
Nukleare Eskalation? Moskau beschuldigt Paris und London der geheimen Atomwaffen-Weitergabe an Kiew
Der Vorwurf wiegt schwer – so schwer wie kaum etwas in der internationalen Diplomatie wiegen kann. Der russische Auslandsgeheimdienst SWR behauptet, Frankreich und Großbritannien würden im Verborgenen daran arbeiten, die Ukraine mit Nukleartechnologie auszustatten. Eine Anschuldigung, die – sollte auch nur ein Funken Wahrheit darin stecken – das gesamte Fundament der internationalen Nichtverbreitungspolitik ins Wanken bringen würde. Unabhängige Belege? Fehlanzeige.
Konkrete Vorwürfe, nebulöse Beweislage
Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax soll es dabei um die Lieferung von Bauteilen und Ausrüstung gehen, die Kiew in die Lage versetzen könnten, entweder eine vollwertige Atomwaffe oder zumindest eine sogenannte „schmutzige Bombe" herzustellen – also einen konventionellen Sprengsatz, der radioaktives Material verstreut. Als konkrete Option wird sogar ein französischer Sprengkopf des Typs TN75 genannt, der ursprünglich für die seegestützte ballistische Rakete M51.1 entwickelt wurde und von atomgetriebenen U-Booten abgefeuert werden kann.
Pikant ist dabei ein Detail, das der SWR offenbar mit Bedacht platzierte: Berlin habe die Teilnahme an diesem „gefährlichen Abenteuer" klugerweise abgelehnt. Eine Formulierung, die man durchaus als Versuch werten darf, einen Keil zwischen die europäischen Verbündeten zu treiben. Ob Deutschland tatsächlich jemals gefragt wurde oder ob es sich um reine Propaganda handelt, bleibt im Dunkeln.
Frankreich kontert mit beißender Ironie
Paris wies die Anschuldigungen umgehend zurück – und zwar mit einer Schärfe, die man in diplomatischen Kreisen selten erlebt. Über den offiziellen Account „French Response" des Außenministeriums auf der Plattform X hieß es sinngemäß: Fünf Jahre nach Beginn seines „Drei-Tage-Krieges" würde Russland es bevorzugen, wenn sich die Weltöffentlichkeit lieber auf die französischen und britischen Atomwaffen konzentriere, statt auf das eigene militärische Versagen. Eine Ohrfeige, die sitzt.
Tatsächlich wäre eine Weitergabe von Nuklearwaffen oder entsprechender Technologie an einen Nicht-Atomwaffenstaat ein gravierender Bruch des Atomwaffensperrvertrags von 1968. Dieser verbietet es den Kernwaffenstaaten ausdrücklich, Nuklearwaffen oder die Kontrolle darüber „direkt oder indirekt" weiterzugeben. Nichtkernwaffenstaaten wie der Ukraine ist deren Erwerb untersagt. Frankreich und Großbritannien – als Unterzeichner dieses Vertrags – würden sich mit einem solchen Schritt international vollständig isolieren.
Medwedew droht – wieder einmal
Wenig überraschend ließ es sich Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, nicht nehmen, auf Telegram mit drastischen Konsequenzen zu drohen. Russland werde „unter solchen Umständen alle notwendigen Mittel, einschließlich nicht-strategischer Atomwaffen" gegen Ziele in der Ukraine und den „Lieferländern" einsetzen. Medwedew, der sich in den vergangenen Jahren vom einst als liberal geltenden Präsidenten zum lautesten Säbelrassler des Kremls gewandelt hat, bedient damit einmal mehr die nukleare Eskalationsrhetorik, die Moskau seit Kriegsbeginn als politisches Druckmittel einsetzt.
Es ist nicht das erste Mal, dass Russland derartige Vorwürfe erhebt. Bereits 2022 behauptete Moskau, die Ukraine plane den Bau einer schmutzigen Bombe. Inspektionen der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA fanden damals keinerlei Hinweise auf nicht deklarierte nukleare Aktivitäten. Die Glaubwürdigkeit solcher Anschuldigungen ist also – gelinde gesagt – überschaubar.
Europas gefährlicher Tanz auf dem Vulkan
Was bleibt, ist ein beunruhigendes Gesamtbild. Der Ukraine-Krieg geht mittlerweile in sein fünftes Jahr, und eine diplomatische Lösung scheint ferner denn je. Statt einer Exit-Strategie erleben wir eine kontinuierliche Eskalationsspirale, in der beide Seiten die Rhetorik immer weiter verschärfen. Dass ausgerechnet am vierten Jahrestag der russischen Invasion solche Vorwürfe lanciert werden, ist kein Zufall – es ist kalkulierte Informationskriegsführung.
Für Deutschland und seine Bürger stellt sich dabei eine fundamentale Frage: Wie lange kann sich Europa noch in einen Konflikt hineinziehen lassen, der mit jedem Monat gefährlicher wird? Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung auf den Weg gebracht, doch die eigentliche Herausforderung liegt nicht im Geldausgeben, sondern in der strategischen Weitsicht. Eine Weitsicht, die in der deutschen Politik seit Jahren schmerzlich vermisst wird.
Die nukleare Dimension dieses Konflikts – ob real oder propagandistisch aufgebauscht – sollte jeden Europäer alarmieren. Denn eines ist gewiss: Wenn die Hemmschwelle für nukleare Drohungen weiter sinkt, wird der Preis für diese geopolitische Partie am Ende von den einfachen Bürgern bezahlt. Nicht von den Politikern in ihren Palästen, nicht von den Geheimdienstchefs in ihren Büros – sondern von den Menschen, die morgens zur Arbeit gehen und abends ihre Kinder ins Bett bringen. Es wäre an der Zeit, dass sich die europäische Politik wieder daran erinnert, wem sie eigentlich verpflichtet ist.
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