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Lawrow-Klartext in Atlanta: Moskau sieht Washington auf Biden-Kurs

Lawrow-Klartext in Atlanta: Moskau sieht Washington auf Biden-Kurs
Symbolbild: KI-generiert

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat am Rande des G20-Außenministertreffens in Atlanta Ende Oktober mit ungewöhnlich deutlichen Worten gegen die USA ausgeteilt. Moskaus Ziele im Ukraine-Krieg seien unverändert, erklärte er. Zugleich warf er der Trump-Regierung vor, Kiew weiter mit Waffen und Geheimdienstinformationen zu versorgen und so dem Frieden im Weg zu stehen.

Ein Gast, den Europa nicht sehen wollte

Schon Lawrows Anwesenheit sorgte für Ärger. Eingeladen hatte ihn die US-Regierung, die 2026 den G20-Vorsitz innehat. Den Europäern passte das gar nicht: Medienberichten zufolge wurde das traditionelle Familienfoto der Minister abgesagt, weil mehrere Delegationen nicht neben dem Russen posieren wollten.

Bundesaußenminister Johann Wadephul begründete das sinngemäß damit, dass es mit Russland keine Normalität gebe. EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas warf Lawrow vor, er habe „eine Menge Lügen“ verbreitet. Der Gescholtene sprach seinerseits von einem „arroganten Boykott“ der Europäer und lobte die Gesprächsbereitschaft Washingtons. US-Außenminister Marco Rubio und Lawrow sprachen am Rande kurz miteinander.

Ein Bild mit Symbolkraft: Washington und Moskau reden, Europa hält Abstand. Ob das Berlin und Brüssel mehr Einfluss am Verhandlungstisch bringt, darf man bezweifeln.

„Unverändert seit Beginn der Operation“

Inhaltlich gab Lawrow keinen Millimeter nach. Russlands Haltung sei seit dem Start der „militärischen Spezialoperation“ dieselbe, zitierten ihn russische Nachrichtenagenturen. Eine Ukraine, die eine militärische Bedrohung für die Sicherheitsinteressen Russlands darstelle, könne Moskau nicht hinnehmen.

„Unsere Position ist bekannt, aber was die Ukraine an den Verhandlungstisch mitbringen will, weiß ich nicht.“

Dabei klang zuletzt alles nach Bewegung. Russland und die Ukraine haben sich grundsätzlich zu neuen Dreiergesprächen mit den USA bereit erklärt, zunächst auf technischer Ebene. Präsident Selenskyj hoffte Berichten zufolge auf ein Treffen der Unterhändler zwischen dem 6. und 10. November in Abu Dhabi.

Patriot-Raketen statt Friedenssignal?

Lawrows Hauptvorwurf richtete sich an Washington. Die „grundlegenden Fragen“ zwischen beiden Ländern seien ungelöst, sagte er. Sämtliche Sanktionen aus der Ära Joe Biden würden von der jetzigen Regierung fortgeführt. Den Verzicht Trumps, ein neues, nach Senator Lindsey Graham benanntes Sanktionsgesetz gegen Russland und Iran umzusetzen, hatte der Kreml zuvor zwar begrüßt. Für Moskau reicht das aber offenbar nicht.

Als Beleg verwies Lawrow auf eine Freigabe des US-Außenministeriums vom selben Tag: Washington genehmigte demnach den Verkauf von 500 Patriot-PAC-3-Raketen an die Ukraine. Kiews Ankündigungen, mit neuen Waffen weitere Ziele in Russland angreifen zu wollen, seien bei der Vorbereitung von Verhandlungen keine große Hilfe, so der Minister.

Brisant: mehr Geheimdienst-Hilfe statt weniger

Aufhorchen lässt vor allem eine Behauptung: Der Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen den USA und der Ukraine sei gewachsen, sagte Lawrow. Das widerspricht zahlreichen Medienberichten der vergangenen Wochen, wonach Washington diese Hilfe gekürzt oder gedrosselt habe. Unabhängig überprüfen lässt sich das bislang nicht.

Viel Show, wenig Frieden

Aus Sicht des Kremls drängt das Weiße Haus Kiew offenbar nicht schnell genug zu Kompromissen. Die Wirklichkeit bleibt ernüchternd: Trotz großer Ankündigungen aus Washington, darunter Berichte über eine von First Lady Melania Trump vermittelte lokale Waffenruhe in der Stadt Oleschky, steckt der Krieg nach mehr als 1.700 Tagen fest wie eh und je. Für Dezember hat Trump Wladimir Putin sogar zum G20-Gipfel nach Florida eingeladen. Ein Durchbruch ist trotzdem nicht in Sicht.

Für deutsche Bürger heißt das: Die geopolitische Unsicherheit bleibt, mit allen Folgen für Energiepreise, Haushalt und Inflation. Gerade in solchen Phasen gelten physisches Gold und Silber vielen Sparern als bewährter Anker. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind sie seit jeher unabhängig von Gipfelfotos und Diplomatenworten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss vor einer Investition selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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