
Öl über 100 Dollar: Trump liebäugelt mit Irans Ölquellen

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag am Rande der Irish Open in Irland laut über einen Verbleib amerikanischer Truppen im Iran nachgedacht — mit dem Ziel, sich das dortige Öl zu sichern. Zeitgleich platzte in Oman ein lange vorbereitetes Treffen zwischen Golfstaaten und Teheran über die Straße von Hormus. Die Ölpreise sprangen prompt über die Marke von 100 Dollar.
"Wie in Venezuela" — ein Satz mit Sprengkraft
Trump verwies ausdrücklich auf das Abkommen, das Washington im August mit Caracas geschlossen hatte. Die Einnahmen daraus hätten den Krieg "viele Male bezahlt", sagte er.
"Wir werden am Ende rausgehen — es sei denn, wir entscheiden uns zu bleiben und das Öl zu behalten, wie in Venezuela."
Zur Erinnerung: Venezuela überließ den USA Medienberichten zufolge die Mehrheitskontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel Ölreserven — mehr als das Doppelte der amerikanischen Eigenreserven — im Gegenzug für 209 Milliarden Dollar an die Staatskasse. Außenminister Marco Rubio stellte zusätzlich rund 100 Milliarden Dollar an Privatinvestitionen in Aussicht.
Diplomatie auf Eis, Tanker im Visier
Der omanische Außenminister Badr Albusaidi teilte auf X mit, das für Montag geplante Treffen sei vertagt worden; man brauche noch "Konsens". Eigentlich sollte eine iranisch-omanische Schifffahrtsroute durch Hormus vereinbart werden. Direkte Gespräche zwischen Washington und Teheran gibt es nicht.
Seit Kriegsbeginn im Februar ist die Meerenge blockiert — erst durch iranische, dann durch amerikanische Marineverbände. Schiffe, die Teheran als nicht regelkonform einstuft, werden immer wieder beschossen; die USA bombardieren wiederholt die iranische Küste. Eine im Juni erzielte Vereinbarung zerbrach an genau dieser Wasserstraße.
Zweite Front am Bab el-Mandeb
Eine Offensive der mit Teheran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen hat zuletzt auch die zweite Schlagader des Welthandels unter Druck gesetzt. Und Saudi-Arabien schloss nach Drohnenschäden eine zentrale Ost-West-Pipeline. Die Folge: WTI kletterte um 2,3 Prozent auf 102,39 Dollar, Brent um 2,4 Prozent auf 107,11 Dollar — der höchste Stand seit Mai.
Was das für deutsche Haushalte bedeutet
Trump kündigte an, der Krieg werde noch in diesem Jahr enden, womöglich nach den Midterms im November, und die Benzinpreise würden dann "wie ein Stein fallen". Teheran rufe "ständig an" und bitte um Gespräche — eine Darstellung, die der Iran bereits früher zurückgewiesen hat.
Für europäische Verbraucher ist die Lage weniger optimistisch. Energie ist der Taktgeber jeder Inflationswelle: Sie verteuert Transport, Produktion, Heizung, Lebensmittel. Wer in Berlin und Brüssel jahrelang auf teure Energiewende-Experimente setzte, während die eigene Grundlastversorgung abgeschaltet wurde, steht nun ohne Puffer da — so sehen es viele Kritiker der deutschen Energiepolitik.
Historisch gilt: Öl-Schocks, geopolitische Blockaden und Währungsabwertung gehen Hand in Hand. In den 1970er-Jahren verloren Sparer real zweistellige Prozentsätze ihres Vermögens — Gold hingegen bewies in diesen Jahren seine Rolle als Wertspeicher. Physische Edelmetalle können deshalb auch heute eine sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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