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Milliarden-Flop am Himmel: Kampfhubschrauber, die nicht schießen können

Milliarden-Flop am Himmel: Kampfhubschrauber, die nicht schießen können
Symbolbild: KI-generiert

Die Bundeswehr hat für rund 2,5 Milliarden Euro 82 neue Kampfhubschrauber vom Typ Airbus H145M bestellt, die vorerst nicht kämpfen können. Anfang November 2026 rügte der Bundesrechnungshof schwere Mängel bei der Beschaffung. Für die Bordkanone fehlt zugelassene Munition, die Panzerabwehrraketen sind noch nicht integriert. Damit geraten auch Deutschlands Zusagen an die NATO ins Wanken.

Die Maschinen fliegen also, mehr aber auch nicht. Medienberichten zufolge sind sie „auf absehbare Zeit“ nicht für Kampfeinsätze nutzbar. Ein Kampfhubschrauber ohne Waffen ist ungefähr so nützlich wie ein Feuerwehrauto ohne Wasser.

Das Problem steckt im Zündhütchen

Besonders peinlich ist die 20-Millimeter-Bordkanone. Laut den Prüfern hat die verfügbare Munition keine ausreichende Sicherheitsfreigabe, weil ihr Anzündhütchen empfindlich auf elektrostatische Einflüsse reagiert. Abschließend erprobt hat die Truppe die Geschosse bis heute nicht.

Die nötigen Tests stehen den Berichten zufolge seit Sommer 2020 aus, also seit mehr als sechs Jahren. Wann es eine sichere und zugelassene Lösung gibt, weiß niemand. Wer sich fragt, wie die viel beschworene „Zeitenwende“ im Alltag aussieht, findet hier eine ernüchternde Antwort.

Raketen für 384 Millionen Euro, aber ohne Funktionsnachweis

Kaum besser steht es um die Hauptbewaffnung. Der H145M soll Panzerabwehrlenkflugkörper vom Typ Spike ER2 tragen. Erste Schussversuche im Mai 2025 scheiterten jedoch an Problemen mit der Steuerung, und die Integration ist bis heute nicht abgeschlossen.

Trotzdem sollen weitere Raketen für rund 384 Millionen Euro gekauft werden. Geliefert werden sie frühestens Ende 2027, erprobt bis 2029. Selbst das Verteidigungsministerium nennt diesen Zeitplan nach den Berichten sehr ambitioniert. Der Rechnungshof warnt sogar, die Flugkörper könnten ihre Einsatzprüfung nicht bestehen. Dann hätte der Steuerzahler teure Waffen bezahlt, die sich nicht wie geplant einsetzen lassen.

Schnell kaufen, langsam liefern

Eigentlich sollte alles ganz schnell gehen. Der H145M stammt aus einer bewährten Modellfamilie. Rettungsdienste und Polizei fliegen zivile Varianten, die Spezialkräfte der Bundeswehr militärische Versionen. Ein Hubschrauber „von der Stange“ sollte jahrelange Entwicklungsarbeit ersparen.

Der Umbau zur bewaffneten Kampfmaschine verlangt aber zusätzliche Technik und aufwendige Zulassungen. Diesen Aufwand hat das Ministerium offenbar unterschätzt. Die Chronologie zeigt das deutlich:

  • Dezember 2023: Bestellung von 62 Maschinen plus Option auf 20 weitere
  • November 2024: Übergabe des ersten Hubschraubers
  • Dezember 2025: Die Bundesregierung zieht die Option, insgesamt sind es nun 82 Stück (72 für das Heer, 10 für die Luftwaffe)
  • Ende 2028: Geplantes Ende der Auslieferungen

Der Auftrag umfasst neben den Fluggeräten auch Ausbildung, Wartung und Logistik. Am Kernproblem ändert das nichts: Die Maschinen kommen, ihre Kampfkraft aber nicht.

NATO-Versprechen auf wackligem Fundament

Deutschland hat dem Bündnis zugesagt, bis 2029 zwölf einsatzbereite Kampfhubschrauber zu stellen, ab 2032 sollen es 72 sein. Einsatzbereit heißt dabei bewaffnet. Der Rechnungshof bezweifelt, dass die Fristen zu halten sind. Das Ministerium räumt Medienberichten zufolge Probleme ein, weist die Sorge um die NATO-Zusagen aber zurück und will die Kritik prüfen.

Die Prüfer hatten empfohlen, das gesamte Vorhaben grundlegend zu überprüfen und weitere Bestellungen auszusetzen. Für die 20 zusätzlichen Maschinen kam dieser Rat jedoch zu spät, denn die Regierung hatte sie bereits fest geordert.

Ein Muster, kein Einzelfall

Ganz nutzlos sind die Hubschrauber nicht. Für Ausbildung und Aufklärung lassen sie sich verwenden. Gekauft wurden sie aber zum Kämpfen, und genau das können sie vorerst nicht.

Der Fall passt zu einer langen Reihe von Pannen im deutschen Beschaffungswesen, von der Fregatte F126 bis zum Black Hawk. Seit 2022 fließen über Sondervermögen und Rekordhaushalte immer mehr Milliarden in die Truppe. Aus Sicht vieler Bürger ist deshalb nicht das Geld das Problem, sondern ein Apparat, der damit nicht umgehen kann. Ein flugfähiger Hubschrauber ist eben noch lange kein Kampfhubschrauber.

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