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Kettner Edelmetalle
20.09.2026
07:31 Uhr
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Meerenge gekapert: Wie ein Wüstenkrieg Europas Handelsader würgt

Meerenge gekapert: Wie ein Wüstenkrieg Europas Handelsader würgt
Symbolbild: KI-generiert

Die jemenitische Huthi-Miliz, die sich selbst Ansarallah nennt, hat ihren Vormarsch an der Rotmeerküste vollendet. Nach der Hafenstadt Mokka und dem Ort Dhubab fiel Medienberichten zufolge auch die Insel Mayyun – besser bekannt als Perim – am südlichen Ende der Meerenge Bab al-Mandab. Laut jemenitischen Regierungsquellen kontrolliert die Miliz damit faktisch die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer.

Der Westen schaut zu. Und eine der wichtigsten Schlagadern des Welthandels liegt plötzlich unter der Aufsicht einer Gruppe, die mit Teheran verbündet ist.

27 Kilometer, die über Europas Lieferketten entscheiden

An ihrer engsten Stelle misst die Meerenge zwischen Jemen und Dschibuti nur 27 Kilometer. Durch dieses Nadelöhr läuft die kürzeste Seeverbindung zwischen Europa und Asien – vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean.

Die Huthi haben in den vergangenen Jahren mehrfach Handelsschiffe angegriffen, gekapert oder versenkt. Von den neu eroberten Stellungen aus dürften sie das künftig noch präziser tun können. Ausgelöst wurde die jüngste Eskalation, nachdem die Miliz vor rund anderthalb Monaten erklärt hatte, saudische Schiffe dürften die Passage nicht mehr nutzen.

Besonders bitter: Seit dem Krieg gegen den Iran dient die Route durch das Rote Meer überhaupt erst als Ausweichweg für Ausfälle in der Straße von Hormus. Nun ist auch die Ausweichroute bedroht. China, Indien, Japan und Südkorea zählen zu den wichtigsten Abnehmern saudischen Öls – der Transport nach Ostasien führt durch Bab al-Mandab.

Ein Königreich auf tönernen Füßen

Um zu verstehen, warum Riad so verwundbar ist, lohnt der Blick ins Jahr 1932. Damals einte König Abdulaziz ibn Saud rund 70 Stämme der Halbinsel – militärisch, unter der Flagge einer besonders strengen Auslegung des Islam, und mit massiver britischer Hilfe. Der Vertrag von Darin aus dem Jahr 1915 hatte ihm zuvor die Anerkennung als Herrscher über Nadschd und al-Hasa gesichert.

Seither gilt das Haus Saud westlichen Regierungen als Stabilitätsanker der Region. Kritische Beobachter wie der frühere britische Diplomat Alastair Crooke argumentieren dagegen, das Königreich sei nie ein gewachsener Nationalstaat gewesen, sondern ein von außen gestütztes Familienkonstrukt – mit einem Groll unterworfener Stämme, der nie ganz erloschen sei.

Einem Bericht zufolge soll Riad inzwischen Notkredite westlicher Finanzinstitute in Milliardenhöhe angefragt haben, während Teile der Ölexporte stockten. Diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen und sind mit Vorsicht zu behandeln.

Warum das auch in Deutschland ankommt

Berlin reagierte verbal: Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte die Meldungen „besorgniserregend" und verurteilte die Angriffe auf Schifffahrt und Energieanlagen. Mehr als Worte hat eine Bundesregierung, die ihre Streitkräfte über Jahrzehnte kaputtgespart hat, kaum anzubieten.

Für deutsche Industrie und Verbraucher gilt eine simple Rechnung: Jede Umleitung um das Kap der Guten Hoffnung kostet Wochen, Treibstoff und Geld. Am Ende zahlt es der Kunde im Supermarkt und an der Zapfsäule.

„Der Jemen ist die Wiege der arabischen Zivilisation" – so beschrieb Muammar al-Gaddafi das Land in einer Rede, die heute mancher Beobachter für prophetisch hält.

Wer geopolitische Brüche dieser Größenordnung beobachtet, denkt zwangsläufig über Absicherung nach. Physisches Gold und Silber haben in Krisenzeiten historisch ihre Funktion als Wertspeicher bewiesen – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, nicht als Wette.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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