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Kettner Edelmetalle
26.02.2026
06:54 Uhr

Nvidia-Ernüchterung bremst DAX: Warum die Aktienmärkte trotz Rekordzahlen ins Straucheln geraten

Es ist ein Schauspiel, das man an den Börsen dieser Welt mittlerweile zur Genüge kennt: Ein Technologiegigant liefert Quartalszahlen, die sämtliche Erwartungen übertreffen – und der Kurs fällt. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, offenbart bei genauerem Hinsehen die tiefe Verunsicherung, die an den globalen Aktienmärkten herrscht. Der DAX, Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer, bekommt die Folgen dieser Nervosität am Donnerstagmorgen unmittelbar zu spüren.

Nvidia liefert – und enttäuscht dennoch

Der KI-Chipriese Nvidia hatte nachbörslich seine Quartalsergebnisse vorgelegt. Sowohl die Umsatzzahlen als auch der Ausblick übertrafen die ohnehin ambitionierten Analystenprognosen. Doch was geschah? Die Aktie gab nach. Der Grund ist so simpel wie bezeichnend für den aktuellen Zustand der Märkte: Die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz werden von einer wachsenden Zahl institutioneller Anleger zunehmend kritisch beäugt. Die Frage, ob die enormen Summen, die Tech-Konzerne in KI-Infrastruktur pumpen, jemals angemessene Renditen abwerfen werden, schwebt wie ein Damoklesschwert über dem gesamten Sektor.

Noch am Mittwoch hatte sich der DAX über die psychologisch bedeutsame Marke von 25.000 Punkten gekämpft und bei 25.175 Zählern geschlossen – ein Plus von 0,8 Prozent. Freundliche Vorgaben von der Wall Street, wo sich die zuvor arg gebeutelten Tech-Werte erholt hatten, lieferten den nötigen Rückenwind. Doch diese Erholung erweist sich nun als fragil.

Trumps Zollpolitik als permanenter Störfaktor

Als wäre die Unsicherheit rund um die KI-Bewertungen nicht genug, sorgt die aggressive Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump für zusätzliche Unruhe. Seine jüngsten Zollankündigungen – darunter 20 Prozent auf EU-Importe – belasten die exportabhängige deutsche Wirtschaft erheblich. Zwar haben die Märkte die Drohungen bislang erstaunlich gelassen aufgenommen, doch die langfristigen Folgen für den Industriestandort Deutschland dürften gravierend sein. Ein Land, dessen Wohlstand maßgeblich auf dem Export basiert, kann sich protektionistische Handelsbarrieren schlicht nicht leisten.

Dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz diesem Problem bisher wenig entgegenzusetzen hat, verwundert kaum. Statt die deutsche Wirtschaft durch Deregulierung und Steuersenkungen wettbewerbsfähiger zu machen, plant man in Berlin ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen – ein euphemistischer Begriff für das, was es tatsächlich ist: neue Schulden in historischem Ausmaß. Schulden, die kommende Generationen werden abtragen müssen.

Charttechnisch bleibt der DAX in der Schwebe

Aus technischer Sicht befindet sich der deutsche Leitindex in einer ausgeprägten Seitwärtsphase. Die Handelsspanne zwischen 25.000 und 25.300 Punkten dürfte vorerst bestehen bleiben. Für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben müsste der Index die Marke von 25.350 Punkten überwinden – ein Szenario, das angesichts der aktuellen Gemengelage wenig wahrscheinlich erscheint. Nach unten bieten die Bereiche um 25.075 und 24.900 Punkte Unterstützung. Sollten auch diese Niveaus fallen, droht ein Rückgang in die Zone zwischen 24.800 und 24.750 Punkten.

Gedämpftes Konsumklima als Warnsignal

Was in der Berichterstattung über Nvidia-Zahlen und Chartmarken gerne untergeht: Das deutsche Konsumklima bleibt gedämpft. Die Bürger spüren die Folgen der Inflation, der gestiegenen Energiekosten und einer Wirtschaftspolitik, die über Jahre hinweg mehr auf ideologische Experimente als auf solides Wirtschaften gesetzt hat. Dass der DAX sich trotz dieser fundamentalen Schwäche noch in der Nähe seiner Rekordstände hält, ist weniger ein Zeichen der Stärke als vielmehr ein Ausdruck der globalen Liquiditätsflut, die alle Boote hebt – zumindest vorübergehend.

Wer in diesen unsicheren Zeiten nach einem verlässlichen Anker für sein Vermögen sucht, sollte den Blick über den Tellerrand der Aktienmärkte hinaus richten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenwährung bewährt und bieten gerade in Phasen geopolitischer Spannungen und geldpolitischer Experimente einen bewährten Schutz vor Kaufkraftverlust. Als Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Vermögenssicherung leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere oder sonstige Finanzinstrumente. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse.

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