Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
10.02.2026
19:32 Uhr

Milliarden-Wunder bei VW: Vorstand kassiert, Belegschaft verzichtet

Es klingt wie ein schlechter Zaubertrick – und genau so fühlt es sich für Tausende VW-Mitarbeiter wohl auch an. Noch vor drei Wochen rechnete VW-Finanzchef Arno Antlitz mit einem Barmittelwert von exakt null Euro. Null. Nichts. Dann, wie aus dem Nichts, materialisieren sich plötzlich sechs Milliarden Euro Netto-Cashflow in der Konzernkasse. Und wie es der Zufall so will, reicht genau diese Summe, um die höchste Bonusstufe für den Vorstand auszulösen.

Buchhalterische Alchemie im Wolfsburger Glaspalast

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um bei dieser zeitlichen Koinzidenz stutzig zu werden. Sechs Milliarden Euro – eine Summe, die selbst Vorstandskollegen und Aufsichtsratsmitglieder kalt erwischt haben soll. Aus Konzernkreisen heißt es, die Überraschung sei groß gewesen. Das allein wirft Fragen auf, die weit über die übliche Konzernpolitik hinausgehen.

Wie also kam das Geld zustande? Nach Informationen aus dem Unternehmen bediente sich Antlitz eines ganzen Arsenals buchhalterischer Instrumente: Entwicklungsausgaben wurden kurzerhand ins Jahr 2026 verschoben, Lagerbestände bei Stahl und Chips abgebaut, Rückstellungen aufgelöst. Alles legal, versteht sich. Doch legal und moralisch vertretbar sind bekanntlich zwei grundverschiedene Dinge. Denn verschobene Rechnungen verschwinden nicht – sie belasten lediglich das kommende Geschäftsjahr. Es handelt sich also weniger um echte Wertschöpfung als vielmehr um eine kreative Umverteilung zwischen Geschäftsjahren.

Doppelmoral auf Kosten der Belegschaft

Besonders bitter schmeckt diese Nachricht für die Beschäftigten an den deutschen Standorten. Die übliche Mai-Prämie – für viele Arbeiter ein fester Bestandteil ihrer Jahresplanung – wird 2026 und 2027 ersatzlos gestrichen. Die Begründung: Man müsse in schwierigen Zeiten zusammenstehen, Opfer bringen, den Gürtel enger schnallen. Solidarität eben. Doch diese Solidarität scheint offenbar eine Einbahnstraße zu sein, die ausschließlich von unten nach oben führt.

Denn während der einfache Bandarbeiter auf seine Prämie verzichten soll, winken dem Vorstand dank der plötzlich aufgetauchten Milliarden satte Zusatzboni. Die Rede ist von bis zu 1,75 Millionen Euro zusätzlich pro Vorstandsmitglied. Ab einem Cashflow von 5,6 Milliarden Euro greift die höchste Bonusstufe – und mit sechs Milliarden wurde diese Schwelle geradezu punktgenau überschritten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Betriebsrat fordert Antworten

Der Betriebsrat hat verständlicherweise die Nase voll. „Wir teilen die Kritik an der bisherigen Informationspolitik des Konzerns", ließ ein Sprecher des Arbeitnehmergremiums verlauten. Noch in dieser Woche solle ein Spitzengespräch stattfinden. Die Arbeitnehmervertreter wollen nicht nur wissen, wie die Milliarden in die Kasse kamen, sondern vor allem, welche konkreten Auswirkungen dies auf die Vorstandsvergütung und eine mögliche Dividendenausschüttung habe. Dass die Presseabteilung des Konzerns eine Medienanfrage seit Freitag unbeantwortet ließ, spricht Bände über die Nervosität in der Wolfsburger Chefetage.

Jenseits des Atlantiks: Andere Töne

Während in Deutschland die Belegschaft zur Kasse gebeten wird, weht in den USA ein gänzlich anderer Wind. Im VW-Werk im amerikanischen Chattanooga einigten sich Konzern und die Gewerkschaft UAW auf einen neuen Tarifvertrag, der sich gewaschen hat: 20 Prozent Gehaltserhöhung über die Vertragslaufzeit, eine Einmalzahlung von 4.000 Dollar, jährliche Boni von 2.550 Dollar sowie niedrigere Kosten für die Gesundheitsversorgung und mehr Jobsicherheit für die rund 3.200 Beschäftigten. Die Abstimmung der Arbeiter steht zwar noch aus, doch der Kontrast könnte kaum schärfer sein.

Man fragt sich unweigerlich: Sind deutsche Arbeitnehmer weniger wert als ihre amerikanischen Kollegen? Oder ist es schlicht so, dass man hierzulande mit einer Belegschaft rechnet, die alles klaglos hinnimmt, während man in den USA mit einer kampfbereiten Gewerkschaft konfrontiert ist, die sich nicht abspeisen lässt?

Ein Symptom tieferer Probleme

Der Fall VW ist symptomatisch für eine Entwicklung, die weit über Wolfsburg hinausreicht. In einem Land, in dem die Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf den Weg bringt und damit kommende Generationen mit Schulden belastet, in dem die Inflation den Mittelstand auffrisst und die Energiekosten die industrielle Basis erodieren lassen, wirkt die Selbstbedienungsmentalität in den Vorstandsetagen wie blanker Hohn. Die deutsche Automobilindustrie – einst Stolz und Rückgrat der Wirtschaftsnation – scheint zunehmend von einer Führungselite gelenkt zu werden, die den Bezug zur Realität ihrer Beschäftigten längst verloren hat.

Es wäre an der Zeit, dass nicht nur der Betriebsrat, sondern auch die Politik genauer hinschaut. Denn wenn Konzerne ihre Bilanzen so geschickt frisieren können, dass Milliarden wie aus dem Hut gezaubert werden – während gleichzeitig Tausende Arbeiter auf ihre Prämien verzichten müssen –, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mehr im System. Die Frage ist nur: Wer hat den Mut, das laut auszusprechen?

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen