
Öl-Alarm am Golf: Brent springt auf 114 Dollar – Trump wettert gegen Iran!

Der Ölmarkt brennt wieder. Am Freitag kletterte die Nordseesorte Brent zeitweise auf 114,49 Dollar je Barrel und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Mai. Auch die US-Sorte WTI hält sich über der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Schuld daran ist ein Pulverfass namens Straße von Hormus.
Drei Wochen Aufwärtstrend und kein Ende in Sicht
Am frühen Freitagmorgen (Ostküstenzeit) lag Brent 1,1 Prozent im Plus. WTI legte sogar um 1,6 Prozent auf 101,04 Dollar zu. Auf Wochensicht steuert Brent auf ein Plus von 3,3 Prozent zu. Es wäre die dritte Gewinnwoche in Folge.
Bei WTI sieht es etwas anders aus. Die amerikanische Sorte dürfte die Woche mit einem Minus von 1,1 Prozent beenden, nach zuvor zwei Gewinnwochen. Das ändert aber wenig am Gesamtbild: Öl ist teuer und bleibt es vorerst.
Trump gegen Teheran: Wer sagt hier die Wahrheit?
Bereits am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump schwere Vorwürfe gegen das Mullah-Regime erhoben. Auf seiner Plattform Truth Social unterstellte er Teheran gezielte Preistreiberei vor den anstehenden Kongresswahlen:
"Iran is doing everything they can to drive up the price of Oil prior to the U.S. Midterm Election. They are even making up fake hits, mines, and everything else, because more Oil is coming through the Hormuz Strait now than it did even prior to the beginning of the Conflict."
Sinngemäß sagt Trump also: Der Iran erfinde Treffer und Minen, dabei fließe durch die Meerenge inzwischen mehr Öl als vor Beginn des Konflikts. Die Gegenseite schildert das Gegenteil. Wie die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet, sollen nach Angaben der Revolutionsgarden vier Schiffe im Persischen Golf getroffen worden sein und Feuer gefangen haben. Drei weitere seien in der Straße von Hormus auf Minen gelaufen.
Säbelrasseln aus Teheran
Den Berichten zufolge erklärte Irans Armeechef außerdem, das Militär sei nach dem Ausbau seiner Fähigkeiten voll auf eine „asymmetrische Kriegsführung“ vorbereitet. Gemeint sind damit Nadelstiche wie Minen, Drohnen und Schnellboote statt offener Feldschlachten. Für Tanker in einer der engsten Wasserstraßen der Welt klingt das wie eine Drohung.
Aramco räumt Zentrale: Die Huthis eskalieren
Auch auf der Arabischen Halbinsel spitzt sich die Lage zu. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll der saudische Ölriese Saudi Aramco seine Mitarbeiter angewiesen haben, die Konzernzentrale in Dhahran zu räumen und von zu Hause zu arbeiten. Vorausgegangen sei eine Serie von Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen.
Die Miliz hat in den vergangenen Wochen saudische Flughäfen und Büros von Aramco attackiert, dabei gab es mehrere Todesopfer. Medienberichten zufolge hatte ein Huthi-Angriff auf ein Verwaltungsgebäude in Dhahran bereits vor gut einer Woche einen Brand ausgelöst.
Warum das auch an deutschen Zapfsäulen ankommt
Die Straße von Hormus ist die Halsschlagader der globalen Energieversorgung. Rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls passiert diese Meerenge. Stockt der Fluss dort, spürt das jeder Autofahrer und jeder Hausbesitzer mit Ölheizung, auch hierzulande.
Für Deutschland kommt das zur Unzeit. Die Industrie ächzt ohnehin unter Energiekosten, die im internationalen Vergleich zu den höchsten gehören. Hausgemacht ist daran vieles: CO₂-Abgabe, Netzentgelte, eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit lange als Nebensache behandelt hat. Ein Ölpreis jenseits der 110 Dollar wirkt da wie Benzin im Feuer und dürfte die Inflation erneut anheizen.
Fazit: Krisen kommen ohne Vorwarnung
Der Sommer hatte mit dem Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran kurz Hoffnung auf Entspannung gemacht. Jetzt zeigt sich, wie brüchig diese Ruhe war. Wer sein Vermögen vor solchen Schocks schützen will, sollte auf Substanz setzen. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenwährung bewährt und können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio für Stabilität sorgen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte eigene Recherchen anstellen und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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