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22.10.2026
16:47 Uhr
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Nach dem Chaos-Samstag: Le Pen baut ihren Vorsprung weiter aus!

Nach dem Chaos-Samstag: Le Pen baut ihren Vorsprung weiter aus!
Symbolbild: KI-generiert

Frankreich hat gebrannt, und Marine Le Pen legt in den Umfragen zu. Eine neue Ifop-Erhebung für LCI, Le Figaro und Sud Radio sieht die Frontfrau des Rassemblement National (RN) im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl bei 34 bis 38 Prozent, je nach Kandidatenfeld. Befragt wurde unmittelbar nach den schweren Ausschreitungen vom 17. Oktober.

Plünderungen, Festnahmen, Schnellverfahren

Begonnen hatte alles als Sozialprotest. Vielerorts endete er in Verwüstung. Medienberichten zufolge wurden in Bordeaux Geschäfte geplündert. Ermittler hätten bei Durchsuchungen inzwischen Hunderte gestohlene Gegenstände sichergestellt, darunter Parfum, Lederwaren und Kleidung. In Paris, Lyon und Marseille standen Dutzende Festgenommene bereits am Dienstag in Schnellverfahren vor Gericht.

Der Streit um die Schuld läuft längst. Die Regierung werfe der Linkspartei La France insoumise (LFI) eine Mitverantwortung vor, LFI spreche dagegen von Manipulation. Für Samstag, den 24. Oktober, ist schon die nächste Mobilisierung angekündigt. Laut Berichten sollen rund 20 Prozent mehr Sicherheitskräfte im Einsatz sein als eine Woche zuvor. Mehrere Städte verbieten Kundgebungen oder schränken sie ein.

Kein Erdrutsch, aber ein deutliches Signal

Ehrlich gesagt: Gegenüber der letzten Umfrage gewann Le Pen nur ein bis zwei Prozentpunkte. Ob die Krawalle das ausgelöst haben, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Wer von einem Erdrutsch spricht, übertreibt.

Entscheidend ist etwas anderes. Le Pen führt nicht knapp, sondern mit fast doppeltem Abstand. Der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon folgt mit 15 bis 20 Prozent, dahinter kommen der Sozialist Raphaël Glucksmann und der bürgerliche Ex-Premier Édouard Philippe. Auch in allen getesteten Stichwahlen liegt Le Pen vorn. Gegen Mélenchon käme sie französischen Medienberichten zufolge auf 68 zu 32 Prozent.

Die Mitte zerbröselt

Für das Lager von Emmanuel Macron ist das ein Albtraum. Nach zwei Amtszeiten darf der Präsident nicht mehr antreten, und sein politisches Erbe scheint gleich mit zu verschwinden. Laut Le Figaro würde Philippe in jeder Konstellation schon im ersten Wahlgang ausscheiden. Mélenchon käme dagegen in fast allen Szenarien in die Stichwahl. In der französischen Presse ist offen vom Ende des Macronismus die Rede.

Ein langjähriger Frankreich-Beobachter in einem Schweizer Wochenmagazin sieht schwarz:

«Das Schlimmste, was Frankreich passieren kann, ist eine Stichwahl zwischen Jean-Luc Mélenchon und Marine Le Pen. Beide wollen sie – und Le Pen wird Präsidentin.»

Er warnt sogar vor einem drohenden Bürgerkrieg. Starke Worte. Doch wer die Bilder vom 17. Oktober gesehen hat, hält sie kaum noch für reine Schwarzmalerei.

Eine Kandidatin mit Fußfessel

Dass Le Pen überhaupt antreten darf, war lange offen. Im März 2025 wurde sie in erster Instanz wegen Veruntreuung von EU-Geldern verurteilt und für fünf Jahre von Wahlen ausgeschlossen. Am 7. Juli 2026 bestätigte das Pariser Berufungsgericht den Schuldspruch. Die Wahlsperre verkürzte es aber so weit, dass sie als bereits verbüßt gilt. Berichten zufolge muss Le Pen ein Jahr lang eine elektronische Fußfessel tragen.

Noch am selben Abend erklärte sie ihre Kandidatur und kündigte an, vor den Kassationshof zu ziehen. Rechtskräftig ist das Urteil damit noch nicht.

Warum Berlin genau hinsehen sollte

Der erste Wahlgang ist für den 18. April 2027 angesetzt. Umfragen sind Momentaufnahmen, keine Wahlergebnisse. Eine Lehre zeigt sich trotzdem schon jetzt: Wenn Bürger glauben, der Staat verliere die Kontrolle über die Straße, wählen sie die, die Ordnung versprechen. Das sollte auch die Bundesregierung wissen.

Für Deutschland ist das kein fernes Schauspiel. Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und unser wichtigster Partner in der EU. Politische Beben in Paris treffen die ganze Währungsunion. Viele Sparer setzen deshalb nicht auf Wahlversprechen, sondern mischen ihrem breit gestreuten Vermögen physisches Gold und Silber als Absicherung bei.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Finanzinstrumente oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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