
Nahost-Krieg erreicht Deutschland: Bundespolizei in Alarmbereitschaft, Schläfer-Gefahr und Cyberattacken befürchtet

Der Krieg im Nahen Osten ist keine ferne Angelegenheit mehr. Er ist längst auf deutschem Boden angekommen – zumindest in den Köpfen der Sicherheitsbehörden. Nachdem die USA und Israel am 28. Februar 2026 eine massive Angriffswelle gegen die Islamische Republik Iran gestartet und dabei unter anderem das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei getötet haben, herrscht in Deutschland eine Bedrohungslage, die man nur als beunruhigend bezeichnen kann. Das Bundesamt für Verfassungsschutz spricht von einer „weiterhin hohen abstrakten Gefährdung" – und wer zwischen den Zeilen liest, ahnt, dass „abstrakt" hier ein Euphemismus für „sehr real" sein dürfte.
Bahnhöfe, Flughäfen, Synagogen: Potenzielle Ziele auf deutschem Boden
Die Liste möglicher Angriffsziele liest sich wie ein Katalog des Schreckens. Diplomatische Vertretungen, militärische Standorte, jüdische Einrichtungen wie Schulen und Synagogen – sie alle könnten nach Einschätzung des Verfassungsschutzes ins Fadenkreuz iranischer Vergeltungsmaßnahmen geraten. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: In einem Land, das sich so gerne als Hort der Sicherheit und des Rechtsstaats präsentiert, müssen jüdische Gemeinden einmal mehr um ihre Unversehrtheit bangen. Ein Armutszeugnis, das weniger dem aktuellen Konflikt als vielmehr jahrzehntelanger sicherheitspolitischer Naivität geschuldet ist.
Die Bundespolizei hat an Bahnhöfen und Flughäfen bereits die Alarmbereitschaft hochgefahren. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei für den Bereich Bundespolizei, bestätigte, man sei „mit erhöhter Aufmerksamkeit im täglichen Dienst". Doch er fügte einen Satz hinzu, der aufhorchen lässt: Niemand könne derzeit „exakt bewerten, ob eventuell sogenannte Schläfer aktiv werden". Da ist es wieder, dieses Wort – Schläfer. Ein Wort, das in der deutschen Sicherheitsdebatte seit Jahren wie ein Damoklesschwert über dem Land hängt und das man allzu gerne verdrängt hat.
Iranische Revolutionsgarden mitten unter uns?
Der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter warnte eindringlich davor, dass in Deutschland „noch viele Schläfer vermutet werden und das Terrornetzwerk der Revolutionsgarden noch nicht zerschlagen ist". Auch Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, gehe davon aus, dass sich Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden hierzulande aufhielten. Man fragt sich unwillkürlich: Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte ein Land, das Milliarden in seine Sicherheitsarchitektur pumpt, zulassen, dass mutmaßliche Agenten eines Terrorregimes unbehelligt auf seinem Territorium operieren?
Die Antwort liegt auf der Hand. Jahrelang hat man in Deutschland eine Migrationspolitik betrieben, die Kontrolle durch Vertrauen ersetzte und Grenzschutz als reaktionäres Relikt abtat. Wer darauf hinwies, dass unkontrollierte Zuwanderung auch sicherheitspolitische Risiken birgt, wurde reflexartig in die rechte Ecke gestellt. Nun steht man vor dem Scherbenhaufen dieser Politik – und die Sicherheitsbehörden müssen mit den Konsequenzen leben.
GdP-Chef warnt vor drastischer Eskalation
Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, fand deutliche Worte. Deutsche Polizisten in Auslandsmissionen, an Botschaften und in der Bundesrepublik selbst müssten mit erhöhten Gefahren rechnen. Seine Warnung ging noch weiter:
„Sowohl im digitalen Raum als auch auf der Straße wird man diese Nahost-Eskalation spüren. Sollte die Bundesregierung aktiv in diesen Konflikt eingreifen, ist mit einer drastischen Zunahme von Gefahren in Europa zu rechnen."
Ein Satz, der wie eine Drohung klingt – und der die ganze Hilflosigkeit offenbart, mit der Deutschland dieser Krise gegenübersteht. Denn was bedeutet „auf der Straße spüren" konkret? Anschläge? Ausschreitungen? Gewalttätige Demonstrationen? Die Sicherheitsbehörden scheinen selbst nicht genau zu wissen, was auf sie zukommt.
Cyberkrieg: Die unsichtbare Front
Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer rechnet offenbar primär mit Angriffen aus dem digitalen Raum. Pro-iranische Hacker und staatliche Gruppen würden digitale Attacken für gezielte Sabotageaktionen nutzen, die weit über klassische Spionage hinausgingen. Besonders alarmierend: Selbst die Steuerungstechnik von Industrieanlagen könnte ins Visier genommen werden. Man stelle sich vor, was passiert, wenn kritische Infrastruktur – Energieversorger, Wasserwerke, Krankenhäuser – durch einen gezielten Cyberangriff lahmgelegt wird. Deutschland, das sich bei der Digitalisierung ohnehin im internationalen Vergleich blamiert, wäre einem solchen Angriff vermutlich erschreckend schutzlos ausgeliefert.
Kramer äußerte zudem die Befürchtung, die iranische Führung werde versuchen, Antisemitismus zu schüren, um den Westen zu spalten. Sein Dienstherr, Thüringens Innenminister Georg Maier, sprach von möglichen „Gegenschlägen und Racheakten" auch „asymmetrischer" Natur. Das Terrorregime in Teheran stehe nach den heftigen Luftangriffen und dem Ausschalten fast der gesamten Führungsriege mit dem Rücken an der Wand – und ein in die Enge getriebenes Regime ist bekanntlich am gefährlichsten.
Wadephul verspricht Evakuierungshilfe – Bundeswehr nur als letzte Option
Außenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte nach seinem Treffen mit dem Krisenstab der Bundesregierung, die Sicherheit deutscher Staatsbürger im Krisengebiet habe „oberste Priorität". Man stehe in engem Austausch mit internationalen Partnern, das Lagezentrum arbeite im 24/7-Betrieb. Klingt professionell. Klingt nach Kontrolle. Doch die Realität sieht anders aus: In den meisten Staaten vor Ort sei derzeit kein Lufttransport möglich, räumte Wadephul selbst ein.
Der Minister kündigte an, Krisenunterstützungsteams des Auswärtigen Amts nach Maskat, Doha und Dubai zu entsenden. Die Abreise deutscher Staatsbürger solle über Saudi-Arabien und Oman gelingen, da diese Länder ihre Lufträume noch geöffnet hätten. „Wir fangen jetzt erst mal mit einer Maschine pro Destination an", so Wadephul. Eine Maschine. Pro Destination. Man möchte fast lachen, wenn die Lage nicht so ernst wäre.
Bemerkenswert ist, dass Wadephul den Einsatz von Bundeswehrmaschinen zur Evakuierung lediglich als dritte und letzte Option bezeichnete. Zunächst müssten die Reiseverkehrsunternehmen für die Heimreise ihrer Kunden eintreten. Man dürfe nicht vergessen, dass „nach wie vor Krieg in Europa ist", betonte der Außenminister mit Blick auf die Ukraine. Die Bundeswehr müsse einsatzfähig bleiben. Eine militärische Beteiligung an Kampfhandlungen gegen den Iran schloss er aus – lediglich im Fall feindlicher Attacken werde man sich „defensiv verteidigen".
Iranische Geheimdienste unterwandern Demonstrationen
Besonders perfide: Nach Angaben des Verfassungsschutzes haben iranische Nachrichtendienste auch Menschen im Visier, die zur iranischen Auslandsopposition gehören. Auf Kundgebungen und Demonstrationen werde gezielt versucht, Oppositionelle zu identifizieren und Informationen über sie zu sammeln. Von konkreten Gewalttaten gegen regimekritische Iraner auf deutschem Boden habe man seit Kriegsbeginn zwar noch nichts gehört – doch die Betonung liegt auf „noch". In anderen westeuropäischen Staaten sieht die Lage bereits anders aus.
Konstantin von Notz, Vizevorsitzender des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, wies darauf hin, dass das Terrorregime in Teheran seit Langem auch nicht vor „staatsterroristischen Aktionen" zurückschrecke. Die Gefährdungslage habe sich „deutlich erhöht". Speziell Auslandsiraner, Bundeswehrsoldaten und Juden seien „sehr ernsten Bedrohungen" ausgesetzt.
Ein Land am Scheideweg
Was bleibt als Fazit? Deutschland steht vor einer Sicherheitslage, die in ihrer Komplexität und Brisanz ihresgleichen sucht. Ein Krieg im Nahen Osten, der direkte Auswirkungen auf die innere Sicherheit hat. Mutmaßliche Schläferzellen, die jederzeit aktiviert werden könnten. Cyberangriffe, die kritische Infrastruktur bedrohen. Und eine Bundesregierung, die zwar die richtigen Worte findet, aber bei der konkreten Umsetzung – wie so oft – hinterherhinkt.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht vor ihrer ersten echten Bewährungsprobe in der Sicherheitspolitik. Es reicht nicht, „Krisenunterstützungsteams" zu entsenden und „erhöhte Aufmerksamkeit" zu versprechen. Was Deutschland jetzt braucht, ist eine grundlegende Neuausrichtung seiner Sicherheitsarchitektur – mit konsequenter Grenzkontrolle, einer schlagkräftigen Bundeswehr und Nachrichtendiensten, die nicht nur beobachten, sondern auch handeln können. Die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei. Der Krieg klopft an die Tür.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und drohender Eskalationen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine solide Vermögenssicherung ist. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn geopolitische Verwerfungen die Märkte erschüttern und Währungen unter Druck geraten. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen ergänzt, schafft sich ein Stück Unabhängigkeit in einer zunehmend unberechenbaren Welt.












