
Praxistest gescheitert: NRW-Finanzminister tauscht E-Auto gegen Diesel – die Realität holt die Elektro-Träumer ein

Es ist eine jener köstlichen Pointen, die das politische Leben bisweilen schreibt: Ausgerechnet ein CDU-Finanzminister, der es gewohnt ist, mit Zahlen und Fakten zu arbeiten, musste am eigenen Leib erfahren, was Millionen deutscher Autofahrer längst wissen – Elektroautos stoßen im Alltag an harte Grenzen. Marcus Optendrenk, Finanzminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, hat seinen elektrischen BMW i7 nach Ablauf des Leasingvertrags gegen einen standesgemäßen Audi A8 L 50 TDI Quattro eingetauscht. Einen Diesel. Wohlgemerkt.
Wenn die Ideologie an der Steckdose endet
Die Begründung des Ministers liest sich wie ein Lehrstück über den Unterschied zwischen grüner Wunschvorstellung und gelebter Wirklichkeit. Im Stadtverkehr des politischen Düsseldorf habe das Elektrofahrzeug durchaus funktioniert, so Optendrenk. Doch bei einem eng getakteten Terminkalender und langen Fahrten durch ein Flächenland wie Nordrhein-Westfalen stoße man schlicht an Grenzen. Wer hätte das gedacht? Offenbar nicht jene politischen Kräfte, die den Bürgern seit Jahren weismachen wollen, das Elektroauto sei die alternativlose Zukunft der Mobilität.
Optendrenk ist dabei keineswegs ein Einzelfall. Vor ihm hatte bereits Bauministerin Ina Scharrenbach, ebenfalls CDU, aus nahezu identischen Gründen den Rückweg zum Selbstzünder angetreten. Und auch Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie Innenminister Herbert Reul fahren Verbrenner – in ihrem Fall gepanzerte Limousinen, die es schlicht nicht als Elektrovariante gibt. Die Sicherheit des Staates, so scheint es, vertraut man dann doch lieber bewährter Technologie an.
Grüne Minister halten eisern am Elektro-Dogma fest
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die parteipolitische Verteilung der Antriebsarten im nordrhein-westfälischen Kabinett. Während immer mehr CDU-Minister pragmatisch zum Diesel zurückkehren, halten sämtliche grüne Kabinettsmitglieder – Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Flüchtlingsministerin Verena Schäffer, Justizminister Benjamin Limbach und Umweltminister Oliver Krischer – an ihren Elektro- oder Hybridfahrzeugen fest. Mehr noch: Selbst wenn deren Leasingverträge in den kommenden Monaten auslaufen, haben Neubaur, Schäffer und Limbach bereits wieder E-Autos bestellt. Ideologie schlägt Pragmatismus – zumindest bei den Grünen.
Man fragt sich unwillkürlich, ob diese Minister tatsächlich dieselben Strecken durch das weitläufige Nordrhein-Westfalen zurücklegen müssen wie ihre CDU-Kollegen, oder ob der demonstrative Griff zum Ladekabel vor allem der eigenen Klientel geschuldet ist. Denn eines steht fest: Wer als grüner Politiker plötzlich Diesel fährt, hat ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem – und das wiegt in dieser Partei schwerer als jede Reichweitenangst.
Ein Symptom für ein größeres Problem
Der Fall Optendrenk ist weit mehr als eine Anekdote aus dem politischen Betrieb. Er ist ein Symptom für das fundamentale Scheitern der deutschen Elektromobilitätsstrategie, die unter der Ampelregierung mit Milliarden an Steuergeldern vorangetrieben wurde. Kaufprämien, Ladesäulenoffensiven, das geplante Verbrennerverbot – all das sollte Deutschland zum Elektro-Vorreiter machen. Die Realität sieht anders aus: Die Zulassungszahlen für E-Autos sind nach dem Ende der Kaufprämie eingebrochen, die Ladeinfrastruktur bleibt lückenhaft, und selbst Politiker, die mit gutem Beispiel vorangehen wollten, kapitulieren vor den praktischen Unzulänglichkeiten.
Dass ausgerechnet ein Finanzminister – also jemand, der qua Amt die Kosten-Nutzen-Relation im Blick haben sollte – nach nüchterner Analyse zum Verbrenner zurückkehrt, spricht Bände. Es ist eine stille, aber unmissverständliche Botschaft an all jene Ideologen, die den deutschen Autofahrer mit regulatorischem Druck und moralischer Erpressung in ein Elektrofahrzeug zwingen wollen: Die Technologie ist schlicht noch nicht so weit.
Vielleicht sollte sich die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz dieses Beispiel zu Herzen nehmen, bevor sie weitere Milliarden in eine Technologie pumpt, die im Praxistest selbst bei ihren eigenen Ministern durchfällt. Der deutsche Bürger jedenfalls hat längst verstanden, was die Politik offenbar erst am eigenen Dienstwagen lernen muss: Bewährte Technik lässt sich nicht per Dekret ersetzen – schon gar nicht durch Wunschdenken.
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