
Ă–l-Schock durch Iran-Krieg: Deutschland zahlt 5,4 Milliarden Euro mehr!

Gleiche Menge Öl, viel höhere Rechnung: Von Januar bis August 2026 hat Deutschland 49,1 Millionen Tonnen Rohöl eingeführt und dafür 30,0 Milliarden Euro bezahlt. Das meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag. Ein Jahr zuvor kosteten 49,4 Millionen Tonnen noch 24,6 Milliarden Euro. Als Grund nennen die Statistiker den Preissprung nach den Konflikten im Nahen Osten.
Weniger Ă–l, mehr Geld
Die Menge sank um 0,6 Prozent, der Wert stieg dagegen um 21,7 Prozent. Unterm Strich floss so rund 5,4 Milliarden Euro mehr ins Ausland, ohne dass auch nur ein Liter zusätzlich im Tank landete.
Für eine Volkswirtschaft, die ohnehin unter hohen Energiekosten ächzt, ist das bitter. Am Ende zahlen Pendler an der Zapfsäule, Familien beim Heizöl und Mittelständler in der Produktion.
Hormus: Das Nadelöhr der Weltwirtschaft
Wie schnell die Lage kippte, zeigen die Monatswerte. Im Februar kostete eine importierte Tonne im Schnitt 460 Euro. Im März, dem ersten Monat nach Beginn des Iran-Kriegs, waren es schon 616 Euro. Nachdem die Straße von Hormus geschlossen wurde, kletterte der Preis im April auf 757 Euro.
Durch diese Meerenge laufen normalerweise rund 17 Millionen Barrel Öl pro Tag, wie Medien berichten. Ist sie dicht, wird es auf dem Weltmarkt schnell eng. Der bisherige Jahreshöchststand fiel in den Mai: 768 Euro je Tonne, also zwei Drittel mehr als im Februar.
Entspannung – aber keine Entwarnung
Danach ging es wieder abwärts: auf 657 Euro im Juni und 578 Euro im Juli. Im August stieg der Wert allerdings erneut auf 607 Euro. Über die ersten acht Monate gerechnet zahlte Deutschland im Schnitt 610 Euro je Tonne.
Das ist weniger als im Krisenjahr 2022, als die Tonne im Jahresmittel 686 Euro kostete. Im Juni 2022 erreichte der Preis mit 798 Euro sogar ein Allzeithoch. Auch 2012 und 2013, zur Zeit des Streits um das iranische Atomprogramm, lagen die Werte mit 644 und 613 Euro über dem heutigen Niveau. Ein Trost ist das kaum, denn die Preise bleiben nervös.
Von Moskau nach Washington
Spannend ist auch, woher das Öl kommt. Die drei größten Lieferanten waren 2026 bisher:
- Vereinigte Staaten: 10,8 Millionen Tonnen
- Norwegen: 8,0 Millionen Tonnen
- Kasachstan: 6,8 Millionen Tonnen
Zusammen kommen sie auf 52,2 Prozent aller Importe. Schon 2025 lagen die USA mit 12,4 Millionen Tonnen knapp vor Norwegen. 2023 und 2024 hatte Norwegen noch die Nase vorn.
Vor den Sanktionen sah das ganz anders aus. 2022 lieferte Russland 22,8 Millionen Tonnen, fast doppelt so viel wie Norwegen (12,2) oder die USA (12,1). 2023 waren es nur noch 0,1 Millionen Tonnen, 2024 noch 0,02 Millionen. Das war Öl, das schon vor dem Angriff auf die Ukraine in die EU gelangt war und über andere EU-Staaten weiterverkauft wurde. Seit 2025 findet sich kein russisches Rohöl mehr in der Statistik.
Neue Abhängigkeit statt echter Sicherheit?
Kritiker halten den Umbau trotzdem nicht für einen Erfolg. Deutschland ist heute vor allem auf die USA angewiesen. Dort regiert Donald Trump, der Zölle gern als Druckmittel nutzt. Gleichzeitig zeigt das Jahr 2026, wie schnell ein einziger Konflikt die Preise nach oben treibt.
Eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und bezahlbare Preise an die erste Stelle setzt, ist in Berlin aus Sicht vieler Beobachter nicht zu erkennen. Wenn Energie teurer wird, verliert der Euro an Kaufkraft. Viele Sparer legen deshalb einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold und Silber an. Edelmetalle sind keine Anleihe eines Staates und kein Versprechen einer Bank. In einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. FĂĽr Ihre Entscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
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