300.000
Kunden
Sicherer
Versand
15:31 Uhr
KI-generiert

Pleite im Donaumoos: Energiepreise würgen Bio-Kräuterpionier ab

Pleite im Donaumoos: Energiepreise würgen Bio-Kräuterpionier ab
Symbolbild: KI-generiert

Ein Stück bayerische Wirtschaftsgeschichte wankt: Die Völpel GmbH & Co. KG aus Königsmoos im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hat beim Amtsgericht Ingolstadt Insolvenz beantragt. Der Antrag stammt vom 30. September. Einen Tag später zog die sächsische Tochter ZiFood Trockenprodukte aus Zittau nach. Rund 60 Beschäftigte bangen jetzt um ihre Arbeitsplätze.

Der Familienbetrieb trocknet und veredelt Kräuter, Gewürze, Gemüse, Obst und Tees, als Rohstoffe für die Lebensmittelindustrie und für pflanzliche Arzneimittel. Nach Unternehmensangaben entstehen rund 90 Prozent der Ware nach Bio-Standards. In der kleinen Gemeinde gehört Völpel zu den größten Arbeitgebern.

Wenn Trocknen zum Luxus wird

Das Geschäftsmodell hat vor allem einen Hunger: Energie. Wer Kräuter und Gemüse haltbar macht, braucht Wärme in gewaltigen Mengen. Genau dort sieht Geschäftsführer German Völpel, der das Unternehmen in dritter Generation führt, die Hauptursache der Krise. Die Energiekosten seien seit dem Ukraine-Krieg und dem Iran-Krieg stark gestiegen, sagte er Medienberichten zufolge.

Die naheliegende Lösung wäre eigener Solarstrom gewesen. Daran scheiterte es offenbar nicht wegen fehlenden Willens, sondern wegen der Bürokratie. Gegenüber der Lokalpresse klagte der Firmenchef:

„Leider laufen etwa Genehmigungsverfahren mit den Netzbetreibern für schon geplante PV-Anlagen teils 30 Monate, ohne einen Abschluss gefunden zu haben."

Zweieinhalb Jahre Warten auf einen Bescheid. Ein Mittelständler will genau das tun, was die Politik seit Jahren predigt, nämlich in erneuerbare Energie investieren. Und dann hängt er in der Warteschleife fest. Die Energiewende scheitert hier nicht an der Technik, sondern am Formular.

Gleich mehrere Probleme auf einmal

Nur an den Energiepreisen liegt die Schieflage allerdings nicht. Nach Angaben der Firmenleitung und des vorläufigen Insolvenzverwalters kam vieles zusammen:

  • deutlich höhere Energiekosten
  • eine seit 2022 anhaltende Kaufzurückhaltung bei teureren Bio-Produkten
  • starker Wettbewerb aus dem Ausland
  • Ernteausfälle durch schlechtes Wetter

Vor den besonders teuren Wintermonaten habe man als Familienunternehmen die Zahlungsfähigkeit nicht mehr sichern können, erklärte Völpel demnach. Dass die Kunden sparen, überrascht kaum: Wenn die Inflation die Haushaltskasse leert, verzichten Verbraucher zuerst auf Premiumprodukte.

Gegründet im Auftrag der Amerikaner

Die Wurzeln reichen bis in die Nachkriegszeit. Berichten zufolge beauftragte die US-Besatzungsmacht im Jahr 1948 Firmengründer Anton Völpel, Heilkräuter zu sammeln und zu trocknen. 1970 zog der Betrieb von Freising ins Donaumoos. 1979 nahm er dort die erste mit Erdgas betriebene Gemüsetrocknungsanlage Bayerns in Betrieb.

Ausgerechnet der Vorreiter der Gastrocknung gerät nun durch hohe Energiekosten in Not. Bitterer kann Ironie kaum sein.

Gibt es noch Rettung?

Abgeschrieben ist das Unternehmen noch nicht. Der vorläufige Insolvenzverwalter Alexander Zarzitzky von der Münchner Kanzlei Anchor habe den Betrieb an beiden Standorten stabilisiert, heißt es. Kunden und Lieferanten stünden hinter der Firma, die Lieferfähigkeit sei gesichert.

Ein Beratungsunternehmen sucht nach einem Investor. Laut German Völpel laufen bereits intensive Gespräche mit mehreren Interessenten, eine Garantie könne er aber nicht geben. Ziel sei es, den Beschäftigten noch in diesem Jahr Planungssicherheit zu verschaffen.

Warnsignal für den Mittelstand

Völpel ist kein Einzelfall. Zuletzt meldeten Medienberichten zufolge auch eine Bäckereikette, ein Nudelhersteller aus dem Rheinland und ein Toilettenpapierhersteller Insolvenz an. Der Papierhersteller nannte ebenfalls teure Energie und Rohstoffe als Gründe. Gleichzeitig kommt auf die Verbraucher die nächste Belastung zu: Ab 2031 soll laut Berichten eine neue Stromumlage den Bau von Gaskraftwerken finanzieren, und bezahlen sollen sie alle Stromkunden.

Der Fall zeigt, wie schnell selbst jahrzehntelang solide Werte durch Politik und Kosten ins Wanken geraten. Wer sein Vermögen breiter absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem gut gestreuten Depot in Betracht ziehen. Edelmetalle sind weder von Netzbetreibern noch von Genehmigungsfristen abhängig.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

Wissenswertes zum Thema

News
22.06.2026
9 Min.

Das Gebet im Mittelkreis

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“