
Nur noch 7 Prozent: CDU droht der Rauswurf aus dem Landtag

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erlebt die CDU einen historischen Einbruch. Eine am Donnerstag veröffentlichte INSA-Umfrage im Auftrag des Nordkurier weist die Christdemokraten bei nur noch sieben Prozent aus – drei Punkte weniger als Mitte August. Gewählt wird am 20. September.
Die Fünf-Prozent-Hürde rückt bedrohlich näher
Für eine Partei, die sich einst als Volkspartei verstand, ist das ein Absturz mit Ansage. Bereits 2021 fuhr die CDU im Nordosten mit 13,3 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland ein. Sieben Prozent wären laut dem Bericht das schwächste Landtagswahlergebnis der Parteigeschichte – und erstmals überhaupt stünde ein Rauswurf aus einem Landesparlament im Raum.
An der Spitze bleibt die AfD unverändert bei 36 Prozent, ihrem bisherigen INSA-Rekordwert im Land. Doch der eigentliche Gewinner der letzten Wochen heißt SPD: Die Partei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig legt um vier Punkte auf 33 Prozent zu. Im April 2025 hatte INSA die Sozialdemokraten dort noch bei 21 Prozent gemessen.
Wer profitiert von der Angst vor Blau?
Die weiteren Werte der Erhebung:
- AfD: 36 Prozent (unverändert)
- SPD: 33 Prozent (+4)
- Linke: 11 Prozent (unverändert)
- CDU: 7 Prozent (–3)
- Grüne: 5 Prozent, BSW: 4 Prozent
- Sonstige inklusive FDP: 4 Prozent (–1)
Damit müssen auch Grüne und BSW um den Einzug zittern. Die Deutung des Berichts: Schwesig könne ihren Amtsbonus gerade wegen der starken AfD ausspielen und taktische Wähler von der Union und den Kleinparteien einsammeln.
Sachsen-Anhalt als Menetekel
Der Blick nach Süden verstärkt das Bild. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag wurde die AfD nach dem vorläufigen Ergebnis mit 43,8 Prozent klar stärkste Kraft, verpasste die absolute Mehrheit aber knapp. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze halbierte Medienberichten zufolge ihr Ergebnis und verlor sämtliche Direktmandate.
Zwei Wahlen, zwei Debakel – und in beiden Fällen dieselbe Frage: Was bleibt von einer Partei, deren zentrales Wahlkampfargument offenbar darin besteht, wen sie nicht wählen lassen will? Aus Sicht unserer Redaktion zahlt die Union hier die Rechnung für einen Kurs, der in Berlin Rekordschulden, Sondervermögen und Klimaneutralität im Grundgesetz beschloss – nachdem im Wahlkampf das Gegenteil versprochen worden war.
In der Partei knirscht es hörbar. Medienberichten zufolge forderte der Kreischef Tino Schomann bereits den Rücktritt von Friedrich Merz, während Landeschef Daniel Peters um den Wiedereinzug kämpft. Kritiker in der CDU sehen im Kanzler längst den größten Wahlhelfer der Konkurrenz.
Was das für Sparer bedeutet
Instabile Mehrheiten, zersplitterte Parlamente, schwierige Regierungsbildungen: Politische Unsicherheit war historisch stets ein Umfeld, in dem Anleger nach Substanz suchten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen Bürgern seit Generationen als nüchterne Beimischung zur Vermögenssicherung – unabhängig davon, wer in Schwerin oder Berlin gerade regiert.
Umfragen sind Momentaufnahmen, keine Ergebnisse. Aber sie zeigen, wie schnell Vertrauen verspielt ist – und wie mühsam es zurückzugewinnen wäre.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger sollte eigene Recherchen anstellen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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