in den kommenden zehn bis 15 Jahren viele Menschen in den Amtsstuben beschäftigt blieben. Dabei könnte eine schlankere Verwaltung den Bürgern das Leben deutlich leichter machen. Bauanträge ließen sich bequem digital von zu Hause stellen, statt dass Antragsteller monatelang auf eine Bearbeitung warten müssten.

Wer in Deutschland gebaut hat, kennt das. Schon das Onlinezugangsgesetz von 2017 sollte Hunderte Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 digital verfügbar machen. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Ob das 2025 von der Regierung Merz geschaffene Digitalministerium die Wende bringt, muss sich erst noch zeigen. Bisher wuchs vor allem der Apparat selbst, eine Rendite für die Steuerzahler war kaum zu sehen.

Wer anpasst, steigt auf

„Wir trauen uns nicht, diesen Prozess mitzumachen aus Angst vor den vielen Arbeitslosen, die dadurch entstehen“, sagte Precht. Für ihn zeigt das die fehlende Reformbereitschaft im Land. Wer in der Politik Karriere machen wolle, müsse sich stark anpassen. Wer radikale Reformideen habe, scheitere oft schon in der eigenen Partei.

„Wer meine Meinung nicht teilt, ist böse“

Auch die Debattenkultur bekam ihr Fett weg. Andersdenkenden werde nach Prechts Einschätzung immer häufiger eine schlechte Gesinnung unterstellt. Er selbst verstehe die Argumente der Gegenseite und verurteile niemanden, der zu anderen Schlüssen komme. Im aktuellen Diskurs gelte dagegen oft: „Wer meine Meinung nicht teilt, ist böse.“

Bemerkenswert ist, wer das sagt. Kein Unternehmerverband und kein Oppositionspolitiker, sondern ein Gesicht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wenn selbst dort solche Warnungen laut werden, sollte Berlin zuhören. Ein Staat, der Fortschritt aus Angst blockiert, finanziert den Stillstand am Ende mit dem Geld seiner fleißigen Bürger. Und diese Rechnung wird mit jedem verschleppten Reformjahr teurer.

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