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09.03.2026
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Ölpreis-Schock durch Nahost-Eskalation: Südkorea greift zu drastischer Notmaßnahme aus den 1990er-Jahren

Ölpreis-Schock durch Nahost-Eskalation: Südkorea greift zu drastischer Notmaßnahme aus den 1990er-Jahren

Was passiert, wenn ein Land 94 Prozent seiner Energie importiert und plötzlich die wichtigste Handelsroute der Welt zum Pulverfass wird? Südkorea liefert gerade die Antwort – und sie ist alles andere als beruhigend.

Preisdeckel für Kraftstoffe: Erstmals seit fast drei Jahrzehnten

Die Regierung in Seoul hat am Montag eine Maßnahme angekündigt, die man zuletzt 1997 für nötig hielt: einen staatlichen Höchstpreis für Kraftstoffe. Präsident Lee Jae-myung habe die Anordnung bei einem Krisentreffen im Präsidentensitz Cheongwadae erteilt, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Der Auslöser ist unmissverständlich: Die durch die US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar ausgelöste Eskalation im Nahen Osten hat den Brent-Ölpreis über die psychologisch bedeutsame Marke von 100 Dollar pro Barrel katapultiert.

Die Folgen an den Zapfsäulen ließen nicht lange auf sich warten. Innerhalb weniger Tage schoss der durchschnittliche Benzinpreis in Seoul um elf Prozent nach oben – auf umgerechnet rund 1,30 Dollar pro Liter. Für ein Land, das nahezu vollständig von Energieimporten abhängig ist, gleicht das einem ökonomischen Erdbeben.

Die Straße von Hormus als Achillesferse

Man muss sich die Dimension vor Augen führen: Rund 70 Prozent der südkoreanischen Rohölimporte passieren die Straße von Hormus – jene schmale Meerenge, die der Iran kontrolliert und die nun zum geopolitischen Nadelöhr geworden ist. Kim Yong-beom, der politische Stabschef des Präsidenten, habe gewarnt, dass eine Schließung dieser Passage täglich 1,7 Millionen Barrel gefährden würde. Zwar verfüge Südkorea über strategische Reserven von 190 Millionen Barrel – genug für 208 Tage –, doch das ist ein endlicher Puffer, kein Rettungsanker für die Ewigkeit.

Die Rechtsgrundlage für den Preisdeckel stammt aus dem Erdölwirtschaftsgesetz von 1970. Ein Gesetz, das zuletzt während der Ölkrisen der 1970er-Jahre und des Golfkriegs Anfang der 1990er-Jahre zur Anwendung kam. Dass man es nun wieder aus der Schublade holt, spricht Bände über den Ernst der Lage. Der Höchstpreis solle in einem zweiwöchigen Zyklus angepasst werden, um auf Marktentwicklungen reagieren zu können.

Finanzmärkte im freien Fall

Die Reaktion der Märkte war brutal. Der südkoreanische Leitindex Kospi brach zeitweise um sechs Prozent ein. Der Won stürzte auf fast 1500 Won je Dollar ab. Präsident Lee wies seine Regierung an, das bereits bestehende Marktstabilisierungsprogramm von 100 Billionen Won – umgerechnet rund 67 Milliarden Dollar – bei Bedarf auszuweiten. Gleichzeitig kündigte die Regierung an, möglichen Preisabsprachen an Tankstellen nachzugehen. Der Vorwurf: Steigende Einkaufspreise würden blitzschnell an die Verbraucher weitergegeben, sinkende hingegen nur mit erheblicher Verzögerung.

Ein Warnsignal auch für Europa

Was in Südkorea geschieht, sollte auch hierzulande aufhorchen lassen. Deutschland ist zwar nicht in gleichem Maße von der Straße von Hormus abhängig, doch die globalen Ölmärkte sind ein System kommunizierender Röhren. Steigt der Brent-Preis über 100 Dollar, spürt das jeder – von der Tankstelle in München bis zur Heizölrechnung in Hamburg. Und während Südkorea wenigstens entschlossen handelt, darf man sich fragen, ob die neue Große Koalition in Berlin überhaupt einen Plan für ein solches Szenario in der Schublade hat. Friedrich Merz und Lars Klingbeil haben mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen bereits die nächsten Generationen belastet – für eine echte Energiekrise dürfte da kaum noch Spielraum sein.

Die Lehre aus Seoul ist klar: Wer seine Energieversorgung nicht diversifiziert und sich von geopolitischen Krisenherden abhängig macht, wird früher oder später einen hohen Preis zahlen. In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Sachwerte – allen voran Gold und Silber – als Absicherung gegen geopolitische Verwerfungen und inflationäre Schocks unverzichtbar sind. Während Papierwerte an einem einzigen Handelstag um sechs Prozent einbrechen können, bewähren sich Edelmetalle seit Jahrtausenden als stabiler Anker in stürmischen Zeiten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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