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Kettner Edelmetalle
24.02.2026
07:17 Uhr

Nordsee als Versuchslabor: Offshore-Windparks verändern Gezeiten und heizen das Meer auf

Was Kritiker der überhasteten Energiewende seit Jahren befürchten, bestätigt nun eine Studie des renommierten Helmholtz-Zentrums Hereon mit erschreckender Deutlichkeit: Die Tausenden Windkraftanlagen in der Nordsee greifen massiv in die natürlichen Strömungsverhältnisse ein, verändern die Gezeiten und erwärmen obendrein das Meerwasser. Willkommen in der schönen neuen Welt der „grünen" Energiepolitik, in der man ein Problem lösen will und dabei gleich mehrere neue schafft.

300 Gigawatt bis 2050 – koste es, was es wolle

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verkündete erst Ende Januar beim Nordsee-Gipfel mit sichtlichem Stolz, man wolle den „größten Energie-Hub der Welt" entwickeln. Die derzeit installierten rund 35 Gigawatt an Offshore-Leistung sollen bis 2050 auf über 300 Gigawatt verneunfacht werden. Eine gewaltige Zahl. Doch während die Politik sich in Superlativen sonnt, liefert die Wissenschaft ernüchternde Erkenntnisse über die Nebenwirkungen dieses industriellen Großprojekts mitten im empfindlichen Ökosystem der Nordsee.

Die Forscher um den Geophysiker Dr. Nils Christiansen haben erstmals die langfristigen Gesamtauswirkungen der Windparks auf die Hydrodynamik der Nordsee untersucht – und zwar sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal Nature „Communications Earth & Environment", sollten jedem zu denken geben, der die Energiewende bislang als risikoloses Unterfangen betrachtet hat.

Bis zu 20 Prozent langsamere Strömungen

Die Mechanismen sind dabei so simpel wie beunruhigend: Über Wasser entziehen die Rotoren dem Wind Energie und verändern dadurch die Oberflächenströmungen. Unter Wasser wirken die massiven Turbinenpfeiler wie Hindernisse, die Gezeitenströmungen abbremsen, den Sedimenttransport behindern und Turbulenzen erzeugen. Die sogenannten Wake-Effekte – verwirbelten Nachlaufstrukturen in Luft und Wasser – überlagern sich gegenseitig und erzeugen ein komplexes Wirkungsgefüge, dessen Folgen man offenbar erst jetzt beginnt zu verstehen.

Die Simulationen der Hereon-Forscher zeichnen ein alarmierendes Bild: Bei einem Ausbauszenario für 2050 könnten die Oberflächengeschwindigkeiten der Gezeitenströmungen um bis zu 20 Prozent sinken. Besonders betroffen wäre die Deutsche Bucht, wo verhältnismäßig viele Windparks entstehen sollen. Christiansen selbst sprach von einem „neuen, fein strukturierten Strömungsbild", das sich nicht nur innerhalb der Windparks zeige, sondern sich in der gesamten Nordsee ausbreiten könne.

Ökologische Folgen noch weitgehend unerforscht

Was bedeutet das konkret? Veränderte Strömungsmuster könnten großräumige Verschiebungen im Sedimenttransport auslösen – Sand und Kies auf dem Meeresgrund würden anders verlagert, die Durchmischung des Meerwassers gestört. Das gesamte Meeresökosystem wäre betroffen. Auch für den Schiffsverkehr, das Katastrophenmanagement, den Umweltschutz und die Fischerei hätten ungenaue Strömungsvorhersagen erhebliche Konsequenzen. Man fragt sich unwillkürlich: Hat irgendjemand in den zuständigen Ministerien diese Risiken auch nur ansatzweise in die Planungen einbezogen, bevor man die Nordsee zum „Großkraftwerk Europas" erklärte?

Windparks heizen das Meer auf

Als wäre die Veränderung der Gezeitenströmungen nicht schon bedenklich genug, offenbart die Studie einen weiteren unangenehmen Nebeneffekt: Die Wake-Effekte beeinflussen die Durchmischung von Luft und Wärme an der Meeresoberfläche derart, dass die Mischschichten abflachen. Das Ergebnis ist eine langfristige Erwärmung der Wasseroberfläche um bis zu 0,2 Grad Celsius in den Windparkgebieten. Eine US-amerikanische Studie aus dem Herbst 2025 kam sogar zu noch drastischeren Werten: Dort wurde eine Erwärmung von bis zu 0,4 Grad Celsius bereits binnen weniger Tage gemessen.

Die Ironie könnte kaum größer sein. Ausgerechnet jene Technologie, die das Klima retten soll, erwärmt das Meer. Während die Politik nicht müde wird, jeden Zehntelgrad globaler Erwärmung als existenzielle Bedrohung darzustellen, nimmt man die lokale Aufheizung eines der produktivsten Meeresökosysteme Europas offenbar achselzuckend in Kauf. Doppelmoral oder schlichte Ignoranz? Vermutlich eine Mischung aus beidem.

Größere Abstände als Lösung – aber wer zahlt?

Die Forscher liefern immerhin erste Ansätze, wie sich die negativen Auswirkungen abmildern ließen. Entscheidend seien demnach der Turbinenabstand, der Standort der Windparks und die lokalen Gezeitenbedingungen. Größere Abstände zwischen den Windrädern könnten die Überlagerung von Turbulenzen minimieren. Doch größere Abstände bedeuten auch: mehr Fläche, höhere Kosten, weniger Ertrag pro Quadratkilometer. Ob die Politik bereit ist, diese Konsequenzen zu tragen, darf bezweifelt werden – schließlich hat man sich bereits auf ambitionierte Ausbauziele festgelegt.

Christiansen selbst betonte diplomatisch, Offshore-Windkraft sei ein „zentraler Baustein der Energiewende und der Dekarbonisierung". Gleichzeitig müsse man verstehen, wie unterschiedliche Arten von Offshore-Installationen die Nordsee beeinflussten. Nur so könne man „Gesellschaft und Wirtschaft fundiert informieren und Maßnahmen entwickeln, um die möglichen Risiken frühzeitig zu minimieren". Übersetzt aus dem Wissenschaftsdeutsch heißt das: Wir bauen erst und forschen dann. Ein Prinzip, das in der deutschen Energiepolitik leider Tradition hat.

Energiewende ohne Folgenabschätzung

Diese Studie reiht sich ein in eine wachsende Liste von Erkenntnissen, die zeigen, dass die Energiewende keineswegs so „sauber" und „nachhaltig" ist, wie ihre Befürworter seit Jahren behaupten. Bereits zuvor hatten Untersuchungen auf die Verbreitung teils giftiger Chemikalien durch Windkraftanlagen hingewiesen. Warnungen vor Infraschall erreichten jüngst sogar den EU-Umweltausschuss. Und nun also die Veränderung ganzer Strömungssysteme und die Erwärmung des Meerwassers.

Die Nordsee ist kein lebloses Industriegebiet. Sie ist ein aktives Meer, in das zahlreiche Flüsse aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Schweden münden. Ihre Gezeiten, ihre Strömungen, ihr Ökosystem – all das hat sich über Jahrtausende entwickelt. Nun soll dieses fragile System innerhalb weniger Jahrzehnte mit Zehntausenden Turbinen zugepflastert werden, ohne dass man die Folgen auch nur annähernd überblickt.

Es wäre an der Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier einen nüchterneren Kurs einschlägt als ihre Vorgänger. Statt ideologiegetriebener Ausbauziele braucht es eine ehrliche Kosten-Nutzen-Analyse, die auch die ökologischen Nebenwirkungen der Offshore-Windkraft berücksichtigt. Denn eine Energiewende, die das Meer aufheizt und die Gezeiten verändert, verdient diesen Namen nicht.

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