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Kettner Edelmetalle
13.02.2026
06:47 Uhr

Merz auf Betteltour am Golf: Wie Berlin seine eigenen Werte für Flüssiggas über Bord wirft

Merz auf Betteltour am Golf: Wie Berlin seine eigenen Werte für Flüssiggas über Bord wirft

Es ist ein Schauspiel, das an Absurdität kaum zu überbieten ist: Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate, um dort um langfristige LNG-Lieferabkommen zu werben. Derselbe Kanzler, dessen Regierung den Ausstieg aus fossilen Energieträgern im Grundgesetz verankert hat. Derselbe Kanzler, der im Wahlkampf noch vollmundig Verlässlichkeit und Prinzipientreue versprach. Willkommen in der deutschen Energiepolitik des Jahres 2026 – einem Labyrinth aus Widersprüchen, moralischer Beliebigkeit und strategischer Planlosigkeit.

Russisches Gas böse, Golf-Gas gut?

Man erinnere sich: Als Deutschland nach dem Beginn des Ukraine-Krieges den Ausstieg aus russischem Gas vollzog, geschah dies nicht allein aus strategischen Erwägungen. Nein, Berlin schmückte diese Entscheidung mit dem Mantel der Moral. Russland sei ein Aggressor, ein Staat, der das Völkerrecht mit Füßen trete – und mit solchen Regimen mache man keine Geschäfte. So weit, so nachvollziehbar.

Doch was passiert nun? Die Bundesregierung klopft an die Türen von Monarchien, in denen die Todesstrafe in erschreckender Regelmäßigkeit vollstreckt wird. Saudi-Arabien, jenes Land, in dem 2018 der Journalist Jamal Khashoggi auf bestialische Weise ermordet wurde – mutmaßlich mit Billigung des Kronprinzen, wie US-Geheimdienste feststellten. Deutschland verhängte damals Sanktionen, stoppte Rüstungsexporte. Und heute? Heute wird verhandelt, gelächelt, Hände geschüttelt. Die moralischen Bedenken von einst scheinen sich in der Wüstenhitze am Golf verflüchtigt zu haben.

Ein Rechtsrahmen, der sich selbst widerspricht

Die Doppelmoral beschränkt sich keineswegs auf die Menschenrechtsfrage. Sie durchzieht die gesamte energiepolitische Architektur Deutschlands wie ein Riss in einem maroden Fundament. Seit dem novellierten Klimaschutzgesetz von 2021 ist Klimaneutralität bis 2045 das erklärte Ziel. Das LNG-Beschleunigungsgesetz schreibt zudem vor, dass Terminals an Land ab 2043 ausschließlich für klimaneutralen Wasserstoff und dessen Derivate genutzt werden dürfen.

Und genau hier wird es grotesk. Die Golfstaaten – allen voran Katar – bestehen auf Vertragslaufzeiten von 20 Jahren und mehr. Ein heute geschlossener Vertrag würde also bis weit in die 2040er-Jahre hineinreichen und damit direkt mit dem eigenen deutschen Rechtsrahmen kollidieren. Man plant den Ausstieg aus dem Gas und unterschreibt gleichzeitig Verträge, die eine fossile Abhängigkeit auf Jahrzehnte zementieren. Kafkaesk wäre noch eine freundliche Beschreibung.

Habecks gescheitertes Erbe

Es sei daran erinnert, dass bereits der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck mit großem Tamtam eine „Energiepartnerschaft" mit Katar verkündete. Das Ergebnis? Bis heute wurde kein einziger Kubikmeter katarisches LNG nach Deutschland geliefert. Der Deal platzte spektakulär, weil Katar auf eben jene langfristigen Vertragsbindungen bestand, die Deutschland aus klimapolitischen Gründen nicht eingehen wollte – oder konnte. Dass Merz nun denselben Weg beschreitet, den sein grüner Vorgänger bereits erfolglos gegangen ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Strukturell teuer, strategisch fragwürdig

Selbst wenn man die moralischen und rechtlichen Widersprüche beiseitelegt, bleibt die ökonomische Realität ernüchternd. LNG ist und bleibt strukturell teurer als Pipeline-Gas. Verflüssigung, Transport über die Weltmeere, Rückvergasung – all das verschlingt enorme Mengen an Energie und treibt die Kosten in die Höhe. Kosten, die am Ende der deutsche Verbraucher und die ohnehin gebeutelte deutsche Industrie tragen müssen.

Energieexperten warnen eindringlich vor diesem Kurs. Wer russisches Gas moralisch ausschließe, so der Tenor, müsse dieselben Maßstäbe konsequent auf alle Lieferländer anwenden. Alles andere sei ein selektives Wertesystem, das die außenpolitische Glaubwürdigkeit Deutschlands nachhaltig beschädige. Und sie haben Recht. Denn wie will Berlin künftig noch glaubwürdig Menschenrechte einfordern, wenn es gleichzeitig milliardenschwere Energiedeals mit Staaten abschließt, die Blogger hinrichten lassen und Frauen systematisch unterdrücken?

Die eigentliche Frage: Wo bleibt die Strategie?

Was diese Golfreise offenbart, ist weit mehr als eine diplomatische Peinlichkeit. Sie legt das fundamentale Versagen der deutschen Energiepolitik der letzten Jahre schonungslos offen. Erst wurde die Kernenergie abgeschaltet – überstürzt, ideologiegetrieben und gegen jede ökonomische Vernunft. Dann wurde die Abhängigkeit von russischem Gas über Jahrzehnte sehenden Auges aufgebaut und schließlich über Nacht gekappt. Und nun irrt die Bundesregierung durch die Welt, um verzweifelt Ersatz zu finden – koste es, was es wolle. Auch die eigene Glaubwürdigkeit.

Friedrich Merz hatte versprochen, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen. Pragmatismus statt Ideologie, so das Versprechen. Doch was wir stattdessen sehen, ist eine Politik, die weder pragmatisch noch prinzipientreu ist. Sie ist schlicht orientierungslos. Die Gaspolitik folgt keinem klaren Pfad, sondern mehreren widersprüchlichen Linien gleichzeitig – und das in einer Zeit, in der Deutschland eine verlässliche, bezahlbare und strategisch durchdachte Energieversorgung dringender bräuchte denn je.

Die deutsche Energiepolitik gleicht einem Autofahrer, der gleichzeitig Gas gibt und bremst – und sich dann wundert, warum er nicht vorankommt.

Für den deutschen Bürger, der jeden Monat seine Gasrechnung bezahlt, bleibt am Ende nur eine bittere Erkenntnis: Die politische Klasse in Berlin hat es geschafft, Deutschland in eine energiepolitische Sackgasse zu manövrieren, aus der es keinen einfachen Ausweg gibt. Und während die Regierung am Golf um Flüssiggas bettelt, zahlt der Steuerzahler die Zeche – für eine Politik der Widersprüche, der gebrochenen Versprechen und der selektiven Moral.

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