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03.02.2026
14:44 Uhr

Merz' Energiepolitik: Windkraft als Auslaufmodell, Kernfusion als Luftschloss?

Merz' Energiepolitik: Windkraft als Auslaufmodell, Kernfusion als Luftschloss?

Der neue Bundeskanzler Friedrich Merz sorgt mit seinen jüngsten Aussagen zur Energiepolitik für erhebliche Irritationen. In einer bemerkenswerten rhetorischen Volte degradierte er die Windenergie zur bloßen „Übergangstechnologie" und präsentierte stattdessen die Kernfusion als vermeintlichen Heilsbringer der deutschen Energieversorgung. Deutschland solle, so Merz' ambitionierte Vision, „den ersten Fusionsreaktor der Welt ans Netz nehmen". Eine Ankündigung, die bei nüchterner Betrachtung mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet.

Ein Ablaufdatum für Milliarden-Investitionen

Die Aussage des Kanzlers, Windenergie werde uns „zehn Jahre, 20 Jahre, vielleicht 30 Jahre begleiten", ist in ihrer Tragweite kaum zu unterschätzen. Während Offshore-Projekte mit Laufzeiten von mehreren Jahrzehnten kalkuliert werden und Investoren Milliarden in den Ausbau der Windkraft stecken, sendet der Regierungschef ein Signal, das wie ein versteckter Vorbehalt klingt. Welcher vernünftige Investor wird noch langfristige Verpflichtungen eingehen, wenn die höchste politische Ebene bereits das Ende dieser Technologie verkündet?

Die gesellschaftliche Stimmung macht die Situation nicht einfacher. Laut der Akzeptanzumfrage der Fachagentur Wind und Solar sank die gesamtgesellschaftliche Zustimmung zum Windkraftausbau im Jahr 2025 erstmals nennenswert. Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede: Im Osten Deutschlands liegt die Zustimmung deutlich niedriger als in den westdeutschen Bundesländern. Bei Anhängern der AfD brach sie gegenüber dem Vorjahr sogar spürbar ein.

Kernfusion: Das Versprechen ohne Substanz

Was Merz als nächsten großen Schritt verkauft, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als technologisches Wunschdenken. Bis heute existiert kein einziges Fusionskraftwerk, das auch nur einen Kilowatt Strom kommerziell ins Netz einspeist. Selbst das internationale Prestigeprojekt ITER wird keinen Strom erzeugen – die EU-Kommission beschreibt es ausdrücklich als rein experimentelle Anlage ohne Stromproduktion.

Die nüchternen Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Der aktuelle Rekord für stabile Tokamak-Plasmen liegt im Minutenbereich – gut 22 Minuten im WEST-Experiment. Das mag wissenschaftlich beeindruckend sein, doch ein Netzreaktor muss nicht Minuten halten, sondern jahrzehntelang zuverlässig funktionieren. Zwischen einem Laborerfolg und einem funktionierenden Kraftwerk liegen Welten.

Strompreise: Die bittere Realität

Besonders pikant wirkt Merz' Verknüpfung der Fusionserzählung mit dem Versprechen extrem günstiger Strompreise. Er behauptet, es brauche dann „keine anderen Erzeugungsmethoden mehr". Doch was erleben die deutschen Verbraucher tatsächlich? Haushaltsstrom bleibt 2025 vielerorts teuer, obwohl Börsenstrom phasenweise günstiger ausfiel. Netzentgelte, Umlagen und Systemkosten drücken den Endpreis nach oben und fressen Preisvorteile regelmäßig auf.

Selbst Agora Energiewende betont, dass attraktivere Strompreise eine zentrale Voraussetzung bleiben und politische Eingriffe bei Netzentgelten und Stromsteuer eine Schlüsselrolle spielen. Das zeigt, wie wenig automatisch sich „billiger Strom" allein aus Ausbauzielen ergibt.

Ablenkungsmanöver statt ehrlicher Debatte?

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Merz die Kernfusion als politisch komfortables Zukunftsbild nutzt, um von unbequemen Debatten abzulenken. Vermutlich geht es ihm in erster Linie darum, die immer wieder aufkommende Diskussion um einen möglichen Wiedereinstieg in die konventionelle Atomkraft zu umschiffen. Der Atomausstieg, den Merz selbst als „schweren strategischen Fehler" bezeichnete, bleibt ein heißes Eisen, das er offenbar nicht anfassen möchte.

Wenn der Kanzler Windkraft als Übergangstechnologie rahmt, verschärft er die ohnehin angespannte Situation vor Ort. Die Botschaft klingt wie: Heute baut ihr Anlagen, morgen werden sie überflüssig. Das motiviert kaum zu Kompromissen in den betroffenen Gemeinden und schwächt die Planungssicherheit erheblich. Dabei braucht Deutschland Netze und Speicher unabhängig davon, ob die Fusion eines fernen Tages tatsächlich kommt.

Fazit: Träumerei statt Tatkraft

Die Erzählung von der Übergangstechnologie wirkt wie eine Kommunikationsstrategie, die von den harten Zielkonflikten der deutschen Energiepolitik ablenken soll. Wer die Versorgungssicherheit tatsächlich gewährleisten will, muss erst die heutigen Systemprobleme lösen, statt auf einen technologischen Befreiungsschlag in ferner Zukunft zu hoffen. Die deutschen Bürger, die mit hohen Strompreisen kämpfen und sich um die Zukunft ihrer Energieversorgung sorgen, haben Besseres verdient als Luftschlösser und vage Versprechen.

Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung bald zu einer ehrlicheren und pragmatischeren Energiepolitik findet. Die Zeit der großen Ankündigungen ohne Substanz sollte endlich vorbei sein – das haben die Deutschen nach den Irrungen und Wirrungen der vergangenen Jahre mehr als verdient.

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