
Ölmarkt unter Druck: IEA kappt Nachfrageprognose drastisch – Überschuss droht
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für das globale Ölnachfragewachstum im Jahr 2026 erneut nach unten korrigiert – und sendet damit ein unmissverständliches Signal an die Märkte. Statt der noch im Vormonat erwarteten 930.000 Barrel pro Tag rechnet die Pariser Behörde nun nur noch mit einem Zuwachs von 850.000 Barrel täglich. Was auf den ersten Blick wie eine marginale Anpassung wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen tiefgreifende strukturelle Verschiebungen im globalen Energiemarkt.
China als einsamer Wachstumsmotor
Besonders bemerkenswert: Das gesamte prognostizierte Nachfragewachstum soll ausschließlich aus Entwicklungsländern stammen, wobei China einmal mehr die Rolle des dominanten Nachfragetreibers einnimmt. Die westlichen Industrienationen, einst das Rückgrat des globalen Ölkonsums, fallen als Wachstumsfaktor praktisch vollständig aus. Ein Befund, der nachdenklich stimmen sollte – insbesondere mit Blick auf die wirtschaftliche Schwäche Europas und die zunehmende Deindustrialisierung Deutschlands.
Auffällig ist zudem die veränderte Zusammensetzung der Nachfrage. Mehr als die Hälfte des diesjährigen Zuwachses entfalle auf petrochemische Grundstoffe, während es 2025 noch die Transportkraftstoffe waren, die das Wachstum dominierten. Die Weltwirtschaft verlagert sich – weg vom klassischen Verbrauch, hin zur industriellen Weiterverarbeitung. Ob das ein Zeichen von Stärke oder eher von strukturellem Wandel ist, darüber lässt sich trefflich streiten.
OPEC und IEA: Zwei Welten prallen aufeinander
Die Kluft zwischen den Prognosen der IEA und jenen der OPEC könnte kaum größer sein. Während die Energieagentur von bescheidenen 850.000 Barrel Wachstum ausgeht, hält das Ölkartell unbeirrt an seiner deutlich optimistischeren Schätzung von 1,4 Millionen Barrel pro Tag fest. Für 2027 sieht die OPEC sogar ein robustes Plus von 1,3 Millionen Barrel. Man fragt sich unweigerlich: Wer lebt hier in der Realität – und wer betreibt Wunschdenken?
Die IEA jedenfalls bestätigte ihre Einschätzung, dass der Ölmarkt 2026 in einen Angebotsüberschuss rutschen werde. Das globale Angebot soll um 2,4 Millionen Barrel pro Tag steigen und damit auf stolze 108,6 Millionen Barrel täglich klettern. Dieses Wachstum verteile sich in etwa gleichmäßig auf OPEC+-Produzenten und Nicht-OPEC+-Staaten.
Winterstürme und Kasachstan-Krise als Warnsignal
Im Januar brach die globale Ölproduktion um dramatische 1,2 Millionen Barrel pro Tag auf 106,6 Millionen Barrel ein. Schwere Winterstürme in Nordamerika legten Förderanlagen lahm, während in Kasachstan gleich mehrere Probleme zusammenkamen: Anhaltende Störungen am wichtigsten Exportterminal des Landes seit November wurden durch einen Stromausfall am größten Ölfeld Tengiz noch verschärft. Die Folge war eine vorübergehende Verknappung leichter Rohölsorten im atlantischen Becken.
Die IEA erwartet allerdings, dass sich die Produktion in den kommenden Monaten wieder erholen werde. Die Januardaten seien ein Ausreißer gewesen, kein Trend. Dennoch zeigt die Episode, wie fragil die globale Ölversorgung tatsächlich ist – und wie schnell geopolitische Verwerfungen und Naturereignisse die Märkte durcheinanderwirbeln können.
Was bedeutet das für Anleger?
In Zeiten, in denen die Energiemärkte zwischen Überangebot und plötzlichen Versorgungsengpässen schwanken, in denen geopolitische Spannungen – vom Ukraine-Krieg bis zur Eskalation im Nahen Osten – jederzeit für Preisschocks sorgen können, und in denen die Inflation durch gigantische Schuldenprogramme wie das 500-Milliarden-Sondervermögen der neuen Bundesregierung weiter angeheizt wird, stellt sich die Frage nach verlässlichen Wertanlagen drängender denn je. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Stabilitätsanker in turbulenten Zeiten bewährt und verdienen gerade jetzt einen festen Platz in jedem breit aufgestellten Anlageportfolio.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keinerlei Haftung.
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