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Kettner Edelmetalle
19.02.2026
21:02 Uhr

Merz will es nochmal wissen: Der 70-jährige Kanzler träumt bereits von einer zweiten Amtszeit

Man muss Friedrich Merz eines lassen: An Selbstbewusstsein mangelt es dem Bundeskanzler wahrlich nicht. Kaum ein Jahr im Amt, verkündet der CDU-Chef beim Politischen Aschermittwoch in Trier bereits seine Ambitionen für die Bundestagswahl 2029. Er habe „schon noch vor, das eine längere Zeit zu machen", ließ der 70-Jährige verlauten – und verwies dabei allen Ernstes auf die Langlebigkeit seines Vaters, der im Januar stolze 102 Jahre alt geworden sei. Als wäre das biologische Alter des Vaters ein Qualitätsnachweis für politische Führungskompetenz.

Große Worte, magere Bilanz

Gerichtet an den rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten Gordon Schnieder malte Merz ein geradezu idyllisches Bild: In fünf Jahren wolle er gemeinsam mit Schnieder – dieser dann als Ministerpräsident, er selbst weiterhin als Kanzler – zurückblicken und feststellen, dass man die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Harte Zeiten seien es gewesen, aber man habe sie gemeistert. So weit die Vision. Die Realität sieht freilich anders aus.

Denn was hat dieser Kanzler bislang tatsächlich geliefert? Das vollmundig angekündigte 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur – nichts anderes als ein gigantischer Schuldenberg, der kommende Generationen erdrücken wird. Die Versprechen, keine neuen Schulden zu machen? Gebrochen, bevor die Tinte auf dem Koalitionsvertrag trocken war. Die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert – ein ideologisches Zugeständnis an den Koalitionspartner SPD, das die deutsche Wirtschaft in Fesseln legt. Und die versprochene Migrationswende? Davon ist so wenig zu spüren wie von einer echten wirtschaftlichen Erholung.

Der älteste Kanzler seit Adenauer – doch ohne dessen Format

Merz ist der älteste Bundeskanzler seit Konrad Adenauer, der 1963 im Alter von 87 Jahren aus dem Amt schied. Doch wo Adenauer das zerstörte Nachkriegsdeutschland in das Wirtschaftswunder führte, die Westbindung sicherte und das Land aus Trümmern aufbaute, da verwaltet Merz bestenfalls den Niedergang. Der Vergleich mit dem ersten Kanzler der Bundesrepublik ist geradezu schmerzhaft – nicht wegen des Alters, sondern wegen der fehlenden Substanz.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bemühte sich pflichtschuldig, seinem Chef eine „lange politische Zukunft" zuzutrauen. Die Gene stimmten schließlich, so Linnemann gegenüber dem Stern. Gleichzeitig ruderte er zurück: Eine Debatte über eine erneute Kanzlerkandidatur halte er für „verfrüht". Das sei keine Frage, die sich im Jahr 2026 stelle. Man fragt sich unwillkürlich: Wenn es verfrüht ist, warum bringt dann der Kanzler selbst das Thema auf den Tisch?

Ein Parteitag als Krönungsmesse

Am kommenden Freitag will sich Merz auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart zum dritten Mal zum Parteivorsitzenden wählen lassen. Widerstand ist nicht zu erwarten – die CDU hat sich längst in eine Merz-Partei verwandelt, in der kritische Stimmen systematisch marginalisiert werden. Wer aufmuckt, wird kaltgestellt. Innerparteiliche Demokratie? Ein Relikt vergangener Tage.

Was Deutschland bräuchte, wäre ein Kanzler, der den Mut hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und danach zu handeln. Einer, der die unkontrollierte Migration stoppt, die Wirtschaft von ideologischen Fesseln befreit und den Bürgern wieder das Gefühl gibt, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. Stattdessen bekommen wir einen 70-Jährigen, der beim Aschermittwoch von seiner zweiten Amtszeit träumt, während die Kriminalität Rekordwerte erreicht, die Industrie abwandert und die Bürger unter steigenden Preisen ächzen.

Das Volk hat längst ein anderes Urteil gefällt

Die Reaktionen in den sozialen Medien und Kommentarspalten sprechen eine deutliche Sprache. Von „Nein danke!" über „Da bewahre uns alle Gott vor!" bis hin zu der nüchternen Feststellung, dass man mit über 70 Jahren geistig nicht mehr die Flexibilität eines 40-Jährigen besitze – die Begeisterung der Bürger hält sich in sehr überschaubaren Grenzen. Ein Kommentator brachte es auf den Punkt: Es sei wohl das Ego, das Merz antreibe. Das Land sei ihm „mehr oder weniger egal".

Vielleicht sollte der Kanzler weniger über seine zweite Amtszeit nachdenken und stattdessen die erste mit Inhalten füllen, die den Namen verdienen. Denn wenn er so weitermacht wie bisher – mit gebrochenen Versprechen, ausufernden Schulden und einer Politik, die an den Bedürfnissen der Bürger vorbeigeht –, dann könnte sich die Frage nach einer zweiten Amtszeit von ganz allein erledigen. Der deutsche Wähler ist geduldiger, als er sein sollte. Aber auch seine Geduld hat Grenzen.

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