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28.01.2026
11:16 Uhr

Machtwechsel in Magdeburg: CDU-Mann Schulze übernimmt das Ruder in Sachsen-Anhalt

Ein politisches Erdbeben erschüttert die ostdeutsche Landschaft – zumindest auf den ersten Blick. Sven Schulze, bislang Wirtschaftsminister und CDU-Landeschef, hat am 28. Januar 2026 im Magdeburger Landtag die Wahl zum neuen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewonnen. Mit 58 von 97 Stimmen sicherte sich der 46-Jährige im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Ein Ergebnis, das auf den ersten Blick solide wirkt – doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ein bemerkenswertes Detail.

Zwei Stimmen mehr als nötig: Woher kamen sie?

Die schwarz-rot-gelbe Koalition aus CDU, SPD und FDP verfügt im Parlament lediglich über 56 Mandate. Schulze erhielt jedoch 58 Stimmen. Mathematik für Fortgeschrittene: Mindestens zwei Abgeordnete aus den Reihen der Opposition müssen für den neuen Regierungschef gestimmt haben. Ob diese Stimmen aus dem Lager der AfD kamen, die mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund dem frisch gewählten Ministerpräsidenten sogleich einen Blumenstrauß überreichte, bleibt Spekulation. Die Symbolik dieses Bildes jedoch spricht Bände.

38 Abgeordnete votierten gegen Schulze, keine einzige Enthaltung wurde verzeichnet, eine Stimme war ungültig. Ein klares Votum also – zumindest auf dem Papier.

Haseloffs Erbe: 15 Jahre an der Spitze

Mit der Wahl Schulzes endet eine Ära. Reiner Haseloff führte Sachsen-Anhalt seit 2011, also volle 15 Jahre lang. Der scheidende Ministerpräsident hatte seinen Rücktritt erklärt und damit den Weg für seinen Nachfolger freigemacht. Ein kluger Schachzug? Die Koalition hofft jedenfalls darauf, dass sich Schulze bis zur Landtagswahl am 6. September einen sogenannten Amtsbonus erarbeiten kann.

Politikwissenschaftler betrachten diese Strategie allerdings mit erheblicher Skepsis. Der Wechsel an der Regierungsspitze könnte schlichtweg zu spät erfolgt sein, um noch nennenswerte Wirkung zu entfalten. Sieben Monate sind in der Politik eine Ewigkeit – und gleichzeitig ein Wimpernschlag.

Die AfD im Nacken: Umfragen zeichnen düsteres Bild für die CDU

Die jüngsten Umfragen vom September 2025 sprechen eine unmissverständliche Sprache: Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt mit satten 39 Prozent deutlich vorn, während die CDU bei mageren 27 Prozent dümpelt. Ein Abstand von zwölf Prozentpunkten, der selbst mit dem frischesten Amtsbonus kaum aufzuholen sein dürfte.

Schulze selbst scheint sich dieser Herausforderung bewusst zu sein. In seiner Antrittsrede konnte er sich einen Seitenhieb auf seinen Hauptwidersacher nicht verkneifen:

„Für mich kommt es nicht darauf an, dass wir Lösungen finden, die irgendwo bei TikTok funktionieren, sondern auch im echten Leben."

Eine Spitze, die direkt auf AfD-Landeschef Ulrich Siegmund zielt, der mit über 600.000 Followern allein auf TikTok eine beachtliche Reichweite in den sozialen Netzwerken aufgebaut hat. Doch ob solche verbalen Nadelstiche ausreichen, um die Wähler zu überzeugen, darf bezweifelt werden.

Der Aufsteiger aus dem Harz

Schulzes politischer Werdegang liest sich wie ein Lehrbuch für zielstrebiges Karrieremanagement. Ende 2016 schuf die CDU Sachsen-Anhalt eigens die Position des Generalsekretärs – und wählte prompt Schulze in diese Funktion. Sieben Jahre lang saß er im Europäischen Parlament, bevor er 2021 den CDU-Landesvorsitz übernahm und nach der Landtagswahl die Koalition aus CDU, SPD und FDP schmiedete.

In seiner ersten Rede als Ministerpräsident wurde der gebürtige Harzer persönlich. Als 1989 die Mauer fiel, sei er zehn Jahre alt gewesen und habe in einem kleinen Dorf am Rande des Harzes gewohnt. Die Menschen hätten damals große Träume gehabt und ihre Heimat wieder aufgebaut.

„Es ist noch nicht alles perfekt, es ist noch nicht alles fertig."

Eine Untertreibung, die angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Ostdeutschland fast schon rührend wirkt.

Keine große Kabinettsumbildung geplant

Eine umfassende Neuaufstellung der Landesregierung wird es vor der Wahl nicht geben. Finanzminister Michael Richter soll Schulzes bisheriges Wirtschaftsressort bis zum Wahltermin mitverwalten. Die operativen Aufgaben will der neue Ministerpräsident aus der Staatskanzlei heraus selbst bearbeiten. Ein pragmatischer Ansatz – oder ein Zeichen dafür, dass man die verbleibende Zeit bis September ohnehin nur noch überbrücken will?

Ein Versprechen für die Bürger

Schulze gab sich in seiner Antrittsrede kämpferisch:

„Dieser Aufbau geht weiter mit einer stabilen und starken Landesregierung. Und auch mit einem Ministerpräsidenten, der fleißig ist, der dranbleibt, und der auch dann, wenn der Wind direkt ins Gesicht bläst, den Mut nicht verliert und für seine Heimat kämpft."

Schöne Worte, gewiss. Doch die Bürger Sachsen-Anhalts werden im September an der Wahlurne entscheiden, ob sie diesen Worten Glauben schenken – oder ob sie dem politischen Establishment endgültig den Rücken kehren und der AfD ihre Stimme geben. Die Umfragen jedenfalls deuten auf Letzteres hin.

Die Bundes-CDU gratulierte erwartungsgemäß artig und lobte Schulzes „Tatkraft, klare Ziele und Nähe zu den Menschen". Ob diese Attribute ausreichen werden, um den Vormarsch der AfD in Ostdeutschland aufzuhalten, wird sich zeigen. Die Geschichte lehrt uns: Amtsbonus hin oder her – am Ende zählt, was die Regierenden tatsächlich für ihre Bürger erreichen.

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